Buchrezension: Henning Mankell – „Die italienischen Schuhe“
Sonntag, 6. Juli 2008
in Buchrezensionen
Die Geschichte: Nach einem katastrophalen Kunstfehler hat sich der ehemalige Arzt Frederik Welin auf eine einsame Schäreninsel zurückgezogen. Hier lebt er im Haus seiner Grossmutter, weit weg von seinem früheren Alltag. Doch er wird aus seiner Einsamkeit herausgerissen. Eines Tages taucht nämlich seine alte Freundin Harriet auf und erinnert ihn an ein Versprechen, welches er ihr vor 40 Jahren gegeben hat.
Harriet ist gekommen, das Versprechen einzulösen. Welin „muss“ seine sterbenskranke Freundin an einen abgeschiedenen Waldsee im Innersten Norrlands fahren. Dort – so haben sie sich versprochen – wollen sie im Mondlicht schwimmen gehen.
Ihr Weg zu diesem See führt an vielen – teils sehr skurrilen – Menschen vorbei, beispielsweise am alten italienischen Schuhmacher Giavonelli, der nur zwei Paar Schuhe pro Jahr herstellt oder an Agnes, die sich um schwererziehbare Mädchen kümmert. Für Welin wird es eine Reise zurück ins Leben, aus dem er vor langer Zeit geflüchtet ist.
Mein Eindruck: Wer Wallanders Krimis oder seine Bücher über Afrika kennt, wird erstaunt sein. Das Buch „Die italienischen Schuhe“ ist ein stilles, fast möchte man sagen, ein zärtliches Werk. Ohne grosse äussere Dramatik, ohne Mord und Totschlag und doch packend, von der ersten bis zur letzten Seite. Mit feinen Strichen zeichnet der Autor die Persönlichkeiten, Gedanken und Gefühle seiner Figuren nach - und macht so die Reise auf eine ganz besondere Weise zu einem dramatischen Erlebnis. Wer Mankell kennt und liebt, muss "Die italienischen Schuhe" unbedingt lesen.
Henning Mankell- Die italienischen Schuhe
Zsolnay-Verlag (August 2007)
Das Buch ist in Buchhandlungen erhältlich





