Uhrencup: Harsche Kritik in ausländischen Medien am Einsatz der Polizei in Grenchen
Mittwoch, 16. Juli 2008
in Sport
(Foto: Anna Meister)
Die BVB-Verantwortlichen kündigen nun harte Konsequenzen gegen die Randalierer in den eigenen Reihen an - richten aber auch Vorwürfe an die örtlichen Behörden. "Bei solchen Sicherheitsvorkehrungen fühlt sich der ein oder andere, dem man eh nicht mehr helfen kann, natürlich eingeladen", monierte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke. Volke wurde deutlicher: "Die Polizei war an Unfähigkeit nicht zu überbieten." Am Donnerstag soll es eine Art Krisengipfel mit Volke und weiteren Fanvertretern geben, auch eine Foto-Auswertung der Randale und Stadionverbote für einzelne Aufrührer werden angedeutet. "Ich hoffe, dass wir auf unsere Fans zumindest ein bisschen Einfluss haben und das klären können. Denn das war scheiße", meint Trainer Jürgen Klopp in aller Deutlichkeit.“
(sport1.de)
Schon vor dem Anpfiff hatte es die ersten Krawalle gegeben, als etwa 70 streitlustige Baseler Fans die Tribüne der BVB-Fans stürmten und es zu Schlägereien kam. Die Fanblöcke der Teams in dem kleinen Stadion im schweizerischen Grenchen hatten nicht wie üblich gegenüber, sondern nah beieinander gelegen. „Die Polizei war mit der Situation völlig überfordert“, sagte der Dortmunder Fanbeauftragte Jens Volke dazu auf Nachfrage. Er habe die Beamten vorher auf die Problematik hingewiesen, sagte Volke. „Außerdem ist es doch in der Schweiz bekannt, dass die Baseler Fans nicht ohne sind.“ Die Polizei in Grenchen war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
(tagesspiegel.de)
Nach den Ausschreitungen zwischen Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund und des Schweizer Erstligisten FC Basel am 12. Juli in Grenchen (Schweiz) hat der Dortmunder Fanbeauftragte Jens Volke Selbstkritik geübt. Die Enttäuschung über die Vorfälle sei bei ihm «gewaltig. Wir haben in der Schweiz ein schlechtes Bild abgegeben.» Das Verhalten der Schweizer Polizei bezeichnete Volke als «zu zögerlich». Sie sei früh auf ein Sicherheitsrisiko aufmerksam gemacht worden, habe aber sehr spät reagiert. Vermutlich seien auch zu wenig Polizisten vor Ort gewesen, äußerte Volke. Ob die Randalierer bei einer Identifikation mit einem Stadionverbot rechnen müssten, ließ der BVB-Fanbeauftragte offen. Für die Klärung dieser Frage sei er nicht zuständig. Volke verwies auf «höhere Stellen» im Verein.
(süddeutsche.de)
Die Polizei griff trotz frühzeitiger Warnung des BVB-Fanbeauftragten Jens Volke erst sehr spät ein. Nach der Pause warfen Dortmunder dann erneut Feuerwerkskörper und Bierbecher in den Strafraum ihres eigenen Keepers Roman Weidenfeller. Dieser und Kapitän Sebastian Kehl versuchten den Mob zu beschwichtigen. "Ich bin in die Kurve gegangen. Und dann wird dir von den Fans auch noch gesagt, dass das zum Fußball dazugehört", sagte der geschockte Kehl, der neben Nelson Valdez für den BVB getroffen hatte. Nach dem Spiel musste die Polizei vor dem Stadion mit Tränengas gegen die Randalierer vorgehen. "Ungefähr 300 Baseler haben auf unsere Fans gewartet und sie angegriffen, es flogen sogar Steine", sagte Volke.
