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Kultur-Historisches Museum Grenchen startet Um- und Ausbau

Donnerstag, 28. August 2008 in Grenchen
Fred Fasnacht, Angela Kummer und Lukas Walter zeichnen für den Umbau verantwortlich. (Foto. Sabine Waelti)
(Sabine Waelti) - Das Kultur-Historische Museum Grenchen wird um- und ausgebaut und erhält eine neue Gesamtausstellung. Auch während der Umbauphase lädt es zu einer Ausstellung - an verschiedenen Plätzen in der Stadt.

“Im Baedeker Schweiz 2002 steht, Grenchen verfüge über zwei besuchenswerte Museen. Keines davon ist das Kultur-Historische Museum. Das wollen wir ändern”, sagt Lukas Walter, Vizepräsident des Stiftungsrates.

In der Tat wird das Kultur-Historische Museum in den nächsten Monaten einige Änderungen erfahren: Ab September wird das Gebäude an der Absyte 3 um- und ausgebaut. An der Westfassade wird ein Lift in einem gläsernen Schacht angebaut: “Somit werden unsere Ausstellungen auch für Gehbehinderte zugänglich”, erklärt Lukas Walter.
“Zudem werden wir durch den Umbau mehr Platz zur Verfügung haben”, so Walter. So entsteht ein neuer Ausstellungsraum in Dachstock - dieser wird nämlich ausgebaut. Auch der Keller wird saniert - er soll künftig als Vorbereitungsraum für Ausstellungen dienen.

Auch was das Angebot des Museum betrifft, wird es einige Neuerungen geben: “Das Kultur-Historische Museum bleibt ein Ortsmuseum, wir werden aber künftig die Zeit der Industrialisierung zu unserem Schwerpunktthema machen”, erklärt Lukas Walter. Den Hauptfokus werde das Museum nicht auf die Uhrenindustrie richten, da seien bereits entsprechende Angebote in Grenchen vorhanden, etwa im ZeitZentrum. “Wir wollen in erster Linie aufzeigen, wie sich die Industrialisierung auf den Alltag der Menschen ausgewirkt hat.” Nach wie vor werden regelmässig Sonderausstellungen stattfinden: “Diese werden immer einen Bezug zum Schwerpunktthema Industrialisierung haben. Und mit jeder Sonderausstellung wollen wir auch einen Teil der Gesamtausstellung auswechseln.”

Besonders das junge Publikum wollen die Verantwortlichen in Zukunft vermehrt ansprechen. “Wir wollen mehr Dinge zum Anfassen bieten und Filme zeigen.” Greifbar gemacht werden die Ausstellungen den Gästen in Zukunft auch durch die Identifikationsfigur “Herr Gschwind”. Dahinter steckt der Uhrenfabrikarbeiter Adolf Gschwind (1886-1966), welcher seine Erinnerungen niederschrieb.

Die Verantwortlichen rechnen damit, dass das Museum im März oder April 2009 wieder seine Türen öffnet. “In der Zwischenzeit bieten wir aber trotz der geschlossenen Türen eine Sonderausstellung an”, sagt Stiftungsratspräsident Alfred Fasnacht. Diese widmet sich dem Generalstreik in Grenchen im Jahr 1918 und wird an diversen Orten in der Stadt vor allem mittels Plakatwänden präsentiert werden. Geplant sind Führungen, welche durch Grenchen Tourismus organisiert werden sowie szenische Führungen mit Iris Minder. Am 14. November wird zudem eine Gedenktafel auf dem Zytplatz eingelegt, welche an die drei Arbeiter erinnern soll, welche damals während des Streiks erschossen wurden.

Im Frühling 2009 wird das Museum wieder seine Türen öffnen, pünktlich auf seinen runden Geburtstag: 2009 wird es nämlich zehn Jahre alt. “Dies werden wir mit verschiedenen Veranstaltungen feiern”, so Alfred Fasnacht.

Die neue Gesamtausstellung mit dem Schwerpunkt Industrialisierung, welche ab Jubiläumsjahr 2009 zu sehen sein wird, basiert auf einer Sammlung, welche vor kurzem fertig inventarisiert worden ist. “Die ganze Sammlung kann vollständig auf unserer Website besichtigt werden”, sagt Angela Kummer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, Während der Inventarisierung habe man festgestellt, dass dem Museum noch einige Gegenstände fehlen würden. “Wir nehmen gerne Schenkungen und Leihgaben von Privaten entgegen. Viele Leute werfen Alltagsobjekte fort, welche wir noch brauchen könnten”, so Angela Kummer.

Website: www.museums-gesellschaft.ch.
Kontakt betreffend Leihgaben oder Schenkungen für die Sammlung: Angela Kummer, 077 407 12 35 oder angela.kummer@gmx.ch

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