pgm communications
   Hinzufügen zu Google Reader oder Startseite   Hinzufügen zu My Yahoo

Sommeroper „Viva la Mamma“ - Zehn Minuten Standing Ovations nach überzeugender Leistung

Sonntag, 3. August 2008 in Kultur
Szenenbild. (Foto: Markus Daeppen)
(Paul-Georg Meister) - Ein Feuerwerk von Ideen zaubert Regisseur Thomas Dietrich mit seiner Inszenierung von Gaetano Donzettis opera buffa „Viva la Mamma“ auf die Bühne des Selzacher Passionsspielhauses. Der tolle Gesamteindruck, die musikalischen Raffinessen und die Leistung von Nikolaus Meer als Mamm’ Agatha rissen das Premieren-Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

Gaetano Donizettis Werk, „Viva la Mamma“ ist keine fix-fertige Fasssung. Im Gegenteil, der Komponist hat ganz bewusst ein Werk geschaffen, das sich auf die jeweiligen Gegebenheiten des Spielortes transponieren lässt. Und genau dies machen sich die Verantwortlichen der Sommeroper Selzach zu Nutze. Ihre Inszenierung spielt nämlich im Selzacher Passionsspielhaus im Jahre 1953: Die traditionellen Passionsspiele wurden abgesagt und nun kommt eine italienische Theatertruppe, ins Haus und möchte eine üppige Barockoper inszenieren. Natürlich geht das nicht ohne Irrungen und Wirrungen, nicht ohne Intrigen und Liebschaften. Und natürlich ist gerade dieser Stoff Ausgangspunkt für viel Klamauk und Slapstick.

Thomas Dietrich (Regie), Bruno Späti (Musikalische Leitung), Oskar Fluri (Ausstattung), Sigi Salke (Licht) und Georgia Eilert (Dramaturgie) haben eine Inszenierung geschaffen, welche die Besucherinnen und Besucher in eine optisch wie akustisch opulente Theaterwelt entführt. Rückblicke auf vergangene Selzacher Opernproduktionen, ein abwechslungsreiches Bühnenbild, überzeugende Solisten und ein gesanglich starker Chor runden den positiven Gesamteindruck ab.

Die turbulente Geschichte rund um die italienische Operntruppe schafft auch die Möglichkeit, skurrile Figuren zu (über)zeichnen. So beispielsweise Nikolaus Meer, der in der Rolle der Mamm’ Agatha für manche Überraschung auf der Bühne sorgte. Sehr schön gezeichnet und dargestellt ist auch die Primadonna (Maria Leyer), die sich mit ihrer Wahnsinns-Arie „Lucia die Lammermoor“ in die Herzen des Premiere-Publikums sang.

Überzeugend wirken auch Fabrice Raviola als Ehemann Stefano, Anna Traub als zweite Sängerin, Arno Wilhelm als Inspizient und Jan Marin Mächler als russischer erster Tenor der Truppe, der immer wieder mit seinen Stimmbändern und der richtigen Tonlage zu kämpfen hat. An der Premiere besonders positiv aufgefallen ist Alexandra Forster als verklemmte englische Sopranistin.

Ein besonderes Augenmerk auf sich gezogen haben an der Premiere Richard Ackermann (als Komponist) und Gero Bublitz (Impressario), welche sich in einem wundervollen Duett ihre gegenseitige Liebe gestehen. Ein sicherer Wert ist immer auch Karl Fäth, den man auf der Selzacher Bühne bereits in verschiedenen Rollen (Wildschütz, Zar und Zimmermann usw.) erlebt hat. Eine besondere Note zauberten schliesslich Clarissa Schröter und Reto Baschung mit ihren Ballett-Einlagen auf die Bühne.

Auf grosse Beachtung beim Publikum stiess auch die Leistung des Chors. Nicht nur seine präzisen musikalischen Werte, sondern auch die vielen Verwandlungen und die schönen Gesamtbilder kamen bei den Besucherinnen und Besuchern sehr gut an.

Das Publikum erlebte an der Premiere ein wahres Feuerwerk aus Klamauk, Komik, Leidenschaft und Liebe. So gesehen verwundert es wohl auch nicht, das sich das Publikum mit rund zehnminütigen (!) Standing Ovations für diesen unvergesslichen Opernabend bedankte.


Die weiteren Aufführungsdaten:
Dienstag, 05. August 2008 19.30 Uhr
Mittwoch, 06. August 2008 19.30 Uhr
Freitag, 08. August 2008 19.30 Uhr
Samstag, 09. August 2008 19.30 Uhr
Sonntag, 10. August 2008 17.00 Uhr
Dienstag, 12. August 2008 19.30 Uhr
Mittwoch, 13. August 2008 19.30 Uhr
Freitag, 15. August 2008 19.30 Uhr
Samstag, 16. August 2008 19.30 Uhr

Eine Aufführung dauert ungefähr 3 Stunden, inklusive einer Pause von 30 Minuten.

Alle wichtigen Informationen sowie Tickets können online über www.sommeroper.ch bezogen werden.




Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
   
  Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
   
 

Umfragen

Aufgrund der Einsprachen und der vielen Vorschriften verzichtet das Restaurant Hot Soup auf ein Gartenrestaurant. Wie beurteilen Sie diesen Entscheid des Wirtepaares?
find ich schade
find ich gut
Ist mir egal

Archive

Die letzten 5 Kommentare

Fr, 03.07 07:30
Lieber Michael Wenn du's noch nicht gesehen hast.....am Samstag spielt Basel noch nicht, somit ist Grenchen für dich am Samstag noch ein sicher [...]
Do, 02.07 21:19
Ab Samstag schlagen die Basler-Chaoten Grenchen kurz und klein. Wer zahlt?
Do, 02.07 08:03
Sei doch froh, dass es die “Ayatollahs“ von der SVP gibt, dass gibt wieder Arbeit und Brot für Ärzte, Pharma, Psychologen, Therapeuten, etc und [...]
Mi, 01.07 18:02
...nun ja, wenn sie denn wenigstens abstinent wären die Ayatollahs von der SVP, aber es macht sich immer noch gut, volksnah die Feldschlösschen- [...]
Mi, 01.07 17:46
Dasselbe entlang den Hauptstrassen; Z.B. von Grenchen nach Solothurn o.a. Dasselbe Bild- was aber nur sichtbar wird, wenn man "langsam" unterw [...]
Mi, 01.07 17:37
Ich bin zwar kein "Sozi"... aber allen Respekt, dass war ein grundehrlicher Sozialdemokrat, der die Sprache der Arbeiter sprach!
Mi, 01.07 14:49
Alle monate wieder fliegt irgendwo eine Anlage auf, na und? Die Hanfgegner müssen einsehen dass halt trotzdem gekifft wird, ob es der SVP und [...]



z.B. Taxi, Party, Clubbing
Powered by local.ch