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Münzen herstellen wie im Mittelalter

Samstag, 21. Juni 2008 in Kultur
Brakteat mit dem Elefanten (ca. 1320, Münster Schwarzwald). copyright Kantonsarchäolgie Solothurn, Foto. J. Stauffer.
(Lukas Walter) Der Schatzfund aus dem Jahr 1929 ist zum ersten Mal in einer Ausstellung zur Burg Grenchen/Bettleschloss zu sehen. Heute, Samstag 21. Juni, können die Besucherinnen und Besucher im Rahmen einer Prägeaktion miterleben, wie im Mittelalter Münzen hergestellt wurden und können gleich selbst welche anfertigen.

Im Adamhaus präsentieren der Historische Verein Bettlach und die Museums-Gesellschaft Grenchen den Schatzfund aus dem Jahr 1929 sowie eine umfassende Geschichte zur Burg Grenchen – Bettleschloss. Endlich, betonten einige Besucher der Vernissage, könne man den berühmten Schatz sehen.
Doch nicht nur der Schatz stiess auf grosses Interesse sondern auch die zahlreichen Informationen rund um die Burg. In dieser Ausführlichkeit gab es noch keine Ausstellung zur Burg Grenchen – Bettleschloss. Die Ausstellungsmacher konnten auf die Leihgaben und die Mitarbeit der Kantonsarchäologie sowie des Kultur-Historischen Museums Grenchen zählen. Beide Organisationen beteiligten sich zudem an der inhaltlichen Aufbereitung. Höhepunkt ist aber der Fund, welcher der Ausstellung auch ihren Namen gibt: “Schatzfund Burg Grenchen – Bettleschloss“.

Alfred Fasnacht, anerkannter Experte für die Burg Grenchen, erklärte in seiner Eröffnungsansprache die Ausstellung. Er ging dabei auf den Schatzfund ein, der etwa 20 Brakteaten (Silberpfennige), rund 300 Silberschrötlinge (Halbfabrikate für die Brakteatenprägung) und weitere Gegenstände umfasste.
Für die Wissenschaft besitzt der Fund internationale Bedeutung und beschäftigt die Numismatik bis heute. Es ist weniger der materielle Wert der Gegenstände als vor allem deren Kombination, welche die Fachleute begeistert. Der Schatz zeigt die einzelnen Produktionsschritte der einseitig geschlagenen Silberpfennige, das gängige Zahlungsmittel der einfachen Leute im Mittelalter. „Der Schatz wurde auf der Burg vergraben, als diese bereits etwa 70 Jahre verlassen war“, erklärt Alfred Fasnacht. Weshalb dies geschah und warum dazu die Burg ausgesucht wurde, sei unklar und könne wohl auch nicht geklärt werden.

Im Anschluss demonstrierte Christoph Jäggy noch, wie im Mittelalter eine solche Münze hergestellt wurde. Unter Einbezug der Besucher und Besucherinnen führt er heute, 21. Juni, von 13 bis 16 Uhr eine weitere Prägeaktion durch. Damit wolle man das Verständnis für den Schatzfund veranschaulichen, erklärt Beat Leimer , Präsident des Historischen Vereins.

Weitere Aktionen sind in Planung. In der Ausstellung finden die Kinder zudem eine Spielecke mit verschiedenen Spielmöglichkeiten. Die Vernissage begleite Ursula und Marcel Schifferle mit spätmittelalterlichen Musikstücken. Auf Wunsch führt der Historische Verein Bettlach interessierte Gruppen durch die Ausstellung.

Die Ausstellung „Schatzfund Burg Grenchen – Bettleschloss“ dauert von 14. Juni bis zum 25. Oktober 2008, Öffnungszeiten Samstag 14 bis 16 Uhr und Sonntag von 10 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr. Die Veranstalter bieten ab zehn Personen auch Führungen ausserhalb der Öffnungszeiten an (032 645 27 77).

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