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Arbeitseinsätze zur Abfallentsorgung entlang Aare und Emme

Samstag, 19. Juli 2008 in Grenchen
Littering an der Aare. (Bild: zvg)
(mgt) - Die Abfalleinsätze werden bereits seit sechs Jahren durchgeführt. Innerhalb von sechs Mona-ten sind im Jahr 2007 während 66 Einsatztagen oder 1‘567 Arbeitsstunden insgesamt 20‘850 Liter Abfälle eingesammelt worden. Das sind rund 3‘450 Liter mehr als im Vorjahr. An der Sammelaktion sind durchschnittlich 16 Personen beteiligt gewesen. Die Gesamtkosten haben CHF 40‘000.- betragen.

Nebst der Genugtuung, dass die Aare- und Emmeufer stets sauber sind, veranlasst der Rest der Bemühungen nicht gerade zu Freudensprüngen. Der Versuch mit den Mülltonnen trug keine Früchte. Auch die Präventionsmassnahmen greifen nicht. Das vermehrte Patrouillieren der Polizei hatte möglicherweise einen Einfluss auf Störungen (es wurden keine Grossanlässe registriert), aber keinen Einfluss auf die Abfallmenge. Eine Studie der Universität Basel belegt, dass das eigentliche Wegwerfen oder Liegenlassen der Abfälle sich kaum nachweisen lässt. In mehr als 60 Beobachtungsstunden (durchgeführt in Basel, Bern, Zürich, Lausanne, Illnau-Effretikon und Sursee) konnten nur gerade 14 Personen „in flagranti“ ertappt werden.

Die Arbeitsgruppe hat entschieden, nicht zuletzt auch auf Wunsch einiger Gemeinden, den Budgetbetrag von CHF 5‘000.-, welcher für die Prävention im Budget stand, für Wintereinsät-ze einzusetzen. Vorallem an neuralgischen Punkten werden Reinigungen in Zukunft auch im Winter vermehrt notwendig sein.

Das Jahr 2008 hat durchschnittlich begonnen. Der Juni war bereits ziemlich einladend für Ausflüge ans Wasser. Aufgrund der bereits gesammelten Mengen, rund 5‘700 Liter bis Mitte Mai, konnte man eine weitere Zunahme der Abfälle für 2008 erwarten. Aufgrund der allerneu-sten Rückmeldungen der Reinigungsequippen hat die Fussball-EM 2008 offenbar einen Ein-fluss auf die Ausflüge an die Flussufer gehabt. Trotz schönem Wetter wurde weniger Abfall registriert.

Arbeitseinsätze 2008

Die Einsätze zur Entfernung der Abfälle wurden wiederum den Sozialwerken Netzwerk Gren-chen und Perspektive Solothurn übertragen. Die Leistungen können von den Gemeinden oder der Unterhaltsequippe der II. Jura-Gewässer-Korrektion, die üblicherweise diese Arbeiten ver-richten, nicht gleich günstig erbracht werden.
Die beiden Regionalplanungsgruppen sind je für ihre Gebiete zuständig, wobei die Arbeiten koordiniert verlaufen: die Repla RSU arbeitet zusammen mit der Perspektive Solothurn, die Repla GB mit der Caritas Schweiz. Der Projektperimeter umfasst den ganzen Aarelauf vom Häftli bis Feldbrunnen und das ganze Emme-Gebiet im Kanton Solothurn.

Finanzierung

Die Arbeitseinsätze an der westlichen Aare belaufen sich insgesamt auf CHF 22'000.--. Im Gebiet der Repla GB und der Aare westlich von Solothurn erfolgt die Finanzierung durch die Gemeinden im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Die Beiträge gehen von CHF 19.- für Meienried bis CHF 5‘297.- für Grenchen. Für das Gebiet entlang der Emme und der Aare östlich von Solothurn belaufen sich die Ko-sten auf rund CHF 7‘800.- und die Finanzierung erfolgt erstmals durch die Gemeinden. Die Beiträge gehen hier von CHF 168.- für Lüsslingen bis CHF 2‘641.- für Biberist.

Schliesslich wird ein namhafter Beitrag durch die II. Jura-Gewässer-Korrektion des Kantons Bern beigesteuert, weil die Unterhaltsequippe damit entlastet wird und für andere Arbeiten wie den Gehölzunterhalt eingesetzt werden kann. Der Aufwand für die Organisation und die Sicherstellung der Finanzierung war auch dieses Jahr sehr gross. Ein Aufwand der sich lohnt, weil er für die Gemeinden einen spürbaren Nutzen erzeugt. Eine Tatsache, welche die Gemeinden erkannt haben.
Flachufer aus Schüttmaterial zwischen Altreu und Bellach

Das Aareufer wurde mit einer «weichen» Massnahme instand gestellt werden. Das Flachufer wurde mit Schüttmaterial, das zum grössten Teil von den beiden westlich gelegenen Inseln und zu einem kleineren Teil von der Entlastung West von Solothurn bebaut. In einem genau definierten Winkel wurde die Schüttung fast 15 Meter tief in die Aare hinein geführt und örtlich variiert. Schliesslich wurde das Schüttmaterial mit zirka 50 Zentimeter Kies abgedeckt. Die bestehenden Schilfbestände blieben ebenso erhalten wie das Ufergehölz. Damit wurden die wasserbauliche Sicherung und gleichzeitig eine Aufwertung des Aareufers erreicht.

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