Auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung - Generalversammlung Kinderheim Bachtelen
Sonntag, 22. Juni 2008
in Grenchen
(Bild: Archiv)
Heimleiter Karl Diethelm stellte in den Mittelpunkt seines Jahresberichtes den Abschied der Schwesterngemeinschaft im Kinderheim Bachtelen. „Die barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz Ingenbohl“ waren von 1892 bis 2007 für die Kinder tätig. Mit der Pensionierung von Schwester Bettina Schuwey, Lehrerin an der Sprachheilschule, und dem Rückzug von Schwester Herwig Friedl fand am 1. September 2007 eine 115jähnrige Geschichte ihren Abschluss. – Verschiedene Anlässe unterschiedlichster Art zeigten im vergangenen Berichtsjahr deutlich, so Karl Diethelm, dass es auch in Zukunft ein Auftrag des Bachtelen sein muss „für Kinder und Jugendliche am Rande unserer Gesellschaft einen Ort der Geborgenheit und der Entfaltung zu bieten.“ Ferner stellt der Heimleiter fest, dass die Nachfrage nach Aufnahmeplätzen nach wie vor vorhanden sei, ein objektives Zeichen dafür, dass das „Angebot nach wie vor äusserst gefragt ist“ und deshalb einem Bedürfnis entspricht.
Erfreulich verlaufene Umsetzungsphase
Positiv seien die ersten Umsetzungen der „Vision Bachtelen 20011“ über die Bühne gegangen. Neben der Einführung der Eingangsstufen bei der Sprachheilschule – sie verfügen seit Sportferien 2008 über ein eigenes Gebäude – weist Heimleiter Karl Diethelm in seinem Jahresbericht auf die Umgestaltung einer Wohngruppe des Internates in eine Tagesgruppe hin. „Damit konnte dem steigenden Bedürfnis nach fachlich gut ausgestatteter Tagesbetreuung Rechnung getragen werden.“ – Heimleiter Diethelm stellt fest, dass viele Anfragen für Neuaufnahmen vorliegen. Dies mache deutlich, dass das Angebot des Kinderheims Bachtelen gefragt sei und offensichtlich einem klaren Bedürfnis entspreche.
Das Berichtsjahr in Zahlen
Am Ende des Geschäftsjahres wurden im Kinderheim Bachtelen 169 Kinder und Jugendliche betreut. Darunter befanden sich auch acht Lehrlinge. Der grösste Teil der Betreuten, nämlich 159 stammten, aus dem Kanton Solothurn. – Am Ende des Berichtsjahres waren insgesamt 188 Personen mit verschieden grossen Pensen beschäftigt, darunter 19 Personen in Ausbildung. - An der Tagessonderschule in Solothurn wurden im Externat 32 Kinder unterrichtet. Die Sprachheilschule Bachtelen unterhält vier Ambulatorien: In der Stadt Grenchen, in Bettlach, in Selzach sowie ein heiminternes Ambulatorium. Betreut wurden in allen vier Abteilungen insgesamt 160 Kinder. Die Jahresrechnung sieht einen Aufwand von 18,343 Mio. und einen Betriebsertrag von 7,504 Mio. Der Fehlbetrag beläuft sich auf 10,839 Mio. Er wird von den Kantonen übernommen.
Der Präsident des Heimvereins, Carlo Crivelli, stellt fest, dass nach dem Rückzug der IV aus der Finanzierungsaufgabe für das Kinderheim, der Kanton Solothurn für drei Jahre deren Verpflichtungen übernimmt. Im Jahre 2008 übernimmt das Kinderheim Bachtelen Präsidium und Geschäftsleitung der Vereinigung der Solothurner Heimleiter und Heimpräsidenten. Für den altershalber zurückgetretenen langjährigen Leiter des Finanzwesens, Thomas X.F. Frey, wurde Marcel Probst gewählt.
Positive Erfahrungen mit der Eingangsstufe
Die Diskussion wird landesweit geführt: Die vier- bis achtjährigen Kinder sollen in der Eingangsstufe ins Schulleben starten. Bereits im August des vergangenen Jahres wagte die Sprachheilschule im Kinderheim Bachtelen diesen Schritt. Ueber die Bedeutung dieser neuen Schulstufe orientiert im Jahresbericht die Leiterin der Sprachheilschule, Hanns Kobelt. Mit der Eingangsstufe seien Frühförderung und Frühberatung verbunden. In unserer Zeit besitze die Kommunikation grosse Bedeutung. Mit der Eingangsstufe besitzt die Sprachheilschule eine bedeutende Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten für die soziale und schulische Integration von kommunikationsbehinderten Kindern. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass die Eingangsstufe für die Kinder der Sprachheilschule von grossem Vorteil ist. Weitere Verbesserungen im Konzept werden ständig vorgenommen und gleichzeitig wird nun geprüft, ob die Grundideen einer Eingangsstufe sich auch auf andere Schulstufen anwenden lassen.
Vier Tagessonderschulen im Kanton
Heimleiter Karl Diethelm kann sich vorstellen, dass neben der Tagessonderschule in Solothurn im Kanton drei weiter geführt werden können. Dabei will das Kinderheim eine derartige Institution am Sitz des Mutterhauses in Grenchen aufbauen. Eine Tagessonderschule könnte von einer örtlichen Organisation geführt werden, wobei das Kinderheim bei der Einführung mithilft. Schliesslich findet es der Heimleiter als sinnvoll, wenn ein analoger Betrieb im Schwarzbubenland durch Fachinstanzen aus dem Baselbiet geleitet wird.



