TCS und Kantonspolizei orientieren über Gefahren im Tunnel
Dienstag, 24. April 2007
in Verschiedenes

Alarmzentrale der Polizei Kanton Solothurn
Ein Stau, ein Pannenfahrzeug, ein Unfall oder ein Fahrzeugbrand in einem Tunnel kann eine gemütliche Fahrt in eine höchst gefährliche Situation verwandeln. Wichtig ist deshalb, dass man sich in einer solchen Situation richtig verhält. Was richtig ist, und worauf man in einer solchen Situation achten muss, konnte man am Kurs Tunnelsicherheit der TCS-Sektion Solothurn und der Polizei Kanton Solothurn erfahren.
In einen Theorieteil erhielten die Interessierten im Polizeischulungsraum anhand einer Präsentation und eines Films Einblick in das richtige Verhalten. Herbert Ris, Chef der Verkehrsabteilung der Polizei Kanton Solothurn, konnte dabei auf seinen langjährigen Erfahrungsschatz zurückgreifen und den Anwesenden so manchen wichtigen Tipp geben. Die wichtigsten Punkte im Strassentunnel sind:
• Höchstgeschwindigkeit beachten
• Grossen Sicherheitsabstand einhalten
• Niemals wenden oder gar rückwärts fahren
• Feuer nur im Anfangsstadium selbst löschen
Richtiges Verhalten rettet Leben
Vor allem bei einem Brand in Tunnel kann, laut Herbert Ris, das richtige Verhalten Leben retten, so unterstrich er, dass man einen Fahrzeugbrand im Tunnel nur im Anfangsstadium selber zu löschen versuchen sollte. Wenn dies nicht gelinge, solle man so schnell als möglich vom Feuer weg und den Tunnel über die gekennzeichneten Fluchtwege verlassen. „Feuer und Rauch können tödlich sein“, unterstrich Ris, „retten Sie Ihr Leben und versuchen Sie nicht Ihr Auto oder gar persönliche Gegenstände vor Schaden zu bewahren.“ Wer sein Auto in seinem solchen Fall verlassen müsse, solle zudem die Zündschlüssel stecken lassen, meinte Ris weiter, damit die Rettungskräfte im Notfall Fahrzeuge aus der Gefahrenzone bewegen können.
Vorkehrungen der Polizei
Genauso wichtig wie das eigene Verhalten sind die Vorkehrungen, die vonseiten der Polizei getroffen werden, um solche Katastrophen zu verhindern. Unter der Führung von Urs Schmid, Chef Technik der Polizei Kanton Solothurn, konnten die Teilnehmer/innen auch einen Blick in die 1999 in Betrieb genommene Alarmzentrale der Polizei werfen. In dieser Zentrale – sie ist während 365 Tagen rund um die Uhr besetzt – laufen alle Meldungen zusammen, die bei der Polizei, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten eingehen. Das eigens für diesen Einsatz geschulte Personal der Polizei und des Rettungssanitätsdienstes kann bei einem Unfall oder einem andern Ereignis von einer zentralen Stelle aus den Einsatz der Sicherheitskräfte koordinieren und überwachen. In diesen Raum laufen auch die Bilder der von rund 120 Kameras im Kanton Solothurn überwachten Autobahn- und Tunnelabschnitten zusammen. Damit ist gewährleistet, dass sich die Polizei im Falle eines Unfalls oder eines Brandes ein Bild der Situation machen und die notwendigen Rettungs- und Polizeimassnahmen einleiten kann. So können von dieser Zentrale aus Fahrbahnen oder ganze Tunnelabschnitte gesperrt und die Signalisation – beispielsweise die Geschwindigkeit – verändert werden.
Interessant war auch der zweite Teil des halbtägigen Kurses. Mit einem Car wurden die Teilnehmer/innen von Wangen an der Aare nach Biel und wieder zurückchauffiert. Während dieser Fahrt kommentierten Herbert Ris und Fahrlehrer Markus Walter die einzelnen Abschnitte und machten auf besondere Signalisationen, Gefahren und Schwierigkeiten hin. Demonstriert wurde auch die Sperrung einer Fahrbahn im Birchitunnel, die quasi per Knopfdruck automatisch von der Alarmzentrale aus erfolgen kann.
Genaue Standortangabe wichtig
So konnten die Teilnehmer/innen mit eigenen Augen erleben, was sie zuvor in der Theorie gehört hatten. Bei dieser Fahrt machte Ris auch auf den Umstand aufmerksam, dass es bei einer Unfallmeldung wichtig sei, dass man seinen genauen Standort angeben könne. Nur so sei ein schneller Rettungseinsatz im Falle eines Unfalls möglich. Als Orientierungshilfe dienen dabei die in der Fahrbahnmitte angebrachten Kilometer-Anzeigen, die den genauen Standort beschreiben. „Ebenso wichtig ist, dass man – vor allem bei einer Panne oder einem Unfall in einem Tunnel – die Alarmzentrale nicht mit dem Handy anruft, sondern von einer der vielen Notrufsäulen aus“, unterstrich Ris. Wenn nämlich eine Meldung über eine solche Verbindung bei der Zentrale eintreffe, könne der Standort sofort genau ermittelt und die notwendigen Rettungs- und Hilfsmassnahmen unverzüglich und im richtigen Umfang eingeleitet werden.
Die TCS-Sektion Solothurn führt alle Jahre einen solchen Kurs über Tunnelsicherheit durch und dieser erfreut sich immer wieder eines grossen Interesses. „Uns geht es mit solchen Angeboten in erster Linie darum, einen Beitrag an die Verkehrssicherheit zu leisten“, erklärte TCS-Vizepräsident René Ingold. Gerade in einem Tunnel könne richtiges Verhalten Leben retten. „Wenn wir dazu einen Beitrag leisten können, hat sich unser Einsatz sicher gelohnt.“
Weitere Informationen zum Verhalten in Strassentunneln finden Sie auch unter www.tunnel.tcs.ch





