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Schweiz: Bahn macht gegen Billigflieger mobil 


Dienstag, 16. Dezember 2008 in Verschiedenes
Der TGV Lyria ist auf Erfolgskurs. (Foto: zvg)
(pte) - Der TGV Lyria ist auf Erfolgskurs. Der internationale Bahnverkehr ist im vergangenen Jahr streckenweise um acht bis 18 Prozent angestiegen. Ab 2009 sollen sich die Reisezeiten zwischen Bern, Genf und Paris nun verkürzen. Außerdem wurden günstigere Tarife eingeführt. Mit diesen Maßnahmen will die Bahn gegenüber den Billigfliegern punkten und weitere Passagiere zum Umsteigen bewegen.

Der Streckenausbau wird dabei zur Hälfte von der Schweizerischen Eidgenossenschaft, zu 28 Prozent vom französischen Staat und zu 22 Prozent von der Region Franche Comté finanziert. Über drei Mio. Reisende, darunter zwei Mio. internationale Kunden, reisten 2007 mit dem TGV Lyria. 188 Mio. Euro (310 Mio. Franken) Umsatz kamen so in die TGV-Kasse www.tgv-europe.de . 



"Dank der Verbesserung der Streckenführung und Energieversorgung wird der TGV Lyria ab Mitte 2009 auf der Strecke Lausanne-Paris und Bern-Paris rund 15 Minuten an Fahrzeit einsparen", sagt Hans-Peter Leu, Leiter der internationalen Beziehungen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Zudem sind seit 2007 auch auf der Strecke Haut Bugey (einstige "Ligne des Carpates" zwischen Bourgen-Bresse und Bellegarde) Ausbauarbeiten im Gang. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2009 vorgesehen. Damit soll die Zahl der Verbindungen auf neun pro Tag erhöht und der Fahrplantakt optimiert werden. "Die Reisezeit auf der Strecke Genf-Paris soll dabei auf drei Stunden verkürzt werden", erklärt Thierry Müller, TGV Lyria Leiter Markt Schweiz, gegenüber pressetext. Ende 2011 ist die Inbetriebnahme des TGV Rhin-Rhône auf der neuen Trasse zwischen Zürich/Basel und Paris vorgesehen.

Dadurch soll die Reisezeit um weitere 25 bis 30 Minuten verkürzt und die Strecke Basel-Paris vom TGV Lyria in 3 Stunden bewältigt werden. 



Neben der verkürzten Reisezeit will der TGV auch mit günstigeren Tarifen gegen die Billigflieger mobil machen. So wurde auf der Linie Paris-Genf der Tarif Piccolissimo, bei dem für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse 33 Franken fällig werden, eingeführt, um der Flugkonkurrenz Paroli zu bieten und einen neuen Kundenkreis anzusprechen. Aufgrund des grossen Erfolges wurde dieser Tarif auch auf der Verbindung Basel-Paris eingeführt. Allerdings muss man hierfür sein Billett frühzeitig reservieren. Fahrkarten können nicht umgetauscht und rückerstattet werden. 



Neben kürzeren Reisezeiten und günstigeren Tarifen könnten auch komfortable Nachtzüge für Städtereisen an der Dominanz der Billigflieger knabbern. Der Hotel(nacht-)zug setzt sich immer stärker als Reiseform durch. Einer der Anbieter ist Elipsos Trenhotel, der die Hotelzüge "Pau Casals" (Barcelona-Zürich), "Joan Miró" (Barcelona-Paris), "Francisco de Goya" zwischen Madrid und Paris sowie "Salvador Dalí" (Barcelona-Mailand) betreibt. Im Jahr 2007 konnte Elipsos Trenhotel 353.000 Reisende in seinen Hotelzügen verbuchen. Die durchschnittliche Belegung liegt bei 80 Prozent. Die Preispolitik des Unternehmens erlaubt es zudem jedem Kunden, seine Bahnfahrt selbst zu gestalten. 



Elipsos ist ein Joint Venture der spanischen Staatsbahn "Renfe Operadora" www.renfe.com und der französischen "SNCF", das im Jahr 2001 für die gemeinsame Bewirtschaftung der Nachtverbindungen zwischen Spanien, Frankreich, Italien und der Schweiz gegründet wurde. Elipsos Trenhotel will in seinen Zügen nach eigenen Angaben den Komfort eines Hotels mit den Vorteilen des Zuges verbinden: So soll es den Fahrgästen ermöglicht werden, rasch von einer Stadt in eine andere zu reisen und am Morgen ausgeruht genau im Zentrum ihres Zieles anzukommen. Die Kunden könnten so Zeit und Geld für zusätzliche Hotelnächte und Transportkosten am Reiseziel sparen, heißt es bei Elipsos. 



Bahn-Kunden von Elipsos sind zu 71 Prozent Freizeit- und Tourismusfahrgäste. 17 Prozent besuchen Verwandte und Freunde und 12 Prozent sind Geschäftsreisende. Die meisten Reisenden sind Jugendliche: 50 Prozent der Fahrgäste sind zwischen 18 und 35 alt und das Alter von 20 Prozent liegt zwischen 36 und 45 Jahren. Laut Unternehmensangaben erfülle der Service der Hotelzüge zum Grossteil die Erwartungen der Kunden: 70 Prozent der Fahrgäste seien mit dem Zugservice zufrieden oder sehr zufrieden.

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