Kolumne: Mit Kurt am Grenchner Fest
Donnerstag, 4. September 2008
in Kolumnen
Etwa zwei Stunden später traf ich Kurt wieder im Raclette-Stubji des Walliservereins. Kurt erzählte gerade, wie er damals in Fiesch einen Kristall gefunden hatte, der mindestens 25 (oder waren es 26) Kilogramm gewogen hat.
Am Samstag traf ich Kurt beim Turnverein und er erzählte mir von seinem Besuch am Oktoberfest und wie er an einem Abend 16 (oder waren es 17) Mass Bier getrunken hat. Im grossen Festzelt beim FC Wacker schwärmte er zwei Stunden später von seinen Grillkünsten und zählte all die Grill-Kurse auf, die er bei den verschiedenen Metzgern schon besucht hatte.
Kurz bevor ich nach Hause ging, sah ich Kurt beim Curling-Club sitzen. „Weisch no damals im Elsass“, rief er mir zu, „wo mer zäme sächs (oder waren es 7) Fläsche Gwürztraminer kippet hei ...“
Am Sonntag schliesslich traf ich Kurt auf dem Marktplatz. Er wollte sich gerade ein Bami Goreng holen. Doch ich konnte ihn zu einer Militär-Käseschnitte überreden.
Und nun kam meine Zeit. Kurt war nämlich militäruntauglich und so konnte ich ihm erzählen von meinen Erlebnissen auf der Wichlen-Alp, wie wir den Flugplatz bei Stans von russischen LuLa befreit haben, welche Gewaltmärsche wir damals (heute ist natürlich auch im Militär alles anders) zurückgelegt haben und wie ich mir eine Glatze habe schneiden lassen, nur um den Feldweibel zu ärgern.
Und Kurt konnte nicht mithalten. „Warst du schon mal in der Schaukäserei?“, fragte er und wollte so das Gespräch wieder an sich reissen. „Natürlich, damals, 1985 im KVK, vor dem grossen WK in Iseltwald“, fiel ich ihm ins Wort. Manchmal ist Rache einfach süss. Als mich Kurt aber später noch zu einer Crêpe einladen wollte, winkte ich ab. Die Geschichte, wie er in St. Tropez von einem Hai verfolgt wurde, die hab ich schon mindestens hundertmal gehört ...





