Hilari: Der Stapi macht bis Aschermittwoch blau
Dienstag, 16. Januar 2007
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Obernarr René Finger (r.) verpasste dem Stapi einen Maulkorb
Siegessicher marschierten Grenchens Narren am Samstag, 13. Januar, vor dem Stadthaus auf. Genau, es war Hilari, also Fasnachtsbeginn in Grenchen. Die Cocoloris, die Frosch-Zunft-Musig und die Chappelitüüfle heizten den Anwesenden mit ihren Guggenklängen kräftig ein. Die Narrenschar war klar in der Überzahl und Grenchens Regierung chancenlos. Stadtpräsident Boris Banga wurde ein Maulkorb umgeschnallt. Bis Fasnachtsende, Aschermittwoch, hat er nichts mehr zu sagen.
Doch ganz Kampflos gab sich der Stapi nicht geschlagen. Er und Obernarr René Finger duellierten sich mit spitzen Zungen. Letzterer stellte auch gleich den „schreegen Massnahmekatalog“ vor, mit dem er Grenchen wieder „graad ane bringe“ will. Vorgesehen ist unter anderem dies: „D’Marina Weigel, dr Erwin Egli und d’Doris Egli wärde vom Gmeindrot gmobbet. Sie überchöme Mobbingferie, was nit räntiert. Drum: E Maulkorb für e ganz Gemeinderat.“ Weiter sprach René Finger, man habe lesen können, dass Boris Banga „der Gröscht“ und „der einzig Gschieed“ sei. Aus diesem Grund ernannte er den Stapi zum König von Grenchen und setzte diesem eine Krone auf. Aber: Banga ist ja auch der oberste Gemeinderat. Darum: „Au grad für e König Banga e Maulkorb!“ Mit den Worten „es regiert ab sofort dr Obernarr mit sine Narre – und zwar „so schreeg“!“ besiegelte Finger die Machtübernahme.
Dass ihm die Krone nicht viel bringt, erkannte Stadtpräsident Banga schnell: „Ha no ne Maulkorb um mi Gring, und de weiss jo jedes Ching, dass ig als König mit däm Ding, stumm und taub bi und fasch bling.“ Trotz dieses Mobbings nahm es der Stapi gelassen: „Das isch e klare Mobbingfau, drum mache n’igs wie d’Weigel au. Ig mache es paar Wuche blau, bis Äschermittwuch säg ig Tschau!“



