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KOLUMNE: Missverstandene SVP-Schöfli

Montag, 8. Oktober 2007 in Kolumnen
(Parzival Meister) Ein weisses Schöfli kickt vor zwei anderen weissen Schöfli ein schwarzes Schöfli aus der Schweiz. Wir alle kennen das SVP-Wahlplakat. Rassistisch, menschenverachtend, fremdenfeindlich, … die Liste der Beschimpfungen, welche diese Kampagne erntet, ist gross. Ich sage dazu: Alles liegt im Auge des Betrachters. Und Ihr Schimpfmäuler betrachtet es halt einfach falsch!


Dieses SVP-Plakat ist weder rassistisch, noch menschenverachtend und schon gar nicht fremdenfeindlich. Im Gegenteil! Die Schöfli symbolisieren die weltoffene und multikulturelle Schweiz. „Wie das denn?“, fragen Sie sich bestimmt. Nehmen wir die Kampagne doch mal genauer unter die Lupe.

Einen Arschtritt bekommt das „schwarze Schaf“. Doch was symbolisiert ein schwarzes Schaf? Vielleicht einen Schwarzafrikaner? Oder einen braungebrannten Südländer? Nein. Ein schwarzes Schaf ist im Volksmund einer, der aus der Reihe tanzt, indem er sich daneben benimmt und sich nicht an Regeln hält – das „enfante terrible“ halt! Ob Afrikaner, Asiat oder Europäer, ob schwarz, weiss, gelb oder rot, ob Christ, Muslim oder Buddhist, jeder kann ein schwarzes Schaf sein. Das hat nichts mit seiner Herkunft, sondern mit seinem Verhalten zu tun. Und ja, auch ein Schweizer kann ein schwarzes Schaf sein.

Wer sich jedoch an die Regeln hält, der hat die Ehre, ein weisses Schöfli zu sein. Damit gemeint sind aber nicht nur wir Schweizer. Nein, jeder kann ein weisses Schöfli sein, egal wo er herkommt und welchen Glauben er vertritt. Das Plakat zeigt also, dass wir alle gleich sind. Schweizer, Italiener, Türken, Serben, … wir alle sind die weissen Schöfli. Die SVP unterscheidet nicht nach der Herkunft, sondern lediglich zwischen Gut und Böse.

Und jetzt noch der wesentlichste Grund, wieso das Schöfli-Plakat weder menschenverachtend noch fremdenfeindlich sein kann. Denn hätte die SVP tatsächlich ein Plakat mit menschenverachtendem und fremdenfeindlichem Gedankengut produziert, würde sie sich dadurch automatisch selbst zum schwarzen Schaf machen. Und was passiert mit schwarzen Schafen? Genau, die erhalten einen Arschtritt und werden in der Schweiz nicht geduldet!

Kommentare
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Geiler Kommentar! Jemand der die Kampagne wirklich sauber und ohne Polemik analysiert hat. Gute Sache.
#1 Fredy am 08.10.2007 19:34 (Antwort)
Der Kolumnist sollte sich das game "Zottel rettet die Schweiz" ansehen, bevor er seine zu einfachen Schlüsse zieht.
#2 ein schwarzes Schaf am 08.10.2007 22:28 (Antwort)
Es ist schon eine Taktik dahinter, dass man partout nicht begreift, dass nur kriminelle und Schmarotzer gemeint sind. Wir alle haben Kollegen, Verwandte und Freunde die Ausländer sind. Und gerade von diesen höre ich immer wieder, wie wir Schweizer blauäugig seien und zuviel tolerieren.
#2.1 Chris am 08.10.2007 23:15 (Antwort)
Ich glaube kaum, dass Herr Meister wirklich so naiv ist wie er sich hier gibt. Viel mehr steckt hier eine Taktik dahinter (eine Verschwörung könnte man sagen :o)).
Die Taktik der SVP ist es von den echten Problemen der Schweiz und der Welt abzulenken, weil sie hier nämlich als ständiger Bremsklotz figuriert. Sie will weiter verharmlosen und mit niedlichen Schäfchen eine rassistische Politik durchbringen.
Beim berühmten Schäfchenplakat handelt es sich um Werbung für die Ausschaffungsinitiative. Das schwarze Schaf ist also sicher ein ausländisches Schäfchen. Diese Initiative will Ausländern die Grundrechte vorenthalten und sie quasi im Arschtritt-Verfahren aburteilen, sie ist also rassistisch. Sie will Massnahmen wie die Sippenhaft einführen und ausländische Kinder- und Jugendliche, welche in der Schweiz geboren sind und nie in einem anderen Land gelebt haben ausschaffen. Darum kann man die Initiative meiner Meinung nach auch als menschenverachtend bezeichnen.
#3 Ernesto Guevara (Homepage) am 09.10.2007 09:34 (Antwort)
Oje, man kann aber wirklich hinter allem und jedem etwas Böses sehen und hinein interpretieren.
#3.1 Fredy am 09.10.2007 10:35 (Antwort)
Wie hat das begonnen im dritten Reich????? Ich finde es mehr als bedenklich und ziemlich gefährlich, wenn man sich die Fremdenfeindlichkeit der SVP so oberflächlich reinzieht. Ich rate dem Kolumnisten sich einmal die Zeit zu nehmen um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.
#4 Claude am 10.10.2007 08:03 (Antwort)
eine kleine denkanregung: habt ihr schon mal was von ironie und sarkasmus gehört? soll in kolumnen vorkommen... wird aber nicht immer verstanden:-)
#5 enfant terrible am 10.10.2007 14:33 (Antwort)
Gemäss Wikipedia:
Mit dem Ausdruck schwarzes Schaf bezeichnet man in der Regel einen Außenseiter, der den anderen Unehre bringt oder dem gar die Schuld an Missständen gewohnheitsmäßig zugeschoben wird.

