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KOLUMNE: Mehr als ein Rauchverbot

Dienstag, 14. November 2006 in Kolumnen
(Parzival Meister) Am 26. November ist es also so weit: Wir stimmen mit der Änderung des Gesundheitsgesetzes unter anderem darüber ab, ob in Restaurants, Bars und Discos künftig Rauchverbot herrschen soll.
Rauchen ist ungesund. Passivrauchen ebenso. Das weiss jedes Kind und ich will das in keiner Weise bestreiten. Obwohl mir diese Kriminalisierung des Tabakkonsums doch allmählich ziemlich auf den … geht. Wenn man sich heute irgendwo eine Zigi anzündet, haben die Leute schon fast das Gefühl, dass auf sie geschossen wird – aber jetzt schweife ich ab. Rauchverbote machen mancherorts sogar Sinn. Ich meine damit zum Beispiel die öffentliche Verwaltung, die eine gewisse Vorbildfunktion einnimmt. Auch in Schulen und Kindergärten sollte nicht geraucht werden.

Aber was ist mit der Privatwirtschaft wie eben Restaurants? Befürworter sagen, dass damit die Freiheit eines jeden Menschen geschützt wird, nicht passiv rauchen zu müssen, wenn er dies nicht will. Ich kann diesen Punkt beim besten Willen nicht nachvollziehen. Denn meiner Meinung nach bestimmt die Nachfrage das Angebot und wenn die Nachfrage so hoch ist, wären die bestehenden rauchfreien Restaurants jeden Tag völlig ausgebucht - sorry, schon wieder abgeschweift! Bei dieser Vorlage geht es doch darum, dass der Staat uns vor uns selber schützen will. Es ist eine Bevormundung, die mir persönlich einfach zu weit geht. An der bevorstehenden Abstimmung geht es nicht primär um ein Rauchverbot, es ist eine Frage des Prinzips!

Denn wie soll es weitergehen, wenn die gefährlichen Raucher in die Schranken gewiesen wurden. Was ist das nächste Gesetz, zum Wohle unserer Gesundheit? Wann werden schnelle Autos mit einem grösseren Hubraum als einem Liter verboten? Die Feinstaubbelastung ist schliesslich gravierend für uns alle. Wann darf in Restaurants nicht mehr fettig gekocht werden? Und wann verschwinden „à Discretion“-Angebote und Junk-Food? Fettleibigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, welches die Gesundheitskosten arg belastet. Wann werden MP3-Player verboten? Das Hören von lauter Musik mit Kopfhörer kann das Trommelfell schädigen. Wann darf in Bars nicht mehr getrunken werden? Wann, wann, wann …

Sie sehen, das Leben ist eine gefährliche Sache. Aber ich hoffe, dass wir damit klar kommen, ohne alles gesetzlich regeln zu müssen. Und wenn nicht: Man kann ja auch mit vielen Gesetzen in Freiheit leben, wie zum Beispiel in den USA. Ach ja, in Washington wurde übrigens ein Mädchen verhaftet, das in der Metro Pommes ass, was aus irgendeinem Grund gesetzlich verboten ist.

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