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Baudirektion will in Grenchen drei neue Begegnungszonen schaffen

Dienstag, 14. Oktober 2008 in Grenchen
Die neuen Begegnungszonen in Grenchen. (Grafik: Baudirektion)
(Baudirektion Grenchen) - Ein vom Durchgangsverkehr entlastetes Zentrum ist für Geschäfte und Kunden in Grenchen attraktiver und lässt mehr Einkaufsverkehr zu. Im Zentrum sind heute insgesamt rund um die Uhr gegen 800 öffentliche Parkplätze verfügbar. Damit das Zentrum weiter entlastet werden kann, will die Grenchner Baudirektion bis 2012 drei weitere Begegnungszonen realisieren. (Siehe nebenstehende Grafik)

2001/2002 beteiligte sich die Stadt mit der namhaften Summe von Fr. 4.5 Mio. am öffentlichen Parkhaus Zentrum Coop. Mit dem neuen Buskonzept legten BGU und Stadt 2004 gemeinsam die Basis für die neue Zentrumsaufwertung. Von Seiten der Gewerbetreibenden an der Bahnhoftrasse liegt zudem das Begehren vor, die bestehende Begegnungszone auf den Bereich der oberen Bahnhofstrasse auszudehnen. Im Juni 2008 beschloss nun der Gemeinderat Feinkorrekturen und Ergänzungen zugunsten eines attraktiven Zentrums und eines reibungslosen Funktionierens des öffentlichen Verkehrs.

Mit der Eröffnung der A5 hat die Stadt Grenchen die Chancen genutzt, das bisher durch die Hauptverkehrsstrasse T5 stark belastete Ortszentrum vom Verkehr zu entlasten und den Strassenraum neu in Wert zu setzten. Als eine der wichtigsten Massnahmen wurde hierfür auf der Bettlach- Solothurn- und unteren Kirchstrasse Begegnungszonen eingeführt, welche den bisherigen Ost-West-Durchgangsverkehr wirkungsvoll auf die teilweise neuen Strassenzüge (Autobahn A5, Spange Ost, Spange West) umleiten.

Gemäss Verkehrskonzept der Stadt Grenchen, soll der Verkehr der nördlichen Gebiete am Jurasüdfuss zur A5 über die Spangen Ost und West geleitet werden, um damit das Stadtzentrum vom Nord-Süd-Verkehr zu entlasten. Die aktuelle Verkehrssituation in Grenchen zeigt nun eine unerwünschte Tendenz der Verkehrsentwicklung im Zentrum. Die bisherigen Massnahmen greifen zu wenig. Nach wie vor ist die Achse Kirchstrasse - Bahnhofstrasse - Unterführungsstrasse zu stark vom Durchgangsverkehr mit zum Teil gegen 10'000 Fahrten belastet. Dies führt zunehmend zu einer Behinderung des öffentlichen Verkehrs und zu einer starken Belastung (Verkehr, Lärm, Luft) des Stadtzentrums. In Zahlen ausgedrückt hat der Individualverkehr zwischen 2005 und 2007 auf der Kirchstrasse durchschnittlich um 17% und auf der Bahnhofstrasse um 15% zugenommen. Mit den beschlossenen Feinkorrekturen kommt der Gemeindrat den Anliegen der Gewerbetreibenden, an der oberen Bahnhofstrasse eine neue Begegnungszone einzurichten, vollumfänglich nach. Alle heutigen Parkplätze bleiben bestehen.

Die beschlossenen Feinkorrekturen und Ergänzungen sind im Sinne der Zielsetzungen des Gemeinderates, welche bereits im März 2006 zugunsten eines attraktiven Zentrums und eines reibungslosen Funktionierens des öffentlichen Verkehrs definiert wurden. Dabei sollen folgende Ziele erreicht werden:
• Verbesserungen der Bedingungen für den öffentlichen Verkehr.
• Verlagerung des unerwünschten Durchgangsverkehrs im Zentrum auf die West- und Ostspange.
• Aufwertung der Aussenräume für Kunden und Geschäfte.

Die vier folgenden Massnahmen wurden beschlossen und ordentlich publiziert:
Hinweis auf Öffentlicher Verkehr mit dem Gefahrensignal BUS bei Knoten Kirchstr. / Bettlachstr.
Hier handelt es sich nicht um eine Anpassung des Vortrittsregimes. Wie in Begegnungszonen üblich, soll weiterhin Rechtsvortritt gelten. Mit zwei Hinweistafeln wird der Motorisierte Individualverkehr (MIV) dazu angehalten werden, dem Busverkehr den Vortritt zu gewähren. Dies gilt vor allem für Fahrzeuge aus der Kirchstrasse. Zur Anbringung können bestehende Kandelaber verwendet werden, was die Möglichkeit bietet, die Hinweistafeln zu beleuchten.
Anpassung Vortrittsregime und Begegnungszone Rainstrasse.