Bei der Schafzucht galt die Wolle der weißen Schafe wertvoller, da sie einfacher zu färben ist. Ein schwarzes Schaf dagegen senkte die Wollqualität und wurde in der Zucht wenn möglich aussortiert. Schwarze Schafe fallen unter weißen Schafen besonders auf und sind bei Schäfern, die ihre Produktion auf die Wolle ausgerichtet haben, sehr unbeliebt. Sie haben bei diesen Schäfern keine hohe Lebenserwartung.
Da haben wir's....irgendwie aber schon etwas rassistisch motiviert....wenn auch nicht gleich mit Dunkelhäutigen gleichzusetzten....
Hauptsache wir reden darüber.....oder nicht?
#6 Wiki Pedia am 10.10.2007 15:17 (Antwort)
Lieber Parzival Meister....
Endlich haben Sie mal Allen erklärt wie das schwarze Schaf gemeint ist.Ich bin zwar der Meinung,dass jeder gut gebildete Mensch das wissen sollte.Man staune....selbst nach dieser super Erklärung verstehen es Welche immer noch nicht......wollen es nicht verstehen,sehen auch die gemeinte Problematik nicht.Die SVP begrüsst alle Ausländer die sich hier in der Schweiz an unsere Regeln halten.Jeder Schweizer,der gegen die Gesetze verstösst gehört bestraft evt.ins Gefängniss.Jeder Ausländer der gegen unsere Gesetze verstösst gehört bestraft, indem er das Land verlässt.Ich glaube auch,dass jugoslavische und kroatische Staatsangehörige keine schwarze Hautfarbe haben,nicht mal ne braune.Also hört doch mal auf mit so dämlichen Aussagen.Ich glaube fast,dass die SVP nicht mehr Plakate machen darf,die Sprichwörter beinhalten,die für Manche bereits eine Ueberforderung darstellen.Obwohl,soviel Gesprächsstoff können nur geniale Plakate geben.Und wer immer noch die Augen verschliesst vor klaren Tatsachen,der ist zu wenig im Alltag.
Ursula Müller
#7 Ursula Müller am 19.10.2007 00:14 (Antwort)
Liebe Frau Müller,Jugoslavien existiert in dem Sinne nicht mehr, Kroatien war ein Bestandteil davon und ist jetzt unabhängig. Korrekt heisst es also Ex-Jugoslavische oder dann Kroatische usw.!
Gut schreiben Sie ihre Briefe selber.
Mit freundlichen Grüssen
Ein Grenchner
#7.1 Anonym am 19.10.2007 20:24 (Antwort)
Schade unter anonym kann man doch stark sein...bravo,braucht viel Mut....typisch.Es ist mir egal wie man diesen Menschen sagt, sie sind trotzdem nicht schwarz und um das ging es ja.Schön,dass Sie lieber Anonymer aber wenigstens auch etwas wissen,das war doch sehr wichtig. HAHAHA schöner Abend.
#7.1.1 Ursula Müller am 19.10.2007 20:35 (Antwort)
Ihr seid *alle* Schäfchen, falls ihr es noch nicht gemerkt habt. Schäfchen, die von machthungrigen (gemeinhin auch "Ehrgeiz" genannt) Politikern benutzt werden, um ihr Ego zu befriedigen und erfolgreich zu werden. Es gibt nämlich auch so etwas wie eine politische Karriere. Ihr alle habt Angst, dass euch jemand das Weggli wegnimmt. Und ihr merkt nicht mal, dass gezielt auf euer Sicherheitsbedürfnis abgezielt wird. Ihr lebt im SICHERSTEN Land der Welt! Hallo??!!?
#8 petroleum am 20.10.2007 17:47 (Antwort)

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