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SWG und Bürgergemeinde klären Erweiterung der Windenergieanlage auf dem Grenchenberg ab

Donnerstag, 1. November 2007 in Grenchen
Wird die jetzige Windturbine auf dem Grenchenberg schon bald nicht mehr alleine dastehen? SWG und BGG prüfen einen Ausbau der Windenergie auf dem Grenchenberg. (Foto: Paul-Georg Meister)
(Paul-Georg Meister) - Das neue Energiegesetz fördert „neu erneuerbare Energien“, wie Photovoltaik, Kleinwasserkraftwerke und Windenergieanlagen. Seit den frühen 90er-Jahren ist auf dem Grenchenberg eine Windenergieanlage in Betrieb. Die Städtischen Werke Grenchen (SWG) klären derzeit ab, ob sich der Ausbau der Anlage wirtschaftlich lohnen würde.
„Der Grenchenberg ist ein guter Standort für Windenergieanlagen“, ist Per Just, Direktor der SWG, überzeugt. Nachdem die Stadt Grenchen das Label „Energiestadt Grenchen“ erhalten und der Gemeinderat im Frühling 2007 ein SP-Postulat in Sachen Windenergie erheblich erklärt hat, werden die SWG in Kürze mit vertiefteren Windmessungen im Gebiet der Grenchenberge beginnen. Erste Einschätzungen der Windverhältnisse haben nämlich gezeigt, dass die Jurahöhen höchstwahrscheinlich ein guter Standort wären.

Und dies aus verschiedenen Gründen. Zum einen, so erklärt Per Just, sind die Windverhält¬nisse ideal, zum andern ist der Berg sowohl mit elektrischen Leitungen als auch mit einer gut ausgebauten Strasse erschlossen. „Dies sind ideale Voraussetzungen, um eine solche Anlage wirtschaftlich errichten zu können.“

„Neu erneuerbare Energie“ erschliessen

Das Projekt der SWG sieht deshalb den Bau neuer Anlagen vor. „Wenn sich die Zahlen der bisherigen Windmessungen erhärten, könnte ich mir einen Endausbau mit bis zu sieben bis neun Windturbinen vorstellen“, gibt Just zu Protokoll.

Mit einer solchen Anlage würde Grenchen einen wichtigen Beitrag an die „neu erneuerbaren Energien“ leisten. Eine einzige Anlage könnte wahrscheinlich den durchschnittlichen jährlichen Strombedarf von rund 600 Haushaltungen abdecken.

Bürgergemeinde Grenchen muss mitmachen

Die SWG können dieses Projekt allerdings nicht alleine realisieren. Neben Investoren muss vor allem auch die Bürgergemeinde Grenchen – sie ist Besitzerin des Landes – zu diesem Ausbau „Ja“ sagen. Per Just hat deshalb dem Bürgerrat seine Pläne bereits vorgestellt.
Für den Bürgergemeindepräsidenten Franz Schilt ist das Projektzukunftsgerichtet und wirtschaftlich interessant. „Wir haben die Idee der SWG zur Kenntnis genommen. Sie wird nun im Bürgerrat diskutiert und, wenn man zu einem positiven Schluss kommt, schliesslich der Bürgergemeindeversammlung zum Entscheid vorgelegt.“

Holz und Strom als interessante Alternative

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist also noch lange nicht gesprochen. Dennoch, das Projekt zeigt eine interessante mögliche Entwicklung auf. Zusammen mit dem alternativen Energieträger Holz, der in Grenchen ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, könnten Bürgergemeinde und Städtische Werke einen wichtigen und effizienten Schritt zur Umsetzung des neuen Energiegesetzes leisten.

Der Entscheid muss allerdings gut überlegt sein. Per Just gibt zu bedenken: „Wenn die Anlage erstellt wird, so wird sie optisch nicht ohne Einfluss auf die Landschaft sein.“ Die Windturbinen werden vom Mittelland weit herum sichtbar sein. Doch genau dies könnte auch eine Chance sein. Eine solche Anlage könnte zu einer Touristenattraktion werden.

Im Idealfall könnte die Anlage bereits 2010 in Betrieb genommen werden. Doch für Per Just wie für Franz Schilt ist klar, dass dieser Zeitplan nicht erste Priorität hat. Übereinstimmend sind beide der Meinung, dass das Projekt in allen Details sauber abgeklärt werden muss. Wenn es sich als positiv herausstelle, spiele es keine Rolle, ob die Anlage ein Jahr früher oder später realisiert werde, sind beide überzeugt.