Die Anpassung des Knoten Centralstr./ Rainstr. dient ebenfalls der Förderung des öffentlichen Busverkehrs.
Momentan müssen Busse über eine Trottoirüberfahrt fahren, womit ihnen der Vortritt gegenüber den anderen Richtungen entzogen wird. Durch Anpassung der vorderen Trottoirkante wird das Vortrittsregime Rechtsvortritt eingeführt und alle Richtungen gleichberechtigt. Da die Achse Rainstrasse – nördliche Centralstrasse keine wichtige Bedeutung als MIV - Achse hat, ist diese Änderung des Verkehrsregimes für den MIV nicht von Bedeutung. Eine Begegnungszone auf der Rainstrasse wird nach Norden (Centralstrasse) und nach Westen bis auf die Höhe der Parkplatzausfahrt Postplatz Nord erstellt. Eine minimale lichte Breite von ca.6.00 m, zur Gewährleistung von Kreuzungsmanövern zwischen schweren Motorwagen, bleibt dabei eingehalten.

Anpassung Vortrittsregime Knoten Kirch- / Rainstrasse
Die Achse Kirchstrasse – Rainstrasse – Centralstrasse – Kirchstrasse – Bahnhofstrasse ist eine der wichtigsten und meist befahrenen Streckenabschnitte der BGU. Durch eine Anpassung der Vortrittsregelung am Knoten Kirchstrasse / Rainstrasse entsprechend der beschriebenen Achse kann der öffentliche Busverkehr unterstützt werden. Busse müssen bei der Einfahrt in die und aus der Rainstrasse nicht mehr auf den vortrittsberechtigten Verkehr auf der Kirchstrasse achten. Bezüglich dieser Massnahme ist jedoch noch eine Einsprache hängig, sie muss deshalb zurückgestellt werden.

Neue Begegnungszone Bahnhofstrasse
Auf Wunsch der in der Bahnhofstrasse ansässigen Geschäfte und der doch erhöhten Passantenfrequenz, wird auf dem Teilstück der Bahnhofstrasse zwischen Solothurnstrasse und Storchengasse eine Begegnungszone errichtet werden. Hierfür ist die Errichtung von zwei Torsituationen notwendig. Der Strassenraum auf diesem Teilstück der Bahnhofstrasse ist heute bereits durch versetzt angeordnete Parkierung und dazugehörigen Gestaltungselementen aufgeteilt und genügt damit minimalen gestalterischen Anforderungen an ein Begegnungszone. Als definitive Massnahme ist eine gestalterische Lösung ähnlich wie Solothurnstrasse vorgesehen. Dadurch würden in allen Begegnungszonen im Zentrumsbereich von Grenchen einheitliche Gestaltungsmerkmale im Strassenraum geschaffen. Dies kann zu einer erhöhten Beachtung des damit bezweckten angepassten Fahrverhaltens beitragen.

Für die kurzfristige Umsetzung der notwendigen Massnahmen werden nur minimale bauliche Eingriffe vorgeschlagen uns sollen mit max. Kosten Fr. 65'000.-- realisiert werden. Mindestens in drei der betroffenen Bereiche werden in den nächsten Jahren ohnehin grössere Sanierungsarbeiten fällig, welche im Finanzplan bereits berücksichtigt sind:
• 2011 Bahnhofstrasse Nord: Löwenkreuzung bis Storchengasse, Kanalisationsersatz und Strassenbau.
• 2012 Kirchstrasse Süd: Rainstrasse bis Bettlachstrasse, Belagsersatz.
• 2012 Centralstrasse Süd / Rainstrasse, Schild Hugi-Strasse bis Rainstrasse: Neugestaltung Strassenraum.

Die nun vorgeschlagenen Massnahmen können dann im Zusammenhang mit diesen Arbeiten definitiv umgesetzt resp. gestalterisch angepasst werden.

Kommentare
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Mir gefällt die Idee !
So machen auch die "realisierten Umfahrungen" zur Autobahn einen Sinn.
Als Fussgänger (und Autofahrer) - begrüsse ich das !
#1 oli am 14.10.2008 19:01 (Antwort)

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