Buchrezension – Hakan Nesser: „Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla“
Donnerstag, 7. August 2008
in Buchrezensionen
.
Die Geschichte: Für Mauritz, ein 17-jähriger Junge aus dem schwedischen Kumla, ist die kleinbürgerliche Welt im Sommer 1967 einigermassen in Ordnung. Mutter und Vater liegen sich zwar ständig in den Haaren und auch die schöne Nachbarstochter Signhild will vorderhand nichts von ihm wissen; doch eigentlich ist Mauritz mit seiner Welt im Einklang und weitgehend zufrieden.
Doch eines Tages bricht die letzte Idylle zusammen. Mauritz macht seltsame Beobachtungen: In welcher Beziehung steht Singhilds geheimnisvolle Mutter zu dem Fremden in ihrem Wagen? Hat sie was zu verbergen und was bedeutet der seltsam Blick, mit dem sie Mauritz angesehen hat? Welche Rolle spielt der skurrile Dichter Olsson, der das Zimmer neben Signhild als Untermieter belegt? Warum wird Signhilds Vater auf brutale Weise ermordet? Und wer hat dabei seine Finger mit im Spiel?
Mein Eindruck: Hakan Nesser wird viel mit Henning Mankell verglichen. Zu Unrecht, wie ich meine. Nesser hat einen eigenen Stil, eine eigene Erzählweise. Das einzige, was ihn mit Mankel verbindet ist die Tatsache, dass er auch Schwede ist.
In seinem Roman „ Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla“ schildert Nesser auf subtile und sehr einfühlsame Weise das Drama eines jungen Menschen, der sich in seiner kleinbürgerlichen und sehr geordneten Welt plötzlich nicht mehr zurechtfindet. Ein Roman, der viel mehr ist, als nur ein Krimi.
Hakan Nesser: „Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla“, Roman
Verlag: btb Verlag
ISBN-10: 344273407X
ISBN-13: 978-3442734078
Das Buch ist in guten Buchhandlungen und bei Amazon erhältlich



