Stadtmusik Grenchen: Schwelgen in Erinnerungen
Sonntag, 20. Juli 2008
in Vereine
Logo und Fahne der Stadtmusik Grenchen.
Die Stadtmusik Grenchen war in den 50er und 60er Jahre das beste Musikkorps im Kanton und durfte deshalb an wichtigen Anlässen, so unter anderem an der Landesausstellung in Lausanne, den Stand Solothurn repräsentieren. Darauf waren alle drei Referenten sehr stolz, obwohl Carlo Domeniconi nie in der Musik spielte. Domeniconis Vater hingegen war überzeugtes und stolzes Mitglied der Stadtmusik. Dessen Erinnerung sowie seine persönliche Erfahrungen, wenn er seinen Vater bei den Proben oder Konzerten begleiten durfte, stellte Domineconi den Zuhörenden vor. Diese Begebenheiten reichten bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück.
Ob ein Zusammenhang zwischen der Uhrenkrise und den schlechten Zeiten der Stadtmusik bestand, fragte Rainer Walter. Alfred Mottet bejahte den Zusammenhang, denn „die Helvetia sei eigentlich die Musik der Firmen der ASSA gewesen“. Wer in der Musik mitspielte, hatte in der Firma einen Arbeitsplatz auf sicher. Namhafte Beträge stellten die jeweiligen Firmenbesitzer zur Verfügung. Auch Zulieferer wurden gebeten, je nach Höhe der Aufträge ihre Spenden an die Stadtmusik abzuliefern. Auf die Fusion von Eintracht und Helvetia angesprochen, meinte Hans Graf, dass diese gescheitert sei.
Grundsätzlich sei der Zusammenschluss richtig gewesen, denn keines der damals drei Stadtmusikkorps habe alle Register besetzen können. Aus diesem Grunde half man sich gegenseitig schon vor der Fusion aus. Allerdings sei im Prozess der Fusion die lange Tradition der jeweiligen Musik und das Menschliche nicht oder doch zu wenig berücksichtig worden. Es sei keine einfache Zeit gewesen und die meisten Musiker der früheren „Eintracht“ hätten die Stadtmusik verlassen. Die Sonderausstellung „150 Jahre Stadtmusik Grenchen“ im Kultur-Historischen Museum Grenchen dauert noch bis zum 29. August.





