pgm communications
   Hinzufügen zu Google Reader oder Startseite   Hinzufügen zu My Yahoo

Bibel: Qumran-Schriftrollen werden online veröffentlicht

Sonntag, 7. September 2008 in Verschiedenes
Fragmene der Qumran-Schriftrollen. (Bild: pte)
(pte) - Die israelische Behörde für Altertümer Israel Antiquities Authority http://www.antiquities.org.il hat ein sehr ambitioniertes Projekt gestartet: In den kommenden fünf Jahren will ein Forscherteam von Dutzenden Spezialisten die rund 2.000 Jahre alten Schriftrollen von Qumran, auch bekannt als die "Texte vom Toten Meer", zur Gänze digitalisieren und im Internet veröffentlichen.

Die Schriftrollen, die zwischen 1947 und 1956 in elf Höhlen an der Nordwestecke des Toten Meeres östlich von Jerusalem gefunden wurden, zählen heute unbestritten zu den wichtigsten archäologischen Funden des vergangenen Jahrhunderts. Sie umfassen tausende Fragmente, die zu insgesamt rund 900 Handschriften gehören. Darunter befinden sich sowohl die frühesten bekannten Kopien der verschiedenen Bücher der Hebräischen Bibel, außerbiblische Schriften, die sogenannte Apokryphen, sowie bis dato gänzlich unbekannte Schriften. 



"Die in Qumran gefundenen Schriftrollen stammen aus dem Zeitraum zwischen dem dritten Jahrhundert vor und dem ersten Jahrhundert nach Christus. Diese Zeit ist historisch gesehen enorm wichtig, weil in ihr die Weichen sowohl für das frühe Christentum als auch für das rabbinische Judentum gestellt worden sind", erklärt Armin Lange, Qumran-Experte des Instituts für Judaistik der Universität Wien http://www.univie.ac.at , im Gespräch mit pressetext. Die Schriften von Qumran würden ein Stück gemeinsames Kulturgut darstellen, das nicht nur für Juden- und Christentum von immenser Bedeutung sei, sondern auch für den Islam. "Durch diese Texte haben wir eine gute Chance zu lernen, wie wir uns aus gemeinsamen Wurzeln heraus entwickelt haben. Ihre Erforschung ermöglicht uns ein besseres gegenseitiges Verständnis und trägt somit auch zu einem friedlichen Miteinander der verschiedenen Weltreligionen bei", betont Lange. 



Dem von der israelischen Behörde für Altertümer gestarteten Digitalisierungsprojekt komme deshalb eine immens hohe Bedeutung zu. "Bislang wurde der Zugang zu den Schriftrollen nur wissenschaftlich qualifizierten Experten gewährt. Durch die Digitalisierung wird nun auch bald die breite Öffentlichkeit die Möglichkeit haben, einen Blick auf diese Texte zu werfen", erläutert Lange. Entscheidender Faktor für den Nutzen der Initiative werde aber letztendlich wohl auch die Kostenfrage sein. "Über die Kosten des Zugangs zu den digitalisierten Texten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinerlei Angaben. Die seit einiger Zeit erhältlichen CD-ROM-Datenbanken zu den Qumran-Texten, die zum Teil eine schlechte Bildqualität aufweisen, sind nicht gerade billig", merkt Lange an. Durch das im Rahmen des Projekts angewandte Hightech-Digitalisierungsverfahren würden die Texte für die wissenschaftliche Arbeit in einer weitaus besseren Qualität aufbereitet als bisherige Fassungen. 



Das internationale Herausgeberteam der Texte vom Toten Meer hatte bereits im Jahr 2001 nach mehr als 50-jähriger Arbeit die Veröffentlichung der Schriftrollen in der offiziellen Edition "Entdeckungen in der judäischen Wüste" abgeschlossen. "Von wenigen Fragmenten abgesehen, sind die Texte zumindest in vorläufigen Editionen sowie in englischen und auch deutschen Übersetzungen mittlerweile zu 99 Prozent veröffentlicht worden. Auf Mikrofilm stehen Photographien aller Schriftrollen bereits seit Mitte der 1990er-Jahre in jeder guten Wissenschafts-Bibliothek zur Verfügung", so Lange abschließend.

Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
   
  Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
   
 

Umfragen

Aufgrund der Einsprachen und der vielen Vorschriften verzichtet das Restaurant Hot Soup auf ein Gartenrestaurant. Wie beurteilen Sie diesen Entscheid des Wirtepaares?
find ich schade
find ich gut
Ist mir egal

Archive

Die letzten 5 Kommentare

Fr, 03.07 07:30
Lieber Michael Wenn du's noch nicht gesehen hast.....am Samstag spielt Basel noch nicht, somit ist Grenchen für dich am Samstag noch ein sicher [...]
Do, 02.07 21:19
Ab Samstag schlagen die Basler-Chaoten Grenchen kurz und klein. Wer zahlt?
Do, 02.07 08:03
Sei doch froh, dass es die “Ayatollahs“ von der SVP gibt, dass gibt wieder Arbeit und Brot für Ärzte, Pharma, Psychologen, Therapeuten, etc und [...]
Mi, 01.07 18:02
...nun ja, wenn sie denn wenigstens abstinent wären die Ayatollahs von der SVP, aber es macht sich immer noch gut, volksnah die Feldschlösschen- [...]
Mi, 01.07 17:46
Dasselbe entlang den Hauptstrassen; Z.B. von Grenchen nach Solothurn o.a. Dasselbe Bild- was aber nur sichtbar wird, wenn man "langsam" unterw [...]
Mi, 01.07 17:37
Ich bin zwar kein "Sozi"... aber allen Respekt, dass war ein grundehrlicher Sozialdemokrat, der die Sprache der Arbeiter sprach!
Mi, 01.07 14:49
Alle monate wieder fliegt irgendwo eine Anlage auf, na und? Die Hanfgegner müssen einsehen dass halt trotzdem gekifft wird, ob es der SVP und [...]



z.B. Taxi, Party, Clubbing
Powered by local.ch