Unwetter: Lingeriz stark betroffen
Donnerstag, 30. August 2007
in Verschiedenes
(Sabine Waelti) Erneut wurde die Schweiz von Unwettern heimgesucht. In Grenchen war das Lingeriz am stärksten betroffen.
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Zum zweiten Mal innert kurzer Zeit ist die Schweiz von heftigen Unwettern betroffen. Auch in Grenchen gab es für die Feuerwehr und den Zivilschutz nach den heftigen Regenfällen vom Mittwoch einiges zu tun.
Sandsackmauer im Lingeriz
Die Feuerwehr Grenchen war vorwiegend in Grenchen selbst im Einsatz. „Wir mussten rund 30 Keller auspumpen“, erklärt Rolf Witschi, Kommandant der Grenchner Feuerwehr, „am schlimmsten betroffen war das Lingeriz.“ An der Lingerizstrasse hatte es über ein angrenzendes Feld in grossem Masse Wasser und Schmutz angeschwemmt. Keller und Hauseingangsbereiche standen unter Wasser. Mit Hilfe von Zivilschutz und Werkhof erstellte die Feuerwehr eine Sandsackmauer und baute einen Kännel aus, um zu verhindern, dass noch mehr Wasser zu den betroffenen Häuser floss. „Die Zusammenarbeit mit Zivilschutz und Werkhof hat sehr gut geklappt“, betont Witschi.
Nebst Grenchen war die Feuerwehr Grenchen auch in Selzach/Altreu tätig sowie im stark betroffenen Lyss. Dort waren zwei Leute der Grenchner Feuerwehr mit einer grossen Löschwasserpumpe im Einsatz.
Arbeitgeber zeigen Verständnis
Die Unwetter von den vergangenen Wochen bedeuteten für die Feuerwehr Grenchen viel Arbeit. Wie reagierten die Arbeitgeber der Feuerwehrleute auf die dadurch entstandenen Fehlzeiten? „Die Arbeitgeber zeigen viel Verständnis“, so Rolf Witschi. Er könne sich aber vorstellen, dass es hier mehr Widerstand geben könnte, wenn die Feuerwehr weiter so stark gefordert würde. Die Feuerwehr nehme auf die einzelnen Arbeitssituationen so gut wie möglich Rücksicht, betont Witschi. „Viele unserer Leute können ihr Fehlen am Arbeitsplatz durch Überzeit wieder ausgleichen“, erklärt der Kommandant, „auch finden ein grosser Teil unserer Einsätze in der Nacht statt.“ Viele der Feuerwehrleute würden nach so einem Einsatz am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen.
Wiederholungskurs abgebrochen
Die Regionale Zivilschutzorganisation (RZSO) Grenchen musste in Folge der Unwetter einen Wiederholungskurs (WK) der Pioniere abbrechen. Die Unterstützungskurse 2 und 4 arbeiteten während des dreitägigen WKs in Bettlach beim Gigerbach und auf dem Bettlachberg. Der WK begann am Montag, also noch vor den heftigen Regenfällen – trotzdem standen die Arbeitseinsätze in direktem Zusammenhang mit dem Thema Unwetter. Auf dem Bettlachberg wurden Alpweiden instand gesetzt, welche beim Unwetter von Fronleichnam zu Schaden gekommen waren. Zudem entfernten die Pioniere im oberen Teil des Giglerbachs Holz. Dies habe dort sicher das Bachbett verbreitert und sich so im am Mittwoch eingetroffenen Ernstfall positiv ausgewirkt, sagt Zivilschutzkommandant Remo Schneider. Weiter unten jedoch, wo noch keine solchen Arbeiten gemacht wurden, sei die Wirkung natürlich nicht mehr entsprechend gewesen. „Wir planen, in den nächsten WKs diese Arbeiten fortzusetzen“, so Schneider.
Im Rahmen dieses WKs mussten die Arbeiten vorzeitig abgebrochen werden. „Zum einen konnten wir ein Weitermachen aufgrund des Unwetters nicht mehr verantworten“, erklärt Schneider, „zum anderen mussten wir der Feuerwehr Hilfe leisten.“ Nebst der Feuerwehr Grenchen unterstützte die RZSO Grenchen auch die Feuerwehr Bettlach beim Kampf gegen Unwetterschäden.
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