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Kultur-Historisches Museum: Vom Gerücht um den sauren Grenchner Wein

Montag, 9. April 2007 in Kultur
(mgt) Die neue Sonderausstellung des Kultur-Historischen Museums Grenchen erzählt die Geschichte des Grenchner Weins. Die Ausstellungsmacher versuchen unter anderem den Gerüchten um den sauren Grenchner Wein nachzugehen.
Anekdoten und Überlieferungen berichten, dass der frühere Grenchner Wein sehr sauer gewesen sei. Die neuere Weingeneration hingegen ist und davon können sich die Besucher an der Vernissage gerne überzeugen, sehr schmackhaft.

Eröffnung

Am 26. April wird um 19 Uhr im Kultur-Historischen Museum die Sonderausstellung „Gretulozuzi – Weinbau in Grenchen“ eröffnet. Die Ausstellung dauert bis zum 28. September dieses Jahres. Am 22. September findet eine Finissage der besonderen Art statt: Das erste Grenchner Winzerfest mit vielen Überraschungen ist angesagt.

Zungenbrecher

Im „Buch vom Grenchner Wein“, das 1976 bei Toni Brechbühl erschien, stand man am Beginn des neuen Grenchner Weins. Das bibliophile Werk führte dazu, dass verschiedene Mitbürger sich mit Feuereifer daran machten, die Rehabilitation des „Suure“ Grenchner Weins zu bewirken. Der zungenbrecherische Name der Ausstellung „Gretulozuzi“ stammt aus diesem Buch, wurde von Peter Travaglini geschaffen und heisst ausgeschrieben „Grenchner Tunnelzusammenzieher“. Die Ausstellung will sich so auch als Hommage an dieses wegweisende Buch des neuen Grenchner Weins verstanden haben.

Geschichten über Grenchner Wein

1887 war über die Weinlese in der Zeitung zu lesen, diese hätte am Donnerstag, 13. Oktober morgens begonnen und sei um zirka zehn Uhr vormittags zu Ende gegangen. Über die Quantität der gewonnenen Traubenbeeren sei man gar nicht zufrieden, die Qualität hingegen sei eine der besten seit Jahren, besonders was die „Strumpflöcherzusammenziehenden Eigenschaften“ anbetreffe. Da wäre man wieder bei Tunnelzusammenzieher. Da und dort wurde erzählt, während des Baus des Grenchenbergtunnels sei jeweils nachts das am Tag ausgebrochene Tunnelloch wieder zusammengezogen worden. Erst als man die Reben ausgemacht habe, sei es gelungen, diese Vorkommnisse abzustoppen.
Einmal, so wurde erzählt, seien die Traubenbeeren derart hart gewesen, dass sie sich nicht keltern liessen, sondern mit Dreschflegeln gepresst werden mussten. Dabei sei eine Beere wie ein Querschläger durch den Stall geflogen und habe einem Muni ein Auge ausgeschlagen.

Chronik

Solche und weitere Geschichten sowie eine minutiös aufgelistete Chronik des Grenchner Weins hat Alfred Fasnacht, der Präsident der Stiftung Museum Grenchen, im Vorfeld der Ausstellung aufbereitet. Dank der Unterstützung durch Urs Siegrist und Manfred Kliegel, zwei aktiven Grenchner Weinbauern, konnte die Ausstellung mit viel aktuellem Bezug realisiert werden. Mit der jüngsten Sonderausstellung soll ein Teil der Geschichte unserer Stadt aufgearbeitet werden. Die Organisierenden hoffen auf zusätzliche Hinweise aus der Bevölkerung, denn das Bild der „Weinstadt Grenchen“ soll abgerundet werden.

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