Solothurner Filmtage 2007: Besucherrekord
Dienstag, 30. Januar 2007
in Verschiedenes

Kurzfilme, Spielfilme, Dokumentarfilme und vieles mehr machen jedes Jahr die Auswahl schwierig. Interessant ist jeweils sicher, sich eine Mischung aus allem zu Gemüte zu führen, wenn man als „gewöhnlicher“ Besucher an den Filmtagen ist. Berührend sind jeweils Dokumentarfilme über Unbekanntes wie „Sweeping Addis“ von Corinne Küenzli über das Leben der Strassenwischerinnen von Addis Abeba, spannend das Porträt „Warda-unter einer anderen Sonne geboren“ von Jens-Peter Rövekamp über eine 100-Jährige, die auf ihr aussergewöhnliches Leben als Wissenschaftlerin zurückblickte.
Publikum reagiert oft anders als Kritiker
Spielfilme wie „Cannabis“ von Niklaus Hilber oder „Marmorera“ von Markus Fischer, die zum Teil arg zerzaust worden waren, boten Unterhaltung und zeigten, dass das gemischte Publikum halt oft anders reagiert als die Kritiker.
„Breakout“ von Mike Eschmann und „Brick“ von Rian Johnson wurden auch von Schulklassen besucht. So konnten Jugendliche einerseits sehen, dass Kino nicht nur Angelina Jolie und Brad Pitt bedeutet, diese Filme boten auch Diskussionsgrundlagen zu den allgegenwärtigen Themen Gewalt und Drogen.
Ort der Begegnung
Grossen Anklang fand auch die Retrospektive, die dem international tätigen Schweizer Kameramann Renato Berta gewidmet war. Dass auch etwas schief gehen kann, passierte in einer der Vorstellungen zu Berta. Der Film „Smoking“ war falsch montiert und stand im wahrsten Sinne des Wortes Kopf. Die Zuschauer waren amüsiert und warteten geduldig, bis als Ersatz „No Smoking“ gezeigt wurde. Wahrscheinlich wollten sowieso alle beide Versionen dieses Filmes von Alain Resnais sehen.
Wesentlich verärgerter reagierten all jene, die bei der Zweitaufführung von „Elisabeth Kopp-Eine Winterreise“ von Andres Brütsch im kleinen Kino Canva Blue keinen Platz mehr fanden. Denn schon bei der Premiere waren praktisch nur geladene Gäste zugelassen. Dies war aber keine Fehlplanung der Filmtage-Organisation. Laut Filmtage-Direktor Ivo Kummer hatte die Verleiherin des Films die Aufführung in einem grossen Saal verboten, aus Angst zahlende Kinobesucher zu verlieren.
Solothurn war wieder für eine Woche ein Ort der Begegnung zwischen Öffentlichkeit, Filmbranche und Politik. Man traf Freunde, Gleichgesinnte, „lange nicht mehr Gesehene“ und in jeder Beiz und vor jedem Kinosaal wurde angeregt diskutiert.
Die 43. Solothurner Filmtage finden vom 21. bis 27. Januar 2008 statt.



