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Gedanken zum Karfreitag

Freitag, 21. März 2008 in Kultur
Themenbild: Paul-Georg Meister

Karfreitag ist für die Christen auf der ganzen Welt ein besonderer Tag. An diesem Tag nämlich starb Jesus Christus am Kreuz. Den nachstehenden Text – Gedanken zum Karfreitag – haben wir der Online-Zeitschrift für Gesellschaft, Kultur und Glaube „Quod est dicendum“ entnommen.

(Thomas Gerold) - Christus ist am Kreuz gestorben. Der Sohn Gottes ist gestorben wie ein Verbrecher. Auf die grausamste Art hingerichtet. Dieses außergewöhnliche Ereignis begehen wir wie jedes Jahr am Karfreitag. Jedes Jahr gedenken wir dieser Hinrichtung vor fast 2000 Jahren. Täglich werden wir daran erinnert, wenn wir auf ein Kreuz stoßen. Alltäglichkeit und Ungeheuerlichkeit liegen direkt nebeneinander.

Der Tod von Menschen ist nun nichts Außergewöhnliches. Täglich sterben Menschen. Jeder Mensch wird sterben. Eine Besonderheit des Todes Jesu ist, dass er unschuldiger gestorben ist. Er war ganz ohne Sünde. Das Sterben des Unschuldigen ist noch nichts außergewöhnliches. Immer sind die Unschuldigen die ersten Opfer. In jeder Auseinandersetzung trifft es sie. Bei jedem Krieg werden sie verstümmelt und getötet. Aber gerade deshalb wird der Tod Jesu besonders bedeutsam. Er teilt ihr Schicksal. Sein Tod hat Ähnlichkeit mit dem Tod der vielen unschuldigen Opfer. Der Erlöser, der Sohn Gottes teilt ihr Schicksal. Er macht ihr Leiden, seinem Leiden ähnlich.

Noch etwas am Tod Jesu ist ungewöhnlich Gewöhnlich sterben in unserer Welt die Schwachen eines gewaltsamen Todes. Die Starken dagegen setzen sich durch. Jesus hat sich anders entschieden. Er, der Sohn Gottes, ließ sich kreuzigen. Er rief nicht eine Armee von Engeln herbei, die für ihn hätte kämpfen können. Er ließ seine Mörder gewähren. Sein Tod zeigt bis heute, wozu Menschen fähig sind. Sein Tod zeigt, wozu wir letztendlich fähig sind. Wir Menschen sind dazu fähig den Sohn Gottes, der kommt, um uns zu retten zu kreuzigen. Dennoch rettet er uns. Und er rettet uns gerade in seinem Tod.

Nun liegt sein Tod fast 2000 Jahre zurück. Sein Kreuz ist getragen, sein Tod ist gestorben. Doch es bleibt mehr als die Erinnerung, es bleibt mehr als die die Welt und die Geschichte verändernden Tat. Es bleibt auch etwas zu tun. Wir müssen unser Kreuz tragen. Wir müssen mit Christus gekreuzigt werden. Wir müssen mit ihm in unseren schlimmsten Stunden nach dem Gott schreien, der uns verlassen zu haben scheint. Wir müssen mit ihm sterben. Doch kündigt sich im Sterben schon die Auferstehung mit Christus an.

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