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Sommeroper Selzach: Hauptdarstellerin erkrankt - Barbara Locher hilft brillant aus

Donnerstag, 14. August 2008 in Kultur
Während Maria Leyer (links) in Kostüm und Maske als Primadonna agiert, singt Barbara Locher seitlich auf der Bühne stehend den schwierigen Part der anspruchsvollen Partie. (Foto: zvg)
(Gottfried Lothar) - Am Mittwoch, den 13. August 08, gab es während der laufenden 11. Spielzeit der Sommeroper in Selzach eine weitere Première. Die beliebte Sängerin Maria Leyer hatte sich bei den vorangegangenen Aufführungen des diesjährigen Grosserfolges mit „Viva la Mamma!“ von Gaetano Donizetti durch Zugluft eine neuralgische Erkrankung im Gesicht zugezogen.

Dieses Leiden legte sich auf die Stimmbänder der Sängerin der Primadonna Corilla Sartinecchi, so dass es ihr unmöglich war, den schwierigen Anforderungen der Gesangspartie gerecht zu werden. Um die Vorstellung nicht ausfallen lassen müssen, ersann das Produktionsteam folgende Lösung: Maria Leyer, bestens vertraut mit den Anforderungen der Inszenierung, spielte und sprach ihren Part, und Barbara Locher, die bekannte Sängerin aus Feldbrunnen, erklärte sich bereit, kurzfristig die gesanglichen Teile von der Bühnenseite her zu übernehmen.

So sahen die Zuschauer im vollbesetzten ehemaligen Passionsspielhaus etwas, das innert eines normalen Theaterbetriebes durchaus üblich ist, in Selzach aber erst zur 92. Opernaufführung seit 1989 erstmals geschah: eine Rolle wurde von zwei Sängerinnen dargeboten; das Singen und das Spielen war auf zwei Künstlerinnen verteilt worden.

Trotz der enorm kurzen Zeit der Übernahme meisterte Barbara Locher die Schwierigkeiten der Partie mit gewohnter Souveränität und brillantem Einsatz ihrer wunderschönen Stimme. Das Zusammenspiel der beiden Primadonnen war so gekonnt und harmonisch, dass man glauben konnte, die Inszenierung von Thomas Dietrich habe das schon immer so vorgesehen.

Einen grossen Anteil am Gelingen dieses doch heiklen Konstruktes hatte auch das gesamte Ensemble der Donizetti-Oper, welches vom einfühlsamen und aufmerksam mitgehenden Dirigenten Bruno Späti sicher durch alle Unwägbarkeiten des Abends geleitet wurde. Dank Barbara Locher war diese Selzacher Première ein neues Meisterstück der Sommeroper und zeigte ein weiteres Mal, mit welch famosen Künstlern dort gearbeitet wird.

Die beiden letzten Aufführungen der diesjährigen Spielsaison am Freitag und Samstag werden aller Voraussicht nach wieder wie gewohnt stattfinden.


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