KOLUMNE: Was ein Stromausfall bewirken kann…
Montag, 21. August 2006
in Kolumnen
(Parzival Meister) Auf einmal war es dunkel. In der ganzen Stadt! Genau, ich rede vom vergangenen Samstag, als ein Defekt in der Haupteinspeisung der Transportleitung zwischen der AEK Solothurn und den Städtischen Werken Grenchen zu einem totalen Stromausfall führte. Ein Ereignis, das ich bisher noch nie erleben durfte und wohl auch nicht so schnell vergessen werde. Nein, ich verbinde damit nichts Negatives. Schliesslich blieb ich nicht in einem Lift stecken oder so. Ich war gerade in der Tankstelle und just als ich an die Kasse trat, wurde es dunkel. Also hiess es erst einmal warten. Denn die elektronische Kasse funktionierte natürlich nicht mehr und auch ans Tanken war nicht mehr zu denken – ja, wir sind extrem vom Strom abhängig! Doch wütend schien niemand, man nahm es mit Humor. Schliesslich klappte es mit dem Bezahlen doch noch – die Kassiererin musste alles von Hand aufschreiben – und ich trat nach draussen, ins Dunkle.
Was für ein Anblick! Aus immer mehr Fenstern war das Flackern der Kerzen zu erkennen. Urplötzlich wurde mir klar, wie schön dieses Licht doch ist. Dieses Ambiente, einfach traumhaft! Zuhause angekommen, zündete ich auch gleich meine Kerzen an und als das Licht wieder anging und sich der Fernseher einschaltete, war ich fast schon ein wenig enttäuscht. Ich knipste das Licht und den Fernseher wieder aus und genoss den Augenblick.
Als ich später wieder durch die Stadt fuhr, fiel mir das Licht sofort auf. Doch es war trotzdem anders, als vor dem Blackout. In etlichen Haushalten brannten nach wie vor nicht die Lampen. Dafür war der Kerzenschimmer zu erkennen. Es scheint, als sei man ohne Licht, ohne Fernseher, ohne Radio und ohne Computer vielerorts auf andere Ideen gekommen!
Diese Überlegung werde ich hier jetzt nicht weiter ausführen. Aber ich merke mir den 19. August 2006. Und ganz besonders dick streiche ich den 19. Mai 2007 im Kalender an!