(wiesbadener-tagblatt.de)
Schon vor dem Spiel versuchten Baseler Hooligans in die Stadion-Ränge der Dortmunder Anhänger zu gelangen. Zudem wurde das Fanmobil der Deutschen attackiert. Die Schweizer Polizei wirkte zeitweise überfordert und konnte nur mit Mühe eine Eskalation abwenden. Nach Anpfiff des Spiels in der Schweizer Stadt Grenchen legten die Dortmunder Fans los und zündeten Rauchbomben. BVB-Torhüter Roman Weidenfeller wurde von Baseler "Fans" mit Feuerzeugen und Bierbechern beworfen. "Ich stank wie ein Bierfass. So etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt", sagte der Keeper zur Bild am Sonntag. Borussen-Spielführer Sebastian Kehl versuchte die Fangemüter zu beruhigen. Stinksauer über die eigenen Fans war auch BVB-Trainer Jürgen Klopp: "Peinlich, unsere Fans haben hier kein gutes Bild abgegeben."
(nachrichten.at)
Während des Spiels war es mit der vorübergehenden Ruhe dann allerdings völlig vorbei: Immer wieder flogen Feuerwerkskörper und Rauchfackeln - die in Schweizer Stadien solange toleriert werden, wie sie geordnet auf der Tribüne abbrennen - aus dem Dortmunder Block in Richtung Rasen. Erst trafen die „Bengalos“ das Tor von FCB-Keeper Franco Constanzo, in Hälfte zwei dann sogar den Kasten des eigenen Torwarts Lukas Kruse, der sein erstes Spiel im schwarz-gelben Dress absolvierte. Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch, erst das beherzte Eingreifen der Dortmunder Kicker, angeführt von Kapitän Sebastian Kehl und Roman Weidenfeller, führte zum Ende der „Feuerspiele“. „Es war kein schönes Bild, was wir da abgegeben haben, das muss man ganz klar sagen, tendenziell sogar peinlich. Es hilft auch nicht, dass die Baseler keinen Deut besser waren. Auf die haben wir keinen Einfluss. Ich hoffe, dass wir auf unsere Fans zumindest ein bisschen Einfluss haben und das klären können. Denn das war scheiße“, fand BVB-Coach Jürgen Klopp nach der Partie klare Worte für das Verhalten der so genannten „Fans“, die dafür sorgten, dass nicht die spielerisch und läuferisch starke Verfassung der Dortmunder, sondern die Randale rund um das Spiel zum Thema Nummer eins des Abends wurden. Ins gleiche Horn blies Kapitän Kehl: „Es ist nicht zu tolerieren. Ich weiß nicht, wie viele Idioten dabei sind, aber sie machen alles kaputt...
(reviersport.de)
Nach dem Spiel kam es dann noch vor dem Stadion Brühl zu Schlägereien. Die zahlenmäßig überlegenen Schweizer Fans warfen mit Steinen und Flaschen. Schließlich setzte die überforderte Polizei, die gerade mal vier Randalbrüder wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot festnahm, noch Tränengas ein. Zum Glück gab es insgesamt nur eine Handvoll leicht verletzter Fans. „Die Polizei war an Unfähigkeit nicht zu überbieten“, machte BVB-Fanbeauftragter Jens Volke seinem Ärger Luft. Volke kritisierte auch die eigenen Fans. „Ich bin sehr enttäuscht. Es waren vereinzelte Idioten, die die Sachen geworfen habe.“ Obwohl die Polizei und der Turnierveranstalter FC Grenchen vor dem Anpfiff vom BVB-Fan-Beauftragten Jens Volke gebeten worden war, ein Aufeineinandertreffen der Fan-Gruppen zu verhindern, war von den Ordnungshütern nicht viel zu sehen. Sie griffen nur halbherzig ein. Das zögerliche Verhalten von Polizei und Ordnungskräften animierte einige Dortmunder Anhänger, eine Vielzahl von Feuerwerkskörpern auf das Spielfeld zu schleudern.
(derwesten.de)



