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KOLUMNE: Rabattmarken

Sonntag, 25. Februar 2007 in Kolumnen

(Paul-Georg Meister) - In vielen Geschäften ist es üblich, Kundentreue zu belohnen. Meist geschieht dies mit einer Treuekarte, die jeweils abgestempelt, gelocht oder ganz profan beschriftet wird. Hat man seine Karte voll, wird man belohnt. Sei es mit einem 11. Mittagesessen, das nun gratis ist, sei es mit 400 Gramm zusätzlichem Fonduekäse oder mit einer Extraportion Katzenfutter.
An und für sich, sind dies sympathische Gesten und sicher wissen viele Kundinnen und Kunden dies zu schätzen.

Nur ich habe damit meine liebe Mühe. Nicht, dass ich mich nicht über solche Geschenke freuen würde, im Gegenteil, einer zusätzlichen Portion Fonduekäse bin ich nicht abgeneigt und auch ein Gratis-Menu nehme ich gerne in Kauf und investiere das gesparte Geld nicht selten in ein Dessert, was sich wiederum auf der Anzeige meiner Waage bemerkbar macht.

Nein, grundsätzlich hätte ich nichts gegen diese Geschenke, ich habe nur ein Problem: „Meistens habe ich meine Kundenkarte, die mich als treuen Konsumenten ausweisen würde nicht dabei.“

Aus Platzgründen, und weil es manchmal doch von Vorteil ist, im Portemonnaie nicht nu Karten, sondern auch ein wenig Kleingeld bei sich zu haben, kann ich nicht immer alle Karten mit mir rumtragen.

Das führt dann dazu, dass ich in der Chäsi nur die Karte mit dem Katzenfutter bei mir habe, im Migros, strecke ich der verdutzten Verkäuferin meinen Menu-Pass entgegen, und im Restaurant will ich mein Essen schliesslich in die Fondukarte eintragen lassen.

Meist haben die Verkäuferinnen Mitleid mit mir und machen auf den jeweiligen Kassenzetteln einen Vermerk, damit ich meine Gutschriften später in die Karten eintragen lassen kann. Das hat dazu geführt, dass ich nun zu Hause eine Schuhschachtel voller beschrifteter und abgestempelter Kassenzettel staple.

Die Grenchner Gwerbler können sich also auf was gefasst machen: Eines Tages nämlich werde ich mir die Zeit nehmen und meine Gutschriften einfordern. Das wird ein Fest werden: Zuerst hole ich eine Tonne Katzenfutter ab, dann esse ich rund zwei Wochen Gratis in meiner Stammbeiz und schliesslich lade ich all meine Freunde zu einer einwöchigen Fondue-Party ein. Und nach all diesen Extraportionen werden meine Katze und ich wohl wieder einmal auf Diät gesetzt...

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