Brand in Staad: Eine grosse Welle der Solidarität
Samstag, 11. August 2007
in Verschiedenes
(Peter Brotschi) - Den Sonntag, 29. Juli 2007, wird die Familie Scheurer in Staad nie vergessen: In den Abendstunden dieses Tages waren Scheune und Stallungen ihres Bauernhofes innert Minuten ein einziges Flammenmeer. Scheurers dürfen bei den Aufräumarbeiten auf eine enorme Hilfsbereitschaft seitens der Landwirt-Kollegen zählen.
Bericht vom Brand
Bilder vom Brand
Es ist Vormittag am Montag in dieser Woche. Prächtig scheint die Sonne auf die sommerliche Landschaft. Beim Bauernhof der Familie Scheurer in Staad beleuchtet sie aber eine traurige Szenerie: Brandruinen und eine Berge von Stroh, das nördlich des Hofes ausgebreitet wurde. Auch über eine Woche nach dem Grossbrand, der durch einen technischen Defekt am Traktor ausgelöst wurde, dampft das von Löschwasser durchtränkte Stroh noch. Eben sind die Arbeiten zur Entsorgung im Gange. Hansruedi Scheurer, dessen Hof ein Raub der Flammen wurde, belädt Anhänger, die von Berufskollegen mit ihren Traktoren gezogen werden. „Es ist enorm, welche Solidarität unserer Familie entgegen gebracht wird“, sagt Hansruedi Scheurer. Vor allem die Staader und Grenchner Bauern, aber auch solche von auswärts, haben nach dem Brand spontan Hilfe zugesagt und dies auch in die Tat umgesetzt. Allein Konrad Vogt blieb vom Sonntag- bis Montagabend fast ununterbrochen auf dem Hof von Scheurers.
Die Erinnerung geht aber immer wieder zurück zu jenem Moment, bei dem die ganze Region Grenchen unter dem Eindruck des schrecklichen Grossfeuers stand, das die geruhsamen sonntäglichen Abendstunden jäh unterbrochen hatte. Die Familie Scheurer war eben bei der Bauernfamilie Vogt an der Jurastrasse zu Besuch, als die zu Hause gebliebene Tochter Rahel anrief, dass es brenne. Als Scheurers eintrafen, standen Scheune und Stallungen bereits in einem riesigen Flammenmeer. Vor Ort waren schon Peter und John Traub mit dem Löschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr präsent, weil man zuerst vom Flugplatz aus wegen des schwarzen Rauchs gemeint hatte, ein Flugzeug sei hinter dem Hof abgestürzt. Es folgten Minuten und Stunden des Schreckens, bis wenigstens die Gewissheit da war, dass unter dem Einsatz der Stützpunktfeuerwehr Grenchen, der Feuerwehr Bettlach, des Löschzuges Staad und der Betriebsfeuerwehr Eta das Wohnhaus hatte gerettet werden können.
Rund 240 Tonnen Stroh mussten am vergangenen Montag abtransportiert werden. 120 Tonnen Heu und Silofutter wurden zuvor schon weggeräumt, ebenso wurde das Brandholz der Gebäude schon durch eine Spezialfirma entsorgt. Stroh, Heu und Silofutter war alles Ware, die Hansruedi Scheurer in den nächsten Tagen verkaufen oder zum Eigengebrauch für seine Mutterkuhhaltung verwenden wollte. Der Feuerteufel schlug also zum unglücklichsten Zeitpunkt zu, der im Verlaufe eines Jahres denkbar ist. Wenigstens konnten alle Tiere gerettet werden: Die eine Hälfte befindet sich zur Sömmerung auf dem Niederwiler Stierenberg, der andere Teil konnte rechtzeitig von den Flammen gerettet werden.
Noch warten schwierige Monate auf Hansruedi und Claudia Scheurer, die den Betrieb in dritter Generation führen. In ein paar Wochen beginnt die Zeit der Rübenernte, welche die Arbeitskraft von Hansruedi Scheurer voll und ganz in Anspruch nehmen wird. Auch müssen Grundsatzentscheide gefällt werden, in welcher Art der Betrieb weiter geführt werden soll, zum Beispiel ob mit oder ohne Tierhaltung, da dies einen direkten Einfluss hat auf den Wiederaufbau der





