pgm communications
   Hinzufügen zu Google Reader oder Startseite   Hinzufügen zu My Yahoo

Folgen von Krisen bekommen wenig mediale Aufmerksamkeit

Freitag, 19. Januar 2007 in Verschiedenes
(Claudia Zettel/pte) Die Organisation Ärzte ohne Grenzen sieht Nachholbedarf bei der medialen Berichterstattung. Die Folgen von Krisen und Katastrophen bekämen oftmals zu wenig Aufmerksamkeit. Über viele humanitäre Themen wie etwa die schockierenden Verhältnisse in Zentralafrika, Sri Lanka oder Kolumbien sei in den Medien 2006 kaum etwas zu finden gewesen.
Ärzte ohne Grenzen hat eine Liste mit zehn Krisen veröffentlicht, die im vergangenen Jahr nur unzureichend aufgegriffen wurden. "Diese Liste der zehn am meisten von den Medien vernachlässigten Krisen spiegelt zwar konkret die Situation in der US-amerikanischen Medienlandschaft wider, aber auch wir werden hierzulande mit einer vergleichbaren Situation konfrontiert", sagt Herbert Ofner, Press Officer bei Ärzte ohne Grenzen Österreich, im Gespräch mit pressetext.

Meist europäische Themen im Vordergrund

Von über 14.500 Nachrichtenminuten der drei großen US-Nachrichtensender entfielen nur magere sieben im vergangenen Jahr auf die angeführten Krisen. "Es kommt natürlich auf die einzelnen Fälle an, aber beispielsweise die österreichische Presse ist sehr Europa-zentriert. Südostasien und Afrika kommen kaum vor", so Ofner. Seit den 90er Jahren habe sich die Medienlandschaft im Zuge des Zusammenwachsens von Europa dahingehend verändert, dass die Außenpolitik meist zum großen Teil von europäischen Themen bestimmt werde, erklärt Ofner gegenüber pressetext.

Aufmerksamkeit wecken ist wichtig

Medienberichterstattung allein kann natürlich noch keine Krise bewältigen. Dennoch sei es wichtig, Aufmerksamkeit zu wecken und die Politik auf den Plan zu rufen, meint etwa Nicolas de Torrente, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in den USA. Die von Gewalt geprägten Verhältnisse in Haitis Hauptstadt Port au Prince beispielsweise seien in den US-Medien im vergangenen Jahr gerade einmal 30 Sekunden lang aufgegriffen worden, obwohl das Land nur 50 Meilen von den Vereinigten Staaten entfernt ist.

Tuberkulose kaum ein Thema

Ein anderes vollkommen unterrepräsentiertes Thema ist Tuberkulose. "Tuberkulose wird bei uns wahrgenommen als eine Krankheit, die weit weg ist und längst vergangenen Zeiten angehört. Deswegen wird sie nicht genügend thematisiert und medial aufgegriffen", meint Ofner. Tuberkulose sei in Wirklichkeit wieder im Vormarsch und mache auch vor Landesgrenzen nicht Halt. "Um auf diese und andere vergessene Krisen aufmerksam zu machen, verschicken wir regelmäßig unsere Informationen. Wir wünschen uns, dass die betreffenden Themen häufiger aufgegriffen werden und ins Bewusstsein von Medien und Politik dringen", so Ofner.

Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
   
  Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
   
 

Umfragen

Im Kanton Solothurn sollen künftig Autos, die weniger Abgase produzieren, auch weniger Motorfahrzeugsteuern bezahlen. Finden Sie das richtig?
Ja
Nein
Ist mir egal

Archive

Die letzten 5 Kommentare

Klar sind die Winzlinge kleine Weltwunder des technischen Fortschritts. Bloss in den Fachgeschäften wird der geneigte Kunde noch milde belächelt (...) (zum Artikel)
Ab wann wird denn ASM die Buslinie übernehmen???? Welche Busse werden dafüreingesezt? Wir die Linie gleich bleiben? (zum Artikel)
Neeeeiiii nid scho wieder....;-) (zum Artikel)
Jo… Psychologen und Eltern machen sich grosse Sorgen, wenn die Kinder vor dem Computer verbringen, und sich in virtuellen Welten… also in reine (...) (zum Artikel)
Ich wünsche der SVP viel Glück. Gute Kandidaten hat sie, doch eigentlich ist es Schade um Perlen, die man vor Schweine wirft. (zum Artikel)
Genau.. IN MIR BEWUSSTSEIN ist Stille (= Liebe) und Bewusstsein spielt Person und Welt! Die Qualität unseres Bewusstseinszustandes bestimmt (...) (zum Artikel)
An der Schöneggstrasse 62 in 2540 Grenchen (zum Artikel)