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Buchrezension: „Anderswo“ von Gabrielle Zevin

Sonntag, 22. Juni 2008 in Buchrezensionen
(Christina Meister) – Was, wenn man nach dem Tod gar nicht tot ist? Was, wenn man einfach in eine neue Welt kommt? Wo alles ein bisschen anders ist?

Die Geschichte: Liz ist 16 Jahre alt und voller Hoffnung, bis sie durch einen Verkehrsunfall ums Leben kommt. Als sie aufwacht, findet sie sich auf einer Fähre wieder. Die sie direkt nach „Anderswo“ bringt. Liz ist total verwirrt und denkt, dass alles nur ein Traum sei. Auf der Fähre lernt sie Thandie kennen. Thandie ist durch eine Schiesserei ums Leben gekommen und scheint eigentlich keine Probleme oder Zweifel mit der Situation zu haben. Zusammen erkunden sie die Fähre und treffen die verschiedensten Menschen.

Nach der langen Fahrt kommen sie dann endlich in „Anderswo“ an. Liz und Thandie verlassen gemeinsam das Schiff, wo auch schon Liz tote Grossmutter und Thandies tote Cousine warten. Als Liz noch lebte, hatte sie ihre Grossmutter nie gekannt, da diese noch vor ihrer Geburt gestorben war. Da Liz ihre Grossmutter gar nicht richtig kennt, ist ihr die Situation ziemlich unangenehm. Sie bekommt schreckliches Heimweh und wird immer wütender, sie findet es ungerecht, dass sie nun nie erwachsen werden kann und sich nie richtig verlieben wird.

Denn in „Anderswo“ ist einiges anders. Die Menschen hier werden nicht älter, sondern jünger und wenn sie dann wieder ein Kleinkind sind, werden sie zum Meer gebracht und in Richtung Erde geschickt. Um ein neues Leben zu beginnen.

Liz ist mit der ganzen Situation überfordert, denn sie will nur wieder zu ihrer Familie. Ihre Grossmutter erzählt ihr dann von den Fernrohren. Die Fernrohre stehen auf einem Aussichtspunkt, der aufs Meer hinaus zeigt, wirft man Geld ein, kann man für einen kurzen Moment die Familie oder die Freunde auf der Erde beobachten. Doch für Neuankömmlinge droht hohes Suchtpotenzial, da sie erst seit Kurzem in „Anderswo“ sind und sicher gerne wieder nach Hause wollen.

Und trotzdem lässt Liz Grossmutter sie gehen. Sofort wird Liz süchtig, sie geht jeden Tag hinauf zu den Fernrohren und beobachtet ihre Familie. Leider gibt sie somit auch das ganze Geld ihrer Grossmutter aus, bis diese einen Schlussstrich zieht. Sie meint, dass Liz sich einen Job suchen soll, um somit ihr eigenes Geld zu verdienen.
Zuerst wird Liz wütend, doch sucht sich einen Job. Sie findet sofort einen in einem Tierheim. Sie merkt, dass sie einen speziellen Draht zu den Tieren hat, denn sie kann als eine der wenigen sogar verstehen, was sie zu sagen haben.

Durch ihren Job verdient sie eigenes Geld und lernt auch viele neue Menschen kennen. Liz fängt an sich mit ihrer Situation abzufinden, denn auch hier in „Anderswo“ kann man sich verlieben und sogar ein kleines Stück erwachsener werden.

Mein Eindruck: „Anderswo“ ist eine schöne Geschichte. Wenn man gerade jemanden verloren hat, ist das Buch sehr empfehlenswert. Die Geschichte kann sehr witzig sein und dann wieder supertraurig. Das Buch erinnert uns stets daran, dass der Tod sowie die Liebe, das Glück und die Trauer zum Leben dazugehören.

Gabrielle Zevin ist 1977 in New York auf die Welt gekommen. Im Jahre 2000 machte sie dann in Harvard ihren Abschluss in englischer und amerikanischer Literatur. Später schrieb sie dann dutzende Drehbücher. „Anderswo“ ist somit ihr erster Roman.

Kommentare
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An uns liegt es...

Ein Wanderer: "Wie wird das Wetter heute?"
Der Schäfer: "So, wie ich es gern habe."
"Woher wisst Ihr, dass das Wetter so sein wird, wie Ihr es liebt?"
"Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, was ich gern möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme.
Deshalb bin ich ganz sicher: Das Wetter wird heute so sein, wie ich es mag".
#1 Rolf Bieri (Homepage) am 23.06.2008 12:05 (Antwort)
Aber Hallo!

Was wenn man Nirgendwo hingeht und herkommt? Was wenn der Tod ein hartnäckige Illusion ist?
Was wenn die Person (mit Namen und Form), welche ich glaube zu sein (seit etwa dem 3. Lebensjahr an) ein Trugbild (= Scheinselbst) ist. Was wenn all die Personen und Welt IN mir sind…eine Erscheinung im Gewahrsein (= Bewusstsein)?

Jesus hat ja gesagt: Der Vater und ich sind EINS!
Also ich bin ich und nicht ein Teil von Gott.

In der indischen advaitischen Philosophie wird gesagt: Das Eine ohne das Zweite!!

Also wir sind Das (Subjekt, Gott..) was sich jeder Erfahrung von Objekte (Gedanken und Wahrnehmung) bewusst ist – unbegrenztes Sein.

Herzliche Grüsse
Rolf Bieri

Übrigens; wie stärker das Ego (= Person) umso stärker ist sie inkarniert (identifiziert) mit Körper und Geist und lebt im Kampf der Dualität von gut und schlecht. – siehe z.B. Politiker… ;-)
#2 Rolf Bieri (Homepage) am 23.06.2008 15:11 (Antwort)

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