Autobuslinie Biel – Meinisberg wird künftig nicht mehr von der BGU bedient werden
Freitag, 29. Februar 2008
in Grenchen
Keine Extrafahrt für den BGU. Die Strecke Biel-Meinisberg geht an die Konkurrenz. (Foto: Paul-Georg Meister)
„Wir sind praktisch wieder gleich weit wie vor der Fusion“, sagt Hans-Rudolf Zumstein, Geschäftsführer des BGU. Zusammen mit dem Bundesamt für Verkehr hatte der Kanton Bern im Mai 2007 fünf regionale Buslinien im Raum Biel ausgeschrieben. Der BGU reichte eine Offerte für die Linie Biel-Meinisberg ein, doch das Rennen machte die Konkurrenz: Ab Anfang Dezember 2008 wird der Aare Seeland mobil die Strecke betreiben. Somit verliert der BGU das Streckennetz von 11.5 Kilometern Länge, welches er durch die Fusion übernommen hatte.
Die Offerte der Aare Seeland mobil habe mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis überzeugt, teilt das Amt für Information des Kantons Bern mit. Die Aare Seeland mobil habe ein um 13.5 Prozent günstigeres Angebot gemacht als der BGU, sagt der BGU-Geschäftsführer: „Da können wir nicht mithalten.“ Aufgrund der langjährigen Erfahrung des ABM auf dieser Strecke sei man von „realistischen“ Erträgen ausgegangen. Die Aare Seeland mobil habe hier mit höheren Erträgen gerechnet, welche Zumstein als „schwer zu erreichen“ einstuft.
„Der Preis ist sicher ein wichtiges Kriterium gewesen, dass wir ausgewählt wurden“, sagt Andreas Flückiger, Leiter Öffentlicher Verkehr der Aare Seeland mobil. Zudem gehe er davon aus, dass die ganz neuen abgasarmen Fahrzeuge, die die Aare Seeland mobil einsetzen will, ein Argument für die Wahl gewesen seien. „Sobald die Beschwerdefrist von 30 Tagen abgelaufen ist, werden wir diese Fahrzeuge bestellen“, so Flückiger. Ein kleines Detail am Rande: Auch der BGU plante, auf dieser Strecke abgasarme Erdgasbusse einzusetzen.
Beim Berechnen der Erträge sei man sicher optimistisch gewesen, entgegnete Flückiger auf die Vermutungen des BGU-Geschäftsführers: „Wir gehen aber davon aus, dass wir mit gutem Marketing die Nachfrage anregen können.“
Die sieben Mitarbeitenden, welche der BGU im letzten Jahr vom ABM übernommen hatte, müssen nicht um ihre Stelle fürchten: Aare Seeland mobil werde ihnen „eine neue Stelle zu üblichen Konditionen“ anbieten, wie das Amt für Information des Kantons Bern mitteilt. „Diese Personen sind bei uns willkommen“, sagt Andreas Flückiger von der Aare Seeland mobil. Nach Ablauf der Einsprachefrist werde man mit ihnen Kontakt aufnehmen.
Mit einer Einsprache vonseiten des BGU ist indes eher nicht zu rechnen: „Für uns gilt es jetzt, vorwärts zu schauen“, betont Hans-Rudolf Zumstein. Am Montag, 3. März, wird der Verwaltungsrat des BGU sich entscheiden, ob man gegen die Wahl des Kantons und des Bundesamt für Verkehr Rekurs einlegen wird. Er denke aber nicht, dass es zu einem Rekurs kommen werde, sagt Zumstein. Vielmehr sei jetzt die Konzentration auf die verbliebenen Buslinien wichtig. In zwei Punkten stehe der BGU trotz des Rückschlags besser da als zur Zeit vor der Fusion: „Wir konnten Lommiswil erschliessen und die Linie 10N Bettlach Allmend ausbauen“, so der BGU-Geschäftsführer.





