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“Glücksfall für Grenchen” - Marti-Schenk-Stiftung hat ihre Aufgabe erfüllt

Samstag, 14. Juni 2008 in Grenchen
Präsidentin Petra Schwaller zwischen Hanspeter Rentsch, Präsident der Stiftung Kunsthaus (links) und Fred Fasnacht, Präsident der Stiftung Museum (Foto: zvg)
(mgt) - 24 Jahre nach ihrer Gründung wurde im Rahmen eines Apéro im Kultur-Historischen Museum die „Stiftung Familie Josef Marti-Schenk“ aufgehoben. Sie hat – vor allem dank ihrer finanziellen Mittel – bedeutsame Wirkungen auf dem kulturellen Sektor Grenchens ausgelöst.

Petra Schwaller, die fünfte und letzte Stiftungsrats-Präsidentin (nach Rainer W. Walter, Hans Kaufmann, Hansjörg Werder und Markus Schläfli) hatte nach vielen Seiten Dank auszusprechen. Besondere Verdienste um das erfolgreiche Wirken der Stiftung erwarben sich Notar Anton Kofmel, von Beginn an juristischer Beistand, Jürg Mollet (Finanzen) und Rudolf De Toffol, der Grenchner Finanzverwalter, die mit einem Geschenk bedacht wurden.

Neben der Präsidentin warfen langjährige Stiftungsrat-Mitglieder Blitzlichter auf die Geschichte der Stiftung und schilderten ihre Eindrücke und Erlebnisse mit den beiden Stifterinnen Anna Möri-Marti und Mathilde Dietrich-Marti. Anton Kofmel, der Ende 1983 die Stiftungs-Urkunde verfasst und erstellt hatte, bezeichnete die Gründung der Stiftung am 24. Februar als „Wahren Glücksfall für Grenchen“.

Das Stiftungsvermögen bestand aus rund 1000 Objekten, darunter etwa 100 Landschaftsdarstellungen verschiedener Künstler, einige schöne Miniaturen, Jade-Figuren und rund 900 Porzellan-Objekte. Anna Möri hatte wertvolle Stücke (Teller, Tassen, Vasen, Kannen und Figuren) bekannter Manufakturen gesammelt und darüber hinaus Porzellan-Rohlinge kunstvoll bemalt. Die Objekte des Stiftungsvermögens sollten, so der Zweck der Stiftung, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Weil Grenchen damals weder ein Kunsthaus noch ein Museum besass, stellte die Stiftung Geldmittel für die Ausstellungs-Lokalitäten zur Verfügung: Vorerst je 50 000 Franken für die Stiftung Kunsthaus und die Museums-Gesellschaft, später kam noch eine Million Franken dazu. Anna Möri-Marti starb in den achziger Jahren, Mathilde Dietrich-Marti 1992 in einem Altersheim in Luzern, was Konsequenzen nach sich zog: Der Kanton Luzern löste mit seiner Forderung nach Erbschaftssteuer einen langen Rechtsstreit aus, der die Auszahlung der Geldmittel vorerst verhinderte.

Im Januar 2004 verzichtete der Kanton Luzern auf seine Forderungen - nachdem schon 1999 rund die Hälfte der Million ausbezahlt worden war, konnte nun endlich alles bereinigt werden. Hanspeter Rentsch, der Präsident der Stiftung Kunsthaus, betonte beim Apéro in seinem Dank an die Marti-Schenk-Stiftung, dass die erhaltenen Geldmittel bedeutend zu der Erweiterung des Kunsthauses beigetragen haben. Fred Fasnacht, Präsident der Stiftung Museum stellte fest, dass es ohne die Geldmittel der Marti-Schenk-Stiftung kein Kultur-Historisches Museum gäbe. Die Auflagen aus dem Stiftungsvertrag seien erfüllt worden: „Die Porzellan-Sammlung ist heute wissenschaftlich erfasst und kann weltweit im Internet besichtigt werden.“ Teile der Sammlung, so Fasnacht, seien nach dem geplanten Ausbau des Museums im Original zu sehen.
Das letzte Kapitel in der nicht immer gradlinig verlaufenen Geschichte der Marti-Schenk ist also geschrieben. Ende gut, alles gut – so lautet das Fazit. Kultur-Förderung hat eben, nicht nur in Grenchen, mit Geld zu tun.



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