Kolumne: Schön war sie, die wunderbare Obernarren-Zeit
Donnerstag, 31. Januar 2008
in Fasnacht
Die Zeit vergeht immer schneller. Mir scheint meine Zeit als Obernarr – und das waren immerhin sieben Jahre – im Flug vorüber gegangen zu sein. Warum ich überhaupt Obernarr werden wollte? Nun, ich hatte ein Vorbild. Teddy Buser, acht Jahre älter als ich, ist im gleichen Haus aufgewachsen wie ich. Er war für mich wie ein grosser Bruder, und er war für mich in den 80er-Jahren so etwas wie ein Super-Obernarr. Damals steckte die Grenchner Fasnacht in einer Hochblüte, und ich wünschte mir, auch einmal Obernarr zu werden – so einer wie Teddy. Als ich es wurde, war das für mich eine grosse Ehre. Ich lernte viele interessante Leute näher kennen.
Türen öffneten sich für mich, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existierten. Zahlreiche Närrinnen und Narren haben mit mir zusammen schöne närrische Anlässe organisiert und in vollen Zügen genossen.
Leider haben wir nicht mehr die glorreichen Fasnachtszeiten der 80er-Jahre erleben können. Fatal waren die vielen Beizenschliessungen oder -veränderungen, z.B. Löwen, Odeon, Commerce, Rössli, Pöstli alle mit Sälen. Es wurde auch immer schwieriger, Nachwuchs zu finden für die verschiedenen „Pösteli“ und „Ämtli“. Wie die andern Vereine stellten auch wir im Narrentum fest, dass immer weniger Menschen bereit sind, in der Freizeit Freiwilligenarbeit zu leisten und Verantwortung für eine nicht bezahlte Mitarbeit zu übernehmen. Aber: „s'het äuä müesse so si“.
Aber was will ich hier jammern? Schön war es trotzdem. Jedenfalls denke ich mit grosser Freude und Genugtuung an die vielen wunderbaren Momente an Hilari, Plausch, Chesslete, Chinderfasnacht, Umzug, Böggverbrennen und an die Strassen- und Beizenfasnacht zurück. Das alles kann mir und all den Mitgeniessern niemand mehr nehmen.
Für mich ist es die letzte Fasnacht als Obernarr. Ich danke allen, vom kleinsten Närrlein bis zu den grössten Närrinnen und Narren für das Mittun. Den Mitgliedern von Behörden und Verwaltung mit Stadtpräsident Banga an der Spitze danke ich für die wirklich tolle Unterstützung und dafür, dass sie als Sujet für Sprüche und Schnitzelbänke immer wieder schmunzelnd hergehalten haben. Meinem designierten Nachfolger Thomy Meister wünsche ich viel Glück und Erfolg. Ihnen alle, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich eine tolle Fasnacht. Wie sie auch immer verläuft, was Sie mit ihr erleben, denken Sie dran: „s'muesssosi“.
Tschau zäme, schöni Fasnacht, bis auf ein Andermal.



