pgm communications
   Hinzufügen zu Google Reader oder Startseite   Hinzufügen zu My Yahoo

Überhöhte Geschwindigkeit ist häufigste Unfallursache

Samstag, 27. September 2008 in Grenchen
Themenbild (Polizei Kanton Solothurn)
(bfu) - Schnelles oder zu schnelles Fahren führt in Europa zu einem Drittel aller Unfälle. Zu diesem zentralen Problem der Strassenverkehrssicherheit haben der Europäische Verkehrssicherheitsrat ETSC und die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung heute in Bern eine gemeinsame Tagung durchgeführt. Experten analysierten Ursachen und diskutierten Massnahmen.

"Mehr als 1,2 Millionen Menschen sterben jährlich weltweit im Strassenverkehr. Das sind täglich 3300 Personen, stündlich etwa 140!" Diese erschreckenden Zahlen stellte Hauptreferent Raphael Denis Huguenin von der bfu an den Anfang seiner Ausführungen. "Jeder dritte Todesfall im Strassenverkehr ist durch zu hohe Geschwindigkeit mindestens mitverursacht. Es ist deshalb konsequent, Aktionen, Programme und Massnahmen zu fördern und zu fordern, um diesem Unfallschwerpunkt zu begegnen." Huguenin führte weiter aus, dass eine Erhöhung des Tempos um 5 Prozent zu rund 10% mehr Unfällen mit Verletzten, 16% mit Schwerverletzten und 25% mit Getöteten führt. Im Strassenverkehr sollte Tempo deshalb – im Gegensatz etwa zum Motorsport – nicht Selbstzweck, sondern geeignetes Mass zur sicheren Mobilität sein. Die angemessene Geschwindigkeit ist für Huguenin demzufolge jene, welche die gewünschte Mobilität erlaubt und das angestrebte Sicherheitsniveau garantiert.

Die Wirklichkeit ist allerdings oft eine andere. Huguenin: "Geschwindigkeitsübertretungen sind ein Massendelikt! In der Schweiz werden die Tempolimiten innerorts von durchschnittlich 20% der Lenker überschritten. Ausserorts steigt diese Zahl auf 25%, auf Autobahnen gar auf 40%." Hauptsünder sind dabei vor allem junge Männer. Die meisten dieser Autofahrer erwarten weder von der Polizei kontrolliert zu werden noch glauben sie, besonders hohe Risiken einzugehen. Vielmehr sind sie überzeugt, ihre geistigen und fahrerischen Fähigkeiten würden ihnen erlauben, die Geschwindigkeiten zu überschreiten, ohne damit das Unfallrisiko zu erhöhen. Ein fataler Irrtum, wie die Zahlen zeigen ... Oder anders formuliert: Würden sich in der Schweiz alle Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsvorschriften halten, müssten jährlich etwa 60 Menschen weniger sterben.

Klaus Machata vom österreichischen Kuratorium für Verkehrssicherheit KfV ging der Frage nach, welche technischen Massnahmen die Geschwindigkeit reduzieren könnten. Dabei plädierte er – unter anderem – für die "selbsterklärende Strasse", die ausgeschilderte Tempolimiten und Polizisten am Strassenrand teilweise überflüssig machen sollte, sowie für die "intelligente Geschwindigkeitsassistenz", die dem Lenker das jeweilige Tempo permanent im Fahrzeug darstellt. Für sinnvoll erachtet Machata auch (begründete) variable Tempolimiten auf Autobahnen und die sogenannte "section control". Dabei wird die Geschwindigkeit nicht mehr an einem Punkt gemessen, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer Strecke von mehreren Kilometern ermittelt. Steve Stradling vom britischen Transport Research Institute TRI brachte auf den Punkt, was wohl viele Tagungsteilnehmer dachten: "Es ist bedauerlich, dass in unserer Gesellschaft Fahren unter Alkoholeinfluss verpönt ist, Geschwindigkeitsübertretungen aber immer noch als Kavalierdelikt gelten!"

Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
   
  Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
   
 

Umfragen

Aufgrund der Einsprachen und der vielen Vorschriften verzichtet das Restaurant Hot Soup auf ein Gartenrestaurant. Wie beurteilen Sie diesen Entscheid des Wirtepaares?
find ich schade
find ich gut
Ist mir egal

Archive

Die letzten 5 Kommentare

Fr, 03.07 07:30
Lieber Michael Wenn du's noch nicht gesehen hast.....am Samstag spielt Basel noch nicht, somit ist Grenchen für dich am Samstag noch ein sicher [...]
Do, 02.07 21:19
Ab Samstag schlagen die Basler-Chaoten Grenchen kurz und klein. Wer zahlt?
Do, 02.07 08:03
Sei doch froh, dass es die “Ayatollahs“ von der SVP gibt, dass gibt wieder Arbeit und Brot für Ärzte, Pharma, Psychologen, Therapeuten, etc und [...]
Mi, 01.07 18:02
...nun ja, wenn sie denn wenigstens abstinent wären die Ayatollahs von der SVP, aber es macht sich immer noch gut, volksnah die Feldschlösschen- [...]
Mi, 01.07 17:46
Dasselbe entlang den Hauptstrassen; Z.B. von Grenchen nach Solothurn o.a. Dasselbe Bild- was aber nur sichtbar wird, wenn man "langsam" unterw [...]
Mi, 01.07 17:37
Ich bin zwar kein "Sozi"... aber allen Respekt, dass war ein grundehrlicher Sozialdemokrat, der die Sprache der Arbeiter sprach!
Mi, 01.07 14:49
Alle monate wieder fliegt irgendwo eine Anlage auf, na und? Die Hanfgegner müssen einsehen dass halt trotzdem gekifft wird, ob es der SVP und [...]



z.B. Taxi, Party, Clubbing
Powered by local.ch