Der Grenchner Craig von Schulthess ist an der Junioren-WM mit von der Partie
Samstag, 12. Juli 2008
in Grenchen
Auf Erfolgskurs: der Grenchner Sportler Craig von Schulthess. (Foto: Anna Meister)
Seit dem 22. Juni dieses Jahres besitzt Craig von Schulthess ein neues Rennboot. Es handelt sich um ein Kanu der Firma Prijon in deutscher Form mit dem Namen „Jolly Roger“. Entwickelt wurde es von einem ehemaligen deutschen Kanuweltmeister. Das neue neun Kilogramm schwere Boot hat mehr Volumen und ist, wie alle professionellen Kanus, genau auf das Gewicht des Athleten abgestimmt. Das Design hat von Schulthess selber gewählt. Schon immer fuhr er die Wettkämpfe in einem roten Kanu. Der Grund: „Auf rot kommt das Schweizerkreuz immer noch am Besten zur Geltung.“
Von Schulthess trainiert jeden Tag 90 Minuten, egal ob im Sommer oder im Winter, in seinem Kanu auf der Aare beim Kanuclub Grenchen. Für den angehenden Forstwart keine einfache Leistung. Doch trotzdem steigt der 18-jährige immer nach der Schule noch in die Aare. „Ich will schliesslich meine Rennpraxis nicht verlieren.“ Sein Ziel sind die Olympischen Spiele und im Einzelkampf eines Tages Schweizermeister zu werden. Die Chancen stehen nicht schlecht, ist er doch seit 1998 der erste Grenchner Kajakfahrer, der sich für die Juniorenweltmeisterschaften qualifizieren konnte.
Durch die Teilnahme an zwei Rennen in Annemasse nahe der französischen Grenze und einem Rennen in Worblaufen konnte sich der 18-jährige für die Junioren-Europameisterschaft am 12. und 13. Juli in Slowenien und die Junioren-Weltmeisterschaft Ende Juli in Tschechien qualifizieren. „Es ist schwierig, abzuschätzen, wie viel man geben kann“, sinniert von Schulthess, „man will schliesslich sein Bestes geben, aber das tun die anderen auch. Und dann setzt man sich zu sehr unter Druck und begeht Flüchtigkeitsfehler.“ Für die Meisterschaften im Juli hat er sich mit dem dritten Platz qualifizieren können. Bisher ist er ziemlich zufrieden mit dem Erreichten. Er hat immerhin im Juni an einem internationalen Wettkampf im Südtirol den zweiten Platz erreicht.
Was für von Schulthess aber das Interessanteste am Kanusport sei, sei die Gewissheit, dass es viele gute Junioren überall in der Welt gebe und er sich gerne an ihnen messe. Sein persönliches Ziel sei es, einen guten Rang zu belegen, er wolle sich aber nicht auf einen bestimmten Rang fixieren. „Das setzt nur unnötig unter Druck“, erklärt er.
Schwierig sei ihm nur der Wechsel vom Flach- ins Wildwasser gefallen, erzählt der 18-jährige. „Dies ist ein sehr grosser Schritt und braucht sehr viel Mut.“ Von Schulthess bezeichnet sich selber nicht als Draufgänger, freut sich aber, den Schritt gewagt zu haben. Nun freut sich von Schulthess auf seine Zeit in Slowenien und Tschechien. Er wird gemeinsam mit anderen Junioren und seiner Nationaltrainerin Nathalie Siegrist, mit welcher er seit drei Jahren trainiert, reisen. „Sie muss natürlich auch auf uns aufpassen, damit wir vor den Rennen nicht zu lange im Ausgang sind“, schmunzelt er.





