Weniger Fastfood-Werbung im TV - Unternehmen steuern über andere Medien auf Kinder zu
Dienstag, 21. Oktober 2008
in Verschiedenes
Themenbild: www.pixelio.de
Die Unternehmen ziehen ihre Spots aus dem TV ab und versuchen, Kinder und Jugendliche mit ihrer Junkfood-Werbung anderswo zu erreichen, wie eine Studie des britischen Gesundheitsministeriums zeigt. Grund dafür sind vor allem die verschärften Richtlinien seitens der Aufsichtsbehörde Ofcom, die im vergangenen Jahr im Kampf gegen die schlechte Ernährung nachkommender Generationen eingeführt wurden.
Laut der Untersuchung haben die Lebensmittel-Konzerne ihre Werbeaktivitäten, die sich direkt an Kinder und Jugendliche richten, zwischen den Jahren 2003 und 2007 insgesamt in allen Medien um 41 Prozent zurückgefahren. Am deutlichsten zeigt sich der Rückgang im Fernsehen. Doch wie auch andere Studien aus diesem Jahr belegen, verlagern die Unternehmen ihr Fastfood-Marketing dafür verstärkt auf alternative Kanäle, nicht zuletzt das Internet.
So ging die TV-Werbung im Bereich Fastfood innerhalb von fünf Jahren um 46 Prozent zurück. Die an Kinder gerichteten Printanzeigen erfuhren hingegen einen Zuwachs von 42 Prozent. In den Bereichen Radio, Internet und Kino zeigte sich ein Anstieg um elf Prozent. So sei es zwar erfreulich, dass es weniger Spots im TV zu sehen gebe, die eine schlechte Ernährung der Jugendlichen fördern. Doch nun müssten andere Medientypen stärker ins Visier genommen werden, sagt Gesundheitsministier Dawn Primarolo. "Ich hoffe, die Industrie wird weiterhin ihren Teil der Verantwortung übernehmen und das Bewerben von Produkten mit hohem Fett-, Salz- und Zuckeranteil reduzieren."
Abseits der Ofcom-Richtlinien bestehen auch EU-weit geltende Regelungen, was das Werben im Umfeld von Kindersendungen betrifft. Auf die betreffende Fernsehrichtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" beruft sich auf Nachfrage von pressetext beispielsweise auch das österreichische Gesundheitsministerium. Außerdem sei auf die EG-Verordnung 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel zu verweisen, die vorsieht, dass Angaben über die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern grundsätzlich einem Zulassungsverfahren unterliegen. "Die Werbung ist hier inkludiert", heißt es seitens des Ministeriums.
Die Konzerne selbst haben sich ebenfalls einem EU-weiten Selbstregulierungspakt verpflichtet. Demnach soll freiwillig auf Fastfood-Werbung, die sich an unter Zwölfjährige richtet, verzichtet werden. Konsumentenschutzorganisationen wie der britische Verband Which? kritisieren allerdings, dass dieser Rahmen keineswegs eingehalten werde. Die Konsumentenschützer fordern daher auch seitens der Ofcom noch stärkere Einschränkungen. Der Bericht des britischen Gesundheitsministeriums wird allerdings eher die Unternehmen in ihrer Argumentation stützen. Immerhin geht daraus hervor, dass Fastfood-Promotion zwischen 2003 und 2007 insgesamt einen Rückgang von 71 Prozent erfahren hat.





