Rodania: Qualitätsorientierte Weiterentwicklung der Stadt - Serie zum Wakkerpreis
Mittwoch, 28. Mai 2008
in Wakkerpreis 2008
(Foto: Sarah Meister)
Zur Bildergalerie
Wer in Grenchen am Bahnhof Süd steht, dem fallen die Gebäude der Rodania-Stiftung für Schwerbehinderte auf der gegenüberliegenden Seite sofort auf. 42 Menschen sind dort zuhause und besuchen die zur Institution gehörende Tagesstätte. Deren Angebot nehmen zusätzlich sieben weitere Personen in Anspruch.
Die Bauten, in denen diese Menschen leben und einer Beschäftigung nachgehen, gehören zu jenen, die ausschlaggebend waren dafür, dass der Wakkerpreis 2008 an Grenchen geht. Die Wakker-Kommission entschied sich für die Stadt Grenchen wegen ihrem sorgfältigen Umgang mit Bauten aus der Nachkriegszeit. Aber auch die qualitätsorientierte Weiterentwicklung der Stadt ist ein Grund, warum sich der Schweizer Heimatschutz für Grenchen entschieden hat.
Die Gebäude der Rodania-Stiftung vereinen diese beiden Punkte in sich: Das Areal beinhaltet zum einen ein Gebäude der ehemaligen Uhrenfabrik Rodania aus den 50er-Jahren - dort sind die Tagesstätte und das Sekretariat zu finden - und zum anderen zwei neue Wohnbauten. 2006 wurden die Wohnbauten und 2007 nach einer einjährigen Sanierung die Tagestätte bezogen.
In den beiden Neubauten auf dem gleichen Areal sind sieben Wohngruppen angesiedelt. 2003 schrieb die Stiftung einen öffentlichen Architekturwettbewerb aus. Dabei habe man offen gelassen, ob das alte Rodania-Gebäude in das Bauprojekt einbezogen werde, berichtet Claude Barbey, Grenchner Stadtbaumeister und Baukommissionspräsident der Rodania-Stiftung. "Wichtigstes Kriterium war ganz klar die Wohnqualität, denn die Menschen leben in der Regel viele Jahre hier", so Claude Barbey. Der Aufwand des Wettbewerbes habe sich gelohnt. Aus über 80 Projekteingaben habe man bezüglich Funktionalität und Wirtschaftlichkeit sich für das Optimum entschieden, für das Projekt des Bieler Architekturbüros Arge Biel 97.
2006 konnten die beiden Wohntürme bezogen werden. Sie sind fast quadratisch und verfügen über geschosshohe Fenster. Obwohl sie viel später gebaut worden sind als das ehemalige Fabrikgebäude, bilden sie mit diesem eine Einheit. Und wer genau hinschaut, entdeckt spannende Details wie die spielerische Kunst am Bau von Marc Reist. Dieser hat unter anderem an der Wand neben dem Sitzplatz rote, gelbe und blaue Wellen gestaltet, die man durch Berühren zum Klingen bringen kann.



