Hartmut Spieker - 29 Jahre für die Reformierte Kirche Grenchen
Mittwoch, 6. Juni 2007
in Verschiedenes
(Anna Meister) Hartmut Spieker, reformierter Pfarrer in Grenchen, ist in Pension gegangen. Grenchen „verliert“ ein Original. Der Pfarrer Hartmut Spieker ist nach fast 29 Jahren von seinem Amt zurückgetreten.
Am 1. Januar 1979 kam der Deutsche nach seinem Theologiestudium in Basel nach Grenchen. Spieker hatte kurz zuvor einen Artikel zum Thema „Schöpfung“ in einem Magazin geschrieben. „So wurde die Reformierte Kirchgemeinde Grenchen auf mich aufmerksam“, erzählt Spieker, „Sie riefen mich an und fragten, ob ich Interesse an einer Stelle hätte.“ Er sagte zu und wurde promt, ohne das Einreichen einer Bewerbung oder eines Lebenslaufes, eingestellt. Spieker erklärt dies folgendermassen: „Es herrschte allgemein in der Schweiz zu dieser Zeit ein Priestermangel. Die Studenten hatten eine grosse Auswahl an freien Stellen, da überall Priester gesucht waren.“
Mag Grenchen und seine Umgebung
Auf die Frage, was ihm an Grenchen gefalle, antwortet Spieker: „Der Jura ist wunderschön und ganz in der Nähe, wir haben wunderschöne Landschaften um uns herum, aber was mich vor allem fasziniert, ist, dass die Sprachgrenze so nah ist.“ Da Biel so nahe sei, werde auch öfters Französisch gesprochen und dies bewundere er sehr. Auch beeindrucke ihn, dass viele Grenchner gerne hier lebten, obwohl die Stadt ausserhalb einen ziemlich schlechten Ruf habe. „Es herrscht eine Zusammengehörigkeit, wie ich sie sonst selten erlebe.“, freut sich Spieker. „Das kommt wohl auch daher, dass in Grenchen viele Nationalitäten zusammenleben.“ Es freue ihn ausserdem sehr, dass die Regierungsräte in einem Café neben einem sitzen würden und das ohne Bodyguards.
In seinem Wirken als Pfarrer hat er viele interessante Personen kennengelernt. Er hat sich mit Musikern, Schriftstellern und anderen Künstlern unterhalten. Sehr gefreut hat ihn, dass die „Hiob-Reihe“, die er ja selber lanciert hatte, ein so grosser Erfolg geworden ist. „Die Veranstaltungen haben grossen Anklang gefunden, das Orgelkonzert konnte sogar auf CD aufgenommen werden.“, freut sich Spieker. Ausserdem habe sich ein anonymer, privater Spender für sein Buch über Hiob gemeldet.
Ein prägendes Erlebnis hat der Pfarrer nach dem Orgelkonzert der „Hiob-Reihe“ erlebt. „Eine Frau hat mich nach dem Konzert angesprochen. Sie hatte Krebs. Wir unterhielten uns noch bis spät in die Nacht hinein am Brunnen vor der Zwinglikirche.“
Im neuen Lebensabschnitt will Spieker keine Weltreise unternehmen. „Ich tue, was mir gefällt.“, sagt er. Er werde sich sicher seinen Hobbys, dem Fotografieren und dem Computer widmen, möchte sich aber nicht festlegen. „Ich habe keine grossen Pläne angefertigt, sondern lasse lieber alles auf mich zukommen.“



