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Mildes Winterwetter: Erdgasverbrauch sank um bis zu 25 Prozent

Samstag, 17. Februar 2007 in Archiv bis 2007
(Paul-Georg Meister) Die milden Herbst- und Wintermonate schlagen sich auch in der Energiebilanz der Städtischen Werke nieder. Verglichen mit dem letzten Jahr ist der Erdgasverbrauch drastisch gesunken.
Die Klimaerwärmung ist derzeit in aller Munde. Staatschefs und Parlamente rund um den Globus sind aufgeschreckt und der Ruf nach Massnamen, um die Klimaerwärmung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wenigstens einzudämmen, ist in aller Munde.

Wie die Statistik der Städtischen Werke Grenchen aufzeigt, ist es seit Oktober des vergangenen Jahres – verglichen mit den Vorjahreswerten – auch in Grenchen viel zu warm. Die SWG nimmt jeden Tag eigene Temperaturmessungen vor. Dies geschieht täglich zur gleichen Zeit an der professionell eingerichteten Messstation der Städtischen Werke Grenchen im Brühl.

Viel wärmer als zuvor

Wertet man diese Temperatur-Messungen aus, so wird schnell deutlich, dass es in diesem Jahr in Grenchen viel wärmer ist, als noch ein Jahr zuvor. (Siehe Grafik). Besonders krass waren die Unterschiede im November/Dezember 2006 und im Januar 2007.  Hier einige Vergleichszahlen:
24. 11. 2005 (-1.6°) – 24. 11. 2006 (8.55°) –Differenz: 10.15°
26. 11. 2005 (-4°) – 26. 11. 2006 (7.71°) – Differenz: 11.71°
05. 12. 2005 (3.6°) – 05. 12. 2006 (9.96°) – Differenz: 6.36°
29. 12. 2005 (-7.2°) – 19. 12. 2006 (-0.9) – Differenz: 6.3°

Noch dramatischer sieht es im Januar 2007 aus:
06. 01. 2006 (-3.13°) – 06.01.2007 (6.77°) – Differenz: 9.9°
11. 01. 2006 (-4.39°) – 11. 01. 2007 (10.15°) – Differenz: 14.54°
15. 01. 2006 (-5.24°) – 15. 01. 2007 (5.14°) – Differenz: 10.3°
19. 01. 2006 (1.46°) – 19. 01. 2007 (10.06°) – Differenz: 8.6°

Die warmen Tage der letzten Wochen und Monate schlagen sich auch in einer andern Statistik der Städtischen Werke Grenchen nieder. Vergleicht man nämlich den Winter 2005/06 mit demjenigen 2006/07, so wird ersichtlich, dass der Verbrauch an Erdgas, dank des doch eher milden Winterwetters, ebenfalls recht massiv zurückgegangen ist.

Weniger Heizleistung – Weniger Gasverbrauch

Laut Aussage von Per Just, Direktor der SWG, wurde in diesem Winter vor allem bei den Heizungen sehr viel Erdgas eingespart, weil die Heizleistungen nicht so ausgenutzt werden musste, wie im Jahr zuvor.

So wurden im Oktober 2006  insgesamt 12'120'860 Kilowatt (kWh) Erdgas verbraucht, das sind 2'630'474 kWh oder 21.7 Prozent weniger als im Vorjahr. Im November war der Gasverbrauch noch immer rückläufig: Verglichen mit der gleichen Periode des Vorjahres sank der Absatz um 12.98 Prozent.

Auch der Dezember war viel zu warm. Und dies spiegelt sich nicht nur in der Temperaturstatistik der SWG, auch der Verbrauch von Erdgas ging im Dezember mit 14.88 Prozent doch recht massiv zurück. Genutzt wurden im Dezember 2006 insgesamt 23’457'284 kWh. Ein Jahr vorher, im Dezember 2005, waren es noch 27’558'219 kWh gewesen.

Drastischer Rückgang im Januar 2007

Der bisher grösste Rückgang wurde aber im Januar 2007 festgestellt. Der Gasverbrauch sank im vergangenen Monat um insgesamt mehr als 25 Prozent, das heisst, es wurde ein Viertel weniger Gas verbraucht, nämlich 21'715'107 kWh. Im Januar 2006 waren es noch insgesamt 29’002'178 kWh gewesen, das heisst,  in diesem Jahr ist ein Rückgang um 7'287'071 kWh, oder eben rund 25 Prozent, zu verzeichnen.

Wie sich der Verbrauch weiter entwickeln wird, das kann zurzeit noch niemand sagen. Doch die Messungen in den ersten Tagen des Februars zeigen, dass es für die Jahreszeit noch immer viel zu warm ist, das heisst, es muss wohl damit gerechnet werden, dass der Energieverbrauch, verglichen mit dem letzten Jahr, weiter tief bleiben wird. Glaubt man allerdings den Voraussagen der Muotathaler Wetterfrösche, dann soll es ja im März und April noch einen richtigen Winter geben.

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