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Grenchen ist eine bemerkenswerte Stadt - Herbstversammlung des GVG

Freitag, 7. November 2008 in Grenchen
Professor Thomas Helbling und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Nina Steiner haben die Konsumentenstudie zum Einkaufsstandort Grenchen beleuchtet. (Foto: Joseph Weibel)
(Joseph Weibel) - Revolutionär Neues bietet die jüngst veröffentlichte Konsumentenstudie über den Einkaufsstandort Grenchen zwar nicht, aber einige wichtige Erkenntnisse können daraus gewonnen werden. Die von der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag der Stadt Grenchen durchgeführte Studie wurde vor anlässlich der Herbstversammlung des Gewerbeverbands Grenchen vorgestellt.

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Das Interesse an der bisher unter Verschluss gehaltenen Studie ist gross. Dementsprechend war der Aufmarsch der Mitglieder des Gewerbeverbands Grenchen zur offiziellen Kurzpräsentation der umfangreichen Konsumentenstudie zum Einkaufsstandort Grenchen. Die Resultate vermögen in den wesentlichen Punkten nicht sonderlich zu überraschen. Vieles war – zumindest unterschwellig – bekannt. So schien es zumindest. Die Interpretation der Resultate fiel aber von «neutraler Stelle» zum Teil erfrischend positiv aus.

Absolut überdurchschnittlich.

Professor Thomas Helbling, Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz, nahm das Innenleben dieser Studie als «neutrale Instanz» genauer unter die Lupe. Und schon früh sorgte er mit seinen Ausführungen für erstaunte Gesichter. So wurde bei der Umfrage unter über 1000 Probanden erkannt, dass die Zahl der Konsumenten aus der Region sehr gross ist, die ihren täglichen Lebensmittelbedarf in Grenchen einkaufen. Coop und Migros sind Hauptanziehungspunkte im Grenchner Zentrum. Die Umsatzgrösse wird in der Studie übrigens auf jährlich 52,2 Mio. Franken beziffert. «Die erhobenen Zahlen überraschen in ihrer Grösse und sind als absolut überdurchschnittlich zu bezeichnen.» Ein wichtiger Grund dafür folgte auf dem Fuss: Die Konsumentinnen und Konsumenten schätzen an Grenchens vor allem, dass die Geschäfte in Grenchens Zentrums alle problemlos zu Fuss erreichbar sind und geben auch den beiden Wochenmärkten eine sehr gute Note. Wirklich nicht neu ist hingegen die Tatsache, dass die umgestaltete Innenstadt kaum wahrgenommen wird und man auf dem Marktplatz nach wie vor «Leben» und die Begrünung vermisst. Ausserdem wünschte man sich noch vermehrt Gartenrestaurants auf eben diesem Platz. «Eine vielleicht subjektive Wahrnehmung», vermutet Thomas Helbling, «weil die Befragung im Zeitraum von Ende Januar bis Ende Februar stattgefunden hat.»

Kleiderkauf erfolgt auswärts.

Weniger gut schneidet hingegen der Detail- und Fachhandel ab. Nur gerade jeder vierte Grenchner kauft die Kleider in seiner Stadt ein. Ebenso viele fahren dafür nach Biel, sogar 34% nach Solothurn. Noch kleiner ist die Zahl der Konsumenten aus der Region. Aus den umliegenden Gemeinden sind es 14%, die in Grenchen ihre Kleider einkaufen, nur 8% aus den weiter entfernten Gemeinden. Klar unterdurchschnittlich fällt die Bewertung des Branchenmix aus. Die befragten Konsumenten wünschten sich wieder ein grosses Warengeschäft und eine klar grössere Auswahl an Detailhandels- und Fachgeschäften. Dann nämlich, wurde grossmehrheitlich durch die Befragten versichert, würde man häufiger in Grenchen einkaufen, wenn es mehr verschiedene Geschäfte geben würde. Helbling weist in seinem Fazit zu diesem Punkt vor allem auf die Stärken hin: Freundlichkeit des Personals, räumliche Nähe der Geschäfte, Sauberkeit im Zentrum und das verkehrsfreie Konzept. Keine Sorge bereitet den Konsumenten offenbar die vieldiskutierte Ansammlung von Randständigen auf dem Marktplatz. «Nur» gerade jeder Fünfte empfindet den temporären Aufmarsch von Randständigen als nicht zumutbar. Thomas Helbling sorgte mit einer Aussage im Saal für rote Köpfe: «Offenbar haben vor allem die Gewerbetreibenden selbst das grösste Problem damit.»

Harmonisierung der Ladenöffnungszeiten.

