„Play it again, Ray Charles” im Grenchner Parktheater
Dienstag, 27. November 2007
in Kultur
(Bild: zvg)
Ray Charles führte ein aussergewöhnliches Leben, wie es wohl kaum ein anderer populärer Musiker vorzuweisen hat. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, verlor mit 7 Jahren sein Augenlicht, kurz darauf starben seine Eltern. Allein und blind hatte er mit dem vorherrschenden Rassismus in den Südstaaten zu leben.
Und doch galt Ray Charles bereits mit 32 Jahren weltweit als unumstrittenes Genie. Er war der Erste, der Gospel, Jazz, Blues und Country miteinander verschmolz und damit einen neuen Musikstil kreierte: den Soul!
Im Mittelpunkt steht Ron Williams. Der in München lebende Kalifornier scheint mit Brother Ray - nach Martin Luther King - die zweite grosse Rolle seines Lebens gefunden zu haben. Bis in die motorischen Feinheiten hinein hat er sich den Gang, die Sprache, die Mimik jenes berühmten blinden Musikers erarbeitet, der sich nie als behindert ansah und lebenslang unbedingt ohne fremde Hilfe zurecht kommen wollte.
So eindrucksvoll diese Metamorphose optisch ist - noch verblüffender ist sie akustisch: Ron klingt tatsächlich wie Ray.
Um Williams herum agiert eine großartige Truppe mit Stars wie Lacy Phillipps und der stimmgewaltigen Linda Fields, die eine der drei Raelettes verkörpert. Dazu eine schwarzweisse-Band ... die satte Klangteppiche produziert. Der beklemmende Höhepunkt ist wohl Elton Johns Sorry Seems to be the Hardest Word in einer Szene, in der das ganze Elend des - damals heroinabhängigen - Sängers offenbar wird.
Weitere Infos dazu erhalten Sie unter www.parktheater-grenchen.ch. Vorverkauf: BGU, Kirchstrasse 10, Grenchen (Tel. 032 644 32 11).



