Kolumne: Strafe statt Ruhm
Donnerstag, 25. September 2008
in Kolumnen
Als ich neulich mit meinem Punto in eine Kurve bog, blitzte es und vor meinen Augen erschien ein grelles Licht. „Schei…“, rief ich. Doch so blitzartig mein Gutelaune-Pegel in den Keller fiel, so schnell schoss er auch wieder nach oben.
„Vor meinen Augen erschien ein grelles Licht.“ Genau mit diesen Worten beschrieb Nicola Iacaruso im Oktober 2004 ein sehr spezielles Erlebnis. Damals wurde der Grenchner auf der Archstasse in seinem Auto vom Blitz getroffen. Dies machte ihn zu einer kleinen Berühmtheit. Ja, sogar einen Auftritt bei Günther Jauch in Spiegel-TV hatte Iacaruso.
Und nun hat meine Stunde des Ruhms geschlagen. Denn auch ich wurde vom Blitz erwischt, in meinem Auto und zwar genau wie Iacaruso auf der Archstrasse. In meinem Kopf kreisten schon die Gedanken, was ich in den Interviews alles erzählen werde und wie ich mit Günther Jauch im Studio sitze.
Gespannt wartete ich auf eine Einladung. Jeden Tag öffnete ich voller Erwartungen den Briefkasten. Doch es kam nichts. Und wieder nichts. Und wieder nichts …
Rund drei Wochen nach dem Blitz dann endlich eine Reaktion. Der Brief war aber weder von Spiegel TV noch von einer anderen Sendung. Er kam von der Polizei. Für was für ein Magazin wollen die mich denn bitteschön interviewen? Muss aber was Grosses sein, denn ich muss schon im Voraus 250 Franken bezahlen.





