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Kolumne: Technik und Verkehrsführung

Donnerstag, 10. Januar 2008 in Kolumnen

(Paul-Georg Meister) - Zu Weihnachten habe ich ein so genanntes Navigationsgerät für’s Auto bekommen. Das ist an und für sich eine gute Sache, denn damit kann ich mich nun (fast) nicht mehr verfahren und finde praktisch jede Adresse auf Anhieb.
Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, denn in der Zwischenzeit habe ich mit dem elektronischen Pfadfinder mit der sympathischen Stimme ein echtes Problem bekommen. Wenn ich beispielsweise vom Restaurant Feldschlösschen auf die Autobahn fahren will, zeigt mir das Gerät eine Route an, die mitten durch die Stadt führt.

Logisch, sagen Sie nun, und haben damit ja sicher recht. Das ist die kürzeste Route.

Das sagte auch mein Kollege Kurt, den ich auf das Problem angesprochen habe. „Das ist doch einfach die kürzeste Strecke“, sagte er, „das ist doch gut so.“

Ist es aber nicht. Denn gemäss städtisch-verordneter Verkehrsführung sollte ich doch einen grossen Kreis um das Stadtzentrum herumfahren. Vom Feldschlösschen zum Friedhof, über den Swatch-Kreisel und die Schlachthausstrasse zum Kampfjet-Kreisel und dann auf die Autobahn. Doch mein elektronischer Pfadfinder will das nicht. Immer wenn ich diese Route fahren will, fordert er mich auf, abzubiegen und durch die Stadtmitte zu fahren, was ich doch nicht sollte. Was also tun?

Mein Kollege Kurt hatte eine Idee. „Du kannst doch verschiedene Routenführungen einstellen“, sagte er. Nimm doch mal die kürzeste Route“ – das Resultat war das selbe, das Gerät führte mich mitten durch die Stadt.

„Dann nimm die ökonomischste Route“, schlug Kurt vor, – das Resultat war das selbe, das Gerät führte mich mitten durch die Stadt.

„Versuch’s doch mal mit der ökologischsten Route“, meinte Kurt schliesslich – das Resultat war das selbe, das Gerät führte mich mitten durch die Stadt.

Ich war am verzweifeln und Kurt wusste nicht mehr weiter. „Eine andere Routeneinstellung gibt es nicht mehr, du kannst nur zwischen schnell, umweltschonend und wirtschaftlich wählen“, stellte er fest – „und da gibt es anscheinend keine andere Möglichkeit“.

„Gibt es dann nicht noch die Option ‚die dümmste Route‘, vielleicht wäre das die Lösung“ fragte ich Kurt.

Doch diese Option gibt es nicht.

Kommentare
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"Gibt es dann nicht noch die Option, die dümmste Route‘, vielleicht wäre das die Lösung fragte ich Kurt."

Die gibt es schon..in den Köpfen von intellektuell verstopften Planer und Politiker. ;-)
Ich weiss, ich sollte still sein, weil all die psychomentalen Programme die STILLE (Totalität) niemals berühren können…:-))

http://youtube.com/watch?v=Kul_kmZHonk&feature=related
#1 Rolf Bieri (Homepage) am 10.01.2008 06:58 (Antwort)
Danke für diesen Beitrag. Er trifft den Nagel auf den Kopf. Man fragt sich wirklich, was unsere Planer sich dabei ausgedacht haben. Von Umweltschutz kann jedenfalls keine Rede sein. Auch nicht von Verkehrssicherheit.
#2 Markus am 10.01.2008 09:52 (Antwort)
Genau, ich suche immer noch Wege, um mein Kopf endlich leeren zu können.

Möglichkeiten:
-Es gibt ja nun Navigationsgeräte die man "belehren" kann = bessere PISA-Werte....
-Quartiere befahren = Innenstadt beleben, da man nur dort entspannt... (Geld ausschütten kann)
-Umleiten = Innovatives kann gesehen werden...
-Parallel fahren = Schüler lernen schon mal ihre zukünftige Auto Route kennen...
-neue Bodenmarkierungen = Wir haben nun ein Fahr-Leitungs-System(FLS)...
#3 Oli am 10.01.2008 18:37 (Antwort)

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