Uhrencup: Nun werden Massnahmen diskutiert - “Wir wollen uns das Fest nicht verderben lassen”
Freitag, 18. Juli 2008
in Sport
Sascha Ruefer will Massnahmen diskutieren. (Foto: Anna Meister)
Der Uhrencup ist zu Ende. Von den teilnehmenden Mannschaften konnte sich der FC Basel zum elften Mal den Pokal sichern. Im Match gegen Borussia Dortmund erzielten sie zwar nur ein 2:2, doch wegen des Sieges gegen Legia Warschau (6:1) konnten sie den Sieg ergattern. An den drei Spieltagen des diesjährigen Uhrencups haben rund 17`000 Menschen die Turniere besucht. Das letzte Spiel am Samstag konnte 8`000 Zuschauer verbuchen. „Mit diesen Zahlen liegen wir über dem Durchschnitt“, freut sich Uhrencupchef Sascha Ruefer.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Und überschattet wurde das Spiel FC Basel gegen Borussia Dortmund von Auseinandersetzungen vor dem Anpfiff und Petardenwürfen zu Beginn der zweiten Halbzeit. Fans des BVB zündeten einige Petarden und Feuerwerkskörper und warfen diese aufs Spielfeld. Das Spiel musste für kurze Zeit unterbrochen werden. „Erste Analysen zeigen, dass die Aktionen von langer Hand geplant und keineswegs irgendwelche Bubenstreiche waren. Das ist die Kehrseite der tollen Entwicklung des Uhrencups. Halbwüchsige Idioten missbrauchen das Fest als Plattform für ihr irres Treiben. Das macht mich traurig und wütend“, bedauert Ruefer und schlägt auch selbstkritische Worte an. „Wir waren am Anfang nicht ganz wach und hätten die Bewegungen auf den Stehrampen früher erkennen müssen. Dafür entschuldigen wir uns auch beim Publikum. Letztendlich ist aber nichts passiert und keiner zu Schaden gekommen, weil Polizei und Sicherheit gut reagiert haben.“ Die Medienberichte in Deutschland, in denen von wüsten Auseinandersetzungen, Krawallen und Schlägereien die Rede war, könne er nicht nachvollziehen. In der Tat seien die Scharmützel nur von kurzer Dauer gewesen und die Sicherheit im Stadion sei jederzeit gewährt gewesen.
Ist nun der Uhrencup in Gefahr? „Grundsätzlich nicht“, sagt Ruefer. „Wir lassen uns das Fest von 30 Halbwüchsigen doch nicht verderben. Allerdings müssen wir prüfen, wie wir solche Szenen künftig vermeiden können. Wenn wir entsprechende Massnahmen treffen können, wird der Uhrencup weiterhin in Grenchen stattfinden. Wenn nicht, setze ich ein Fragezeichen hinter die Zukunft des Turniers.“ Er und sein Team seien nach dem Endspiel bis spät in die Nacht zusammengesessen und hätten erste Eindrücke analysiert. „Polizei, Feuerwehr und Sicherheitskräfte haben hervorragend zusammengearbeitet und Schlimmeres verhindert“, so Ruefer.
Nun würden er und sein Team über die Bücher gehen müssen, sagt Ruefer. „Wir werden um den Bau von Fansektoren wohl nicht mehr herum kommen, wobei wir die Möglichkeiten zur Umsetzung im Brühl mit der Stadt besprechen müssen. Man hat unsere Gastfreundschaft und Toleranz mit Füssen getreten. Entsprechend wird unsere Reaktion sein. Wer Stadionverbot hat, kommt nicht rein und wenn doch, wird er polizeilich verfolgt. Gleiches gilt für Petardenwerfer. Zudem prüfen wir eine weitläufige Absperrung des Areals.“
Auch müsse ein Verbot von Alkohol vor und während des Spiels diskutiert werden. „Es ist uns bewusst, dass wir damit Einnahmen einbüssen, aber wenn das ein Schritt zu mehr Sicherheit ist, dann müssen wir das tun“, bedauert Ruefer. Von „Schnellschüssen“ aus einer Emotion heraus wolle er absehen, so Ruefer. Stattdessen werde in den nächsten Wochen diskutiert, welche Massnahmen sinnvoll seien. Es gelte, diesen Vorfall ernst zu nehmen, nun müsse entschieden werden, wie’s weitergehe. Und: „Das Brühlstadion soll und kann nicht zu einer Festung werden“, betont Ruefer.



