Leserbrief Geschäftsleitung Schulen Grenchen zum SVP-Plakat im StadtAnziger
Donnerstag, 5. Juni 2008
in Leserbriefe
(Franziska Wyssmann, Ressortverantwortliche Schulleitung, Grenchen) - Am 22. Mai 2008 ist im Grenchner Stadtanzeiger ein Inserat von der SVP Stadtpartei Grenchen erschienen. Zu den dortigen Ausführungen zu den Kostenfolgen des Teamteachings in den Kindergärten sind Entgegnungen angezeigt.Die gesellschaftliche Entwicklung führt zu einer zunehmenden Heterogenität in den Kindergartenklassen. Blockzeiten (welche vom Kanton eingeführt werden) bringen unzweifelhaft die Voraussetzung, dass Familie und Kindergarten unter einen Hut gebracht werden können. Ebenso unbestritten dürfte sein, dass wenn der Kindergarten seine wichtigen Funktionen in der Wissensvermittlung und der sozialen Integration weiterhin optimal wahrnehmen soll, die Ressourcen für die Arbeit im Kindergarten zu erhöhen sind.
Eine Möglichkeit dafür bildet die Aufstockung der Stellenprozente pro Kindergartenklasse resp. das so genannte Teamteaching. Welche (kostengünstigere) Alternative sich zum Teamteaching nach Auffassung der Verfasser des besagten Zeitungsinserats böten, der eingangs genannten Entwicklung zu begegnen, nennen diese leider nicht und kennen sie offenbar auch nicht. Wir sind überzeugt, dass das Teamteaching genau diesen dringend nötigen individuell gestalteten Unterricht in optimaler Weise ermöglicht. Es vermag einen individuellen Lern- und Arbeitsrhythmus sicherzustellen, d.h. dass schwächere Kinder mit den anderen Kindern mithalten können und starke Kinder nicht plötzlich stehen bleiben.
Wir bedauern, dass diese qualitativen Überlegungen sowie der volkswirtschaftliche Nutzen (die Bildung ist das wohl wichtigste Zukunftskapital in der Schweiz) von den Verantwortlichen des Zeitungsinserates vom 22. Mai 2008 völlig ausgeblendet werden und kein Hinweis darauf erfolgte, dass die Stadt Grenchen mit der vorgesehenen Einführung und Umsetzung der Blockzeiten „gutsolothurnisch“ eine kantonale Vorgabe umsetzt.




Nicht dass früher alles besser war, aber Erfahrung ist halt manchmal ganz gut: ich hatte vor ca. 30 Jahren "nur" eine Kindergärtnerin; wir hatten Schweizer, welche schon lesen konnten, solche dies es noch nicht konnten. Wir hatten Italiener, welche perfekt deutsch konnten, wir hatten Italiener, die erst vor wenigen Monaten in die Schweiz gekommen sind, etc. Diese Heterogenität ist keineswegs neu.....sie besteht schon seit Jahrzehnten. Irgendwie finde ich, dass meine ehemaligen Kindergarten-Kollegen ganz gut mit einer "Ressource" klar gekommen sind. Wir haben gezeichnet, gebastelt, gespielt, gesungen, geblödelt. Ich hatte nicht den Eindruck, dass mein italienischer Kumpel, welcher vor 2 Monaten aus Domodossola eingereist war, weniger gut basteln konnte, so dass er ein "Teamteaching" oder einen "individuellen Lern- und Arbeitsrhythmus" benötigte. Wir sind heute immer noch sehr gute Kumpels und er kann mittlerweile perfekt Deutsch und ist fest im Leben verankert.
Die Integration findet in der Gemeinschaft statt, nicht in der Individualität.
Ursula Müller
Die Klassen sollten so aufgeteillt sein, dass 3/4 deutschsprachigen und 1/4 fremdsprachigen sind.
Nur so lernen die fremdsprachigen gut deutsch.
Meine Kinder haben die ersten 3 Lebensjahren nur italienisch gesprochen. Dann als sie in die Spielgruppe kamen, lernten sie von ganz alleine deutsch. Als sie dann den Kindergarten besuchten war sein deutsch sattelfest.
Das ist integration, sich gegenseitig helfen.
Ein Kind sollte im Kindergarten Kind sein. Ohne irgendwelchen Leistungsdruck und individuelle behandlungen. Der sollte dann mehr in der Schule gefördert werden. Besser dort in mehr Lehrkräfte investieren. Vorallem in psychisch Stabile und komnsequente und nicht irgendwelche Hippielehrerinnen. Sonst gibt es nur Aussenseiter und verwöhnte verweichlichte Kinder.
Solche Kinder dann fast keine Chance in der freien Wirtschaft. Denn dort gibt es keine sonderbehandlung. Dort muss man selbst lernen, sich selbst bemühen. es wird einem nicht geholfen. Man wird gefordert und muss funktionieren, auch wenn man Krank ist.
Wie soll man das wenn man verweichlicht wird? Wenn man immer 100Lehrerinnen hat die einem individuell behandeln?
Solche Leute werden ein Fall für Geschützte Werkstätten oder Lehrstellen. Da sie mit dem Druck und der Belastung von heute nicht klar kommen.
Da übt man besser mit dem ganzen Kindergarten 1mal pro Woche Kommunikation und Soziale kompetenzen, da die meisten Leute sich sooderso falsch verstehen. Die Eltern könnte man auch hinzuziehen, das wird denen nicht schaden.
Sie haben völlig Recht.
Schon in der 1 Klasse müssen sie soooooo viel tun. Meine Tochter die, die 1. Klasse besucht hat 5 verschiedene Lehrkräfte. Sie basteln in der Schule plus gehen zusätzlich ins Werken usw.
Ich mag mich noch errinnern, als ich die 1. Klasse besuchte. Wir lernten Rechnen, Schreiben, Basteln, Singen ..... alles mit der selben Lehrerin.
Bei der Schule ist eine Frau die zustandig ist, für jene Kinder die legastemie oder diskalkulie haben. Meine älteste Tochter wurde dieses Jahr im Februar 2008 getestet. Sie hat diskalkulie. Leider ist diese Frau so überlastet, dass meine Tochter in der Warteliste ist und es wird erst Februar 2009 ein Platz für sie geben.
1 Jahr muss meine Tochter warten aber für dieses problem sollte man so schnell wie möglich therapiert werden.
Sie ist zurzeit in Therapie aber privat.
Leider spart man immer am falschen Ort.
Übrigens Legastemie und Diskalkulie sind keine Krankheiten!
Auch zu meiner Zeit wurde im Kindergarten schon über mögliche Defizite geredet!
Das ist heute genaugleich...leider nehmen heute viele Eltern solche Berichtigungen negativ auf. Ja schon fast Persönlich...
Kinder lernen zum Leben, und nicht in 1. Linie zum Spass !
Das war, und ist noch immer so.
(auch ich distanziere mich zur SVP, oder zu irgendwelchen anderen Institutionen)