Grenchenberge für Windparkanlage bestens geeignet
Montag, 16. Juni 2008
in Grenchen
Windanlage auf dem Grenchenberg. (Foto: Paul-Georg Meister)
Windenergie wird die künftigen Probleme rund um die Stromversorgung der Schweiz kaum lösen, doch sie ist ein umweltfreundlicher Beitrag dazu. Unter diesem Gesichtspunkt hat das kantonale Amt für Raumplanung des Kantons Solothurn eine Studie erarbeitet, welche Standorte im Kanton für die Errichtung eines Windparks geeignet sind.
Wie die Studie zeigt, sind fünf Gebiete dazu sehr geeignet. Es sind dies die Grenchenberge, der Brunersberg bei Matzendorf, der Scheltenpass, der Passwang und die Schwängimatt bei Lapersdorf.
Label „Energiestadt“ verpflichtet
Die Diskussion in Grenchen drehte sich daher vorwiegend über den Standort auf den Grenchenberge, wo ja bereits eine kleine solche Anlage in Betrieb ist. Stadtpräsident Boris Banga wies in der Diskussion auf die Bedeutung dieser Anlage für die Stadt Grenchen hin. Als Energiestadt habe man sich verpflichtet, auch erneuerbare Energien zu fördern, gab Banga zu bedenken, dazu gehöre auch die Windenergie.
Gemäss Bernard Staub vom Amt für Raumplanung ist die Errichtung eines Windparks auch ein Einschnitt in die Landschaft und die Natur, den es zu beachten gilt. Gemäss Staub macht es keinen Sinn, viele kleine Anlagen über das ganze Kantonsgebiet zu verteilen. Vielmehr wolle man sich darauf konzentrieren, an einigen Standorten grosse Anlagen zu realisieren.
Die verschiedenen Referenten waren sich deshalb einig, dass der gestalterische Aspekt wichtig sei. Der Eingriff in die Landschaft soll so klein wie notwendig und die Wirkung der Anlage so gross wie möglich gestaltet werden.
Wie geht es weiter?
Wie Bernard Staub ausführte, könnten die ersten Windparks im Kanton Solothurn bereits 2011 realisiert werden. Allerdings, so unterstrich Staub, stehe man heute erst am Anfang eines langen Prozesses. Mit der kantonalen Studie sind nun die Grundlagen für eine solche Diskussion vorhanden, jetzt gehe es darum, die Bevölkerung in einem Mitwirkungsverfahren um seine Meinung zu bitten.
Nach den Sommerferien werden deshalb die ersten Richtplananpassungen zu den fünf möglichen Standorten öffentlich aufgelegt werden. Einwohnergemeinden, Regionalplanungen und Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, in diesem Mitwirkungsverfahren ihre Meinungen zu äussern.
Wie Bernard Staub meinte, solle die Vernehmlassung bis Ende Jahr abgeschlossen sein. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist also noch lange nicht gesprochen. Wie die Diskussion an diesem Abend zeigte, dürfte dem möglichen Windpark auf dem Grenchenberg vor allem von Seiten des Naturschutzes Opposition erwachsen. Und auch die Bürgergemeinde – sie ist Besitzerin des Landes auf dem Grenchenberg – hat in dieser Angelegenheit noch ein gewichtiges Wort mit zu reden.



