Jodeln, Geschichten und Poetry-Slam - 2. Grenchner Kulturnacht mit vielen Highlights
Dienstag, 16. September 2008
in Kultur
Ein Highlight der 2. Kulturnacht: Christine Lauterburg. (Foto: Sabine Waelti)
Hätte die 2. Grenchner Kulturnacht draussen stattgefunden, wäre der Anlass im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen - das Wetter war nämlich denkbar schlecht. Aber das Organisationsteam unter der Leitung des Amtes für Kultur hatte vorgesorgt und so konnten die Gäste das ganze musikalische und literarische Programm im Trockenen mitverfolgen.
So wurde der Auftakt des Abends in die Alte Turnhalle verlegt, wo die Besucherinnen und Besucher mit einem Auftritt der Grenchner Stadtmusik empfangen wurden und einen Apéro der Grenchner Winzer serviert bekamen. Dazu konnten die Gäste einen Künstlerbutton erwerben, welcher zugleich als Eintrittsticket galt: Gestaltet wurden die Buttons von Sarah Weya, Hanspeter Schumacher, Natalie Sedlacek und Mario Castori.
Mit einem Besen und im leuchtend pinkfarbenen Kleid tanzte sich später Christine Lauterburg durch die Publikumsreihen auf die Bühne. Begleitet wurde die bekannte Schweizer Sängerin durch Dide Marfurt und Simon Dettwiler von der Folk-Formation Doppelbock. Mit ihrer Power-Stimme jodelte sie sich in die Herzen der Zuhörenden, die beiden Musiker begleiteten sie unter anderem mit Schwyzerörgeli, Maultrommel, und Drehleier. Mit Liedern über das Verliebt-Sein, den Krieg und - passend zu jenem Tag - über das schlechte Wetter, verband das Trio Traditionelles mit Modernem.
Mit Liedern ging es anschliessend weiter - mit dem Berner Liedermacher Nils Althaus. Die Gäste -fast alle nicht mehr im Teenie-Alter - besuchten dazu den Jugendraum des Lindenhauses, wo der junge Sänger mit seinen Liedern zum Nachdenken, vor allem aber zum Schmunzeln anregte. Er sang unter anderem eine "Kampfansage gegen die Einkaufswägeli", ein Lied über ein gewöhnliches Schweizer Ehepaar, welches den Tango für sich entdeckt hat oder ein Song über das Vergessen - sein Name "Dr Dings". Die Besucherinnen und Besucher waren begeistert: "Richtig guet, herrlich" meinte eine von ihnen.
Lebensgeschichten von Frauen über 80 - das war das Thema des nächsten Beitrags. Die Autorin Susanna Schwager las im Stadtarchiv aus ihrem Buch "Das volle Leben" und liess eine der von ihr porträtierten Frauen sprechen: Obwohl die Hebamme Marie Zürcher ganz und gar nicht nur über Lustiges berichtete, entlockte die starke Frau, welche Susanna Schwager in ihrem Buch sprechen lässt, mit ihren Erinnerungen den Zuhörenden mehrmals ein herzhaftes Lachen.
In den Räumen des Kleintheaters bot Etrit Hasler einen temporeichen Poetry-Slam. Mit geschliffenem, schnellen Bühnendeutsch berichtete der junge St. Galler Künstler über das Dichter-Dasein, darüber, was nach dem Tod von uns übrig bleibt und im Rahmen eines Beitrags, der "kein Liebesgedicht" sein soll - über die Liebe. Zwischen seinen wort- und temporeichen Beiträgen nahm er in seinem Dialekt Kontakt mit den Gästen auf, fragte, ob man ihn so denn verstehe und bemerkte, er wisse, er rede "e bitzeli viel". Das Publikum hatte zwar schon vor ihm schon einiges gehört, trotzdem hörte es dem Wortakrobaten aufmerksam und fasziniert zu.
Ausklingen lassen, im wahrsten Sinne des Wortes, konnten die Gäste den Abend im Kunsthaus Grenchen. Dort waren von der Gruppe Barrio Loco heiter-fröhliche Rumba- und Flamenco-Klänge zu hören.





