KOLUMNE: Bananenkiste oder Kebag-Sack?
Dienstag, 10. Juli 2007
in Kolumnen
Das dachte ich. Dann fing ich an zu packen und – oh Wunder! – meine Besitztümer vermehrten sich plötzlich auf mysteriöse Weise. Ich räumte meinen Schrank und statt einem staubfängerisch begabten Windlicht besitze ich deren nun plötzlich sieben! Ich durchforstete mein Bücherregal und meine längst entsorgt geglaubten Bücher aus Gymi-Zeiten tauchten plötzlich wieder auf.
Faszinierend, was in einer Zweizimmer-Wohnung alles Platz hat. Doch eigentlich möchte ich gerade jetzt alle diese Dinger gar nicht haben! Was tun? Ich entschied mich für eine Radikalkur und konfrontierte alle meine Sachen mit der Frage: Bananenkiste oder Kebag-Sack? Nur das, was ich wirklich ganz nötig brauche, soll per Bananenkiste mit mir an meinen neuen Wohnort reisen, so mein Vorsatz.
Doch was braucht man denn schon wirklich ganz nötig? Mit ihren „Bitte, bitte, nimm mich mit“-Blicken flehten mich plötzlich meine abgewetzte Tasche, meine alten Zeichnungen und mein hässliches Tee-Set an.
Und überhaupt: Warum soll ich Gegenstände in den Kebag-Sack werfen, die vielleicht noch jemand brauchen kann? So kam es, dass diverse Kleider, Bücher und So-Dinger-zum-Aufstellen nun doch nicht im Müll landeten, sondern im BIBE-Laden (an der Kirchstrasse in Grenchen) ein Zwischenasyl erhalten haben.
Meine abgewetzte Tasche werde ich übrigens behalten. Ebenso meinen Teddybär ohne Fell und unzählige Briefe aus fast vergessenen Zeiten. Vorsatz hin oder her!





