Kolumne: Weihnachts-Leid
Donnerstag, 13. Dezember 2007
in Kolumnen
(Sabine Waelti) - Manchmal ändert sich ein Mensch innerhalb weniger Jahre um 180 Grad. Mir ist das auch passiert, zumindest was ein Thema anbelangt. Wurde ich als etwa 20-Jährige nach meinen liebsten Hobbys gefragt, nannte ich an allererster Stelle "Shopping". Und genau das hat sich geändert.
Heute gibt es nämlich kaum eine Tätigkeit, welche ich noch mehr hasse als Einkaufen. Und weil ich es immer möglichst lange hinauszögere, mich in das schnäppchen-orientierte Gewühl zu werfen, hat mein Kleiderstil in den letzten Jahren enorm gelitten.
Es gibt allerdings etwas, das mir noch mehr auf die Nerven geht als das gewöhnliche Einkaufen: Es ist das Einkaufen zur Vorweihnachtszeit. Mich inmitten unzähliger Leute zu bewegen, die – wie ich – verzweifelt auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken sind, finde ich einfach ätzend.
Noch ätzender finde ich, dass ich diese Suche stets so lange wie möglich vor mir herschiebe. Das Resultat ist jedes Jahr dasselbe: Ich kaufe alle Geschenke am 24. Dezember, im Wettlauf mit den Ladenschlusszeiten.
Genau das wollte ich dieses Jahr ändern. Meine Angehörigen sind mir da allerdings keine wirkliche Hilfe. Frage ich sie, was sie sich wünschen, kommt die sehr gut vorhersehbare Antwort: "Nüüüüüüt". Na super!
Also ging ich los und hoffte, dass ich schon was für meine Lieben finde, wenn ich mich mit dem vorhandenen Angebot auseinander setze.
"Soll ich`s einpacken?", fragte die Verkäuferin. "Nein, nein", antwortete ich, "wissen Sie, ich wollte zwar eigentlich Geschenke für meine Leute kaufen. Aber ich finde einfach immer nur Sachen für mich selbst." Die Verkäuferin starrte mich mit einem Was-bist-denn-du-für-eine-blöde-Kuh-Blick an und nahm mein Geld.
Tatsächlich beschränkt sich das Resultat meiner Geschenk-Suche bisher auf drei Bücher, zwei Pullis, eine CD und unzählige Schmuck-Schnickschnack-Sachen – alles für mich selbst. Nun, so schlecht ist das eigentlich gar nicht, denn so werde ich mich nach Weihnachten etwas weniger in Läden aufhalten müssen.
Und noch was an meine Lieben: Das Suchen nach euren Geschenken stinkt mir zwar immer, aber euch diese zu überreichen macht mir dann doch jedes Mal Freude. Ihr werdet also auch dieses Jahr etwas bekommen – und wenn ich es am 24. Dezember kaufen muss!