Als ein wirkliches Problem erkennt Helbling hingegen die uneinheitlichen Ladenöffnungszeiten. Für ihn noch vor einer Sortimentserweiterung der matchentscheidende Punkt. Die Umfrage lasse den Schluss zu, dass regelmässige Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 8 bis 18.30 Uhr (bzw. Dienstleister von 9 bis 18.30 Uhr) und am Samstag von 9 bis 16 Uhr eine gute Perspektive wären. Mit längeren Öffnungszeiten verdient man sich zwar keine goldene Nase, aber Studien zeigen klar auf, dass eine solche Massnahme mittelfristig (rund ein Jahr) keine Ertragseinbusse wegen höherer Personalkosten bewirkt.» Erstaunlicherweise mochte sich nur gerade jeder vierte Befragte für eine verlängerte Öffnungszeit am Samstag (bis 17 Uhr) aussprechen.

Beneidenswerte Stadt.

Welche Massnahmen sollen nun kurz- und mittelfristig getroffen werden, um den Einkaufsstandort Grenchen attraktiver zu machen? Die Harmonisierung der Ladenöffnungszeiten, die Förderung des Einkaufserlebnisses, das Ambiente im Zentrum und die Erweiterung des Angebots-Mix, betrachtet Dozent Thomas Helbling als die vordringlichsten Punkte. Der Gewerbeverband Grenchen hat dies in sein Pflichtenheft aufgenommen und sucht als Verstärkung politische Verbündete. «Wir haben zwei Forderungen an die Stadt», sagt GVG-Präsident Ruedi Spielmann: «Die Wirtschaftsförderung muss uns in der Förderung des Angebots-Mix unterstützen und die Stadt das nötige Ambiente auf dem Marktplatz schaffen.» Denn die Perspektiven, auf 10 oder 15 Jahre gesehen, sind durchaus positiv. Der Schweizer Detailhandel 2015 dürfte sich aus heutiger Sicht vor allem in der Standortfrage klar positioniert haben. Der Konsument will bequem einkaufen und Handelsangebote aufsuchen, die im Tagesablauf eingebettet sind, wahlweise zu Fuss, mit dem Fahrrad oder dem öV oder automobil erreichbar sind. Eine zu hohe Standardisierung, Entregionalisierung oder Kommerzialisierung – sprich: grosse Einkaufszentren am Rande von Städten wird vom Konsumenten nicht akzeptiert, wird in einer Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts vermutet. Und für das Jahr 2020 sieht das gleiche Institut noch ein anderes Szenario: «Fortschreitende Individualisierung, Zerfall traditioneller Gemeinschaften und «Versingelung» von Städten führen zu einem sozialen Vakuum. Die Menschen sehnen sich nach Nähe, Zugehörigkeit und Geborgenheit. Konsumenten suchen Orte auf, wo sie unter Menschen sind, nicht unter Kaufzwang.» Einiges vermag die Stadt Grenchen nach Meinung des Hochschulprofessors bereits zu erfüllen, so sehr, und das muss für die Gewerbetreibenden wie Balsam für die Ohren sein, «dass viele, viele Städte Sie um dieses heutige Bild beneiden.»

Abend- und Sonntagsverkäufe

Anlässlich der Herbstversammlung des Gewerbeverbands Grenchen wurde auch noch über die geplanten Abend- und Sonntagsverkäufe sowie den 12. Weihnachtsmarkt informiert. Die Sonntagsverkäufe finden am 14. und 21. Dezember 2008 (11 bis 17 Uhr) statt, die Abendverkäufe am 12. und 19. Dezember (bis 21 Uhr).
Der Weihnachtsmarkt präsentiert sich in einem schlankeren Kleid: Neben konzertanten Darbietungen können sich die Besucherinnen und Besucher in einem Häuschen-Dorf mit Geschenken, Hand- und Kunsthandwerk eindecken. Im Übrigen feiert der Gewerbeverband nächstes Jahr sein 111-Jahr-Jubiläum mit verschiedenen Aktivitäten. Unter anderem präsentiert er sich in einer Jubiläums-Halle an der Mia und führt eine Ausstellung im Kulturhistorischen Museum durch.


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Do, 02.07 21:19
Ab Samstag schlagen die Basler-Chaoten Grenchen kurz und klein. Wer zahlt?
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...nun ja, wenn sie denn wenigstens abstinent wären die Ayatollahs von der SVP, aber es macht sich immer noch gut, volksnah die Feldschlösschen- [...]
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Dasselbe entlang den Hauptstrassen; Z.B. von Grenchen nach Solothurn o.a. Dasselbe Bild- was aber nur sichtbar wird, wenn man "langsam" unterw [...]
Mi, 01.07 17:37
Ich bin zwar kein "Sozi"... aber allen Respekt, dass war ein grundehrlicher Sozialdemokrat, der die Sprache der Arbeiter sprach!
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Alle monate wieder fliegt irgendwo eine Anlage auf, na und? Die Hanfgegner müssen einsehen dass halt trotzdem gekifft wird, ob es der SVP und [...]



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