Kommentare
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Ich habe soeben den Bericht gelesen und kann der Stadt Grenchen nur gratulieren zu diesem Projekt. Das ist nun mal ein richtig mutiger Schritt etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.
Es hat keinen Zweck, sich einfach gegen Atomkraftwerke zu stellen, wenn man keine Alternativen anzubieten hat. DAS IST EINE ALTERNATIVE.
Ich gratulieren den beiden zitierten Herren für ihren Mut und ihren Vorausblick in Sachen Energiepoltik.
#1 W. Kleiner, Zürich am 01.11.2007 15:53 (Antwort)
Bravo Herr Just

Endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung. Die Windenergie ist umweltfreundlich, verbraucht kaum Land und ist einfach schön anzusehen. Ich kann es kaum erwarten von Grenchen aus auf dem Jurakamm die Turbinen zu sehen.
#2 Stefan Mauerhofer am 05.11.2007 11:52 (Antwort)
Auch ich befürworte erneuerbare Energien und kann die Windenergieanlagen nur unterstützen! Ob sie jedoch ein AKW ersetzen, wage ich zu bezweifeln.
Wenn solche Turbinen auf dem Grenchenberg realisiert werden sollten, bin ich gespannt von
welcher politischen Seite die Einsprachen kommen.
Marcel Boder
#3 Boder Marcel (Homepage) am 06.11.2007 00:26 (Antwort)
Das das ein Schritt in die richtige Richtung sei, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Umweltfreundlich mag's ja sein. Das wärs dann aber auch schon. Schön anzusehen? Also ich bitte Sie! Nun zur Ernüchterung: So eine Windturbine hat eine Leistung von sagen wir mal *2 MW*, ein KKW wie Gösgen *1000 MW* (Der geneigte Leser merkt schon was), das ergäbe dann *nur* ungefähr 500 dieser Windräder um ein KKW zu ersetzen. Toll! Wirklich eine Alternative....
#4 WernieX am 06.11.2007 09:16 (Antwort)
Früher hatten die Holländer auch Angst, dass ihre Windräder die Landschaft verschandeln würde. Heute sind sie Touristenattraktionen. Das Verschandelungsargument wird meistens missbräuchlich und willkürlich verwendet. Ausserdem lässt sich über Geschmack immer streiten. In Bezug zur Atomenergie stellt sich bei der Windenergie nicht die Frage, "entweder-oder" sondern "sowohl als auch". Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Windenergiebefürworter gleichzeitig Atomenergiegengner sind.
#4.1 Stefan Mauerhofer am 06.11.2007 16:58 (Antwort)
Hallo Wernie,
ich kann deine Argumentation nicht ganz verstehen. Jede umweltfreundliche Energiequelle, die zudem noch erneuerbar ist, ist doch besser als ein AKW. Klar sind es nur kleinere Strommengen, die da produziert werden, aber Kleinvieh macht bekantlich auch Mist.
Ich bin froh, dass in unserer Region solche Mglichkeiten geprüft werden und ich hoffe sehr, dass man sie nicht nur prüft, sondern auch realisiert.
Ein Chinesisches Sprichwort sagt: Um ein Ziel zu erreichen, muss man einen ersten Schritt tun.
Das ist damit wohl getan. Hoffen wir, dass wir unser Ziel erreichen - nämlich keine neuen AKW's mehr.
#4.2 H. Gemperle am 06.11.2007 17:15 (Antwort)
Sehr geehrte Damen und Herren
Es ist erhebend und auch sehr nützlich, dass nun eine Diskussion bezüglich der Stromproduktion zustandekommt. Wir dürfen die Sache jedoch nicht banalisieren, indem wir nur die Atomkraft verneinen oder nur auf Ökostromproduktion setzen. Vielmehr müssen wir für die Zukunft alle Register ziehen. dh. Energie einsparen, neue ökologische Produktionsarten planen um umsetzen. Am ende dieser Bemühungen werden wir dann einsehen müssen, dass es ohne zusätzliche grosse Kraftwerke nicht gehen wird. Seien dies nun AKW's oder GUD's oder was auch immer. Ich meine nur so können wir eine langfristig sichere Stromversorgung sicherstellen.
#5 P.Just (Homepage) am 06.11.2007 18:10 (Antwort)
Bin ganz deiner Meinung!
#5.1 Stefan Mauerhofer am 07.11.2007 09:00 (Antwort)
Vielen Dank für die klaren Worte Herr Just. Ich persönlich höre zwar nicht unbeding gerne, dass es keine Alternative zu Atomkraftwerken ist. Aber ich bin der Meinung, dass wir nicht die Augen vor Tatsachen verschliessen dürfen. Und Sie, Herr Just, sind ja anscheinend ein Fachmann, der weiss, wovon er spricht.
Ich hoffe aber noch immer, dass die Leute klug werden und eben auch Strom (und andere Energien) sparen. Das dürfte meiner Meinung nach, zusammen mit eben diesen alternativen Projekten, der richtige Weg sein.
#6 w. Kleiner, Zürich am 07.11.2007 14:13 (Antwort)

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