Marktplatz - Martin Stauffer vom «Passage» feiert Doppel-Jubiläum
Mittwoch, 2. Juli 2008
in Grenchen
Martin Stauffer. (Foto: Joseph Weibel)
Er feierte heuer seinen 50. Geburtstag und ist seit 20 Jahren mit Leib und Seele Gastronom: Martin Stauffer, Inhaber des Hotel-Restaurant «Passage» in Grenchen. Diese besonderen Jubiläen hat er gerne gefeiert. Wenngleich die Zahl der «Grenchner-Jahre» erst bei Ziffer 16 angekommen ist. 1992 war's, als der gebürtige Steffisburger das Tea-Room «Weidli» in Arch verliess, um im benachbarten Grenchen das Hotel-Restaurant «Passage» zu übernehmen. In seinen ersten Jahren als ausgebildeter Gastro-Mann ging er verschiedenen Tätigkeiten in ausländischen Hotelbetrieben nach, ehe es ihn nach Arch verschlug.
«Stadt hat sich gut entwickelt»
Über Grenchen findet der Berner Oberländer eigentlich nur lobende Worte. «Mir gefällt es hier, und die Stadt hat sich in den letzten Jahren ganz gut entwickelt.» Er erwähnt vor allem die Umgestaltung des Marktplatzes und der damit grösser gewordenen Fussgängerzone. Noch mehr an Bedeutung gewann seiner Meinung nach die Stadt mit der Eröffnung der Autobahn A5 im Jahr 2002. Grenchen habe als Industrieregion noch an Bedeutung gewonnen, was er auch im Hotelbetrieb positiv spürt. Die 17 Gästezimmer sind im Jahr durchschnittlich 50 bis 60 Prozent ausgelastet. Es sind vor allem ausländische Gäste, die beruflich in Grenchen weilen. Aber auch der Restaurationsbetrieb habe sich erfreulich entwickelt. Selbst in den wirtschaftlich weniger guten Jahren konnte Martin Stauffer den Umsatz halten. Zusätzlichen Aufschwung verlieh seinem Betrieb die Gartenterrasse auf dem neuen Marktplatz. Da verflog der Ärger über die verloren gegangenen Parkplätze schnell.
Abendgeschäft hat merklich abgenommen
Während der Restaurationsbetrieb mit acht Mitarbeitenden tagsüber optimal läuft, «hat das Abendgeschäft merklich abgenommen», stellt Stauffer fest. Trotzdem konnte er den Personalbestand immer halten, «was mich besonders stolz macht.» Die immer wieder auftretenden Veränderungen in der Gastronomie spürt er natürlich auch. Die einschneidenste sei vor 14 Jahren mit der Einführung der Mehrwertsteuer gekommen. «Dieser Umstand hatte bislang die grösste Preiskorrektur nach oben zur Folge.» Zu denken geben ihm auch die ständigen Wechsel auf Gastrobetrieben. «Das wirkt sich auch kurzfristig negativ auf die weiter bestehenden Betriebe aus.» Auf die bevorstehende Änderung des Gesundheitsartikels hat sich Martin Stauffer schon eingestellt und die benachbarten Räumlichkeiten (ehemalige Apotheke) dazu gemietet und ein Nichtraucher-Lokal eingerichtet. Er sieht dem Jahreswechsel aber mit gemischten Gefühlen entgegen. «Ich bin überzeugt, dass diese einschneidenden Veränderungen für viele Wirte ein grosses Problem zur Folge haben.» Den kantonalen Alleingang kann er ohnehin nicht nachvollziehen, weil in absehbarer Zeit das «Problem» auf gesamtschweizerischer Ebene gelöst werden muss.
Marktplatz soll weiter an Bedeutung gewinnen
Auch nach 20 Jahren ist Martin Stauffer nicht müde. «Klar», sagt er, «Ich arbeite durchschnittlich zwölf Stunden im Tag, und das sieben Tage die Woche. Das Wirten macht mir nach wie vor Spass. Es ist eine tägliche Herausforderung.» Und er wird auch künftig seiner Wohn- und Arbeitsstadt treu bleiben. Er glaubt an die Entwicklung von Grenchen und wünscht sich auch, dass der Marktplatz weiter an Bedeutung gewinnt. Themenmärkte würde er sehr begrüssen und gleichzeitig hofft er, dass der Markt auch künftig auf dem gleichnamigen Platz bestehen bleibt.





