Hasi: Nachruf für ein Unikum
Samstag, 6. Januar 2007
in Archiv bis 2007

Jörg „Hasi“ Hasler (15. Oktober 1961 – 19. Dezember 2006)
Aufgewachsen ist er mit seinem Bruder Roland in Grenchen. Sein Vater verliess die Familie als Hasi dreijährig war. Nach der zweiten Heirat seiner Mutter mit Piero Tolotti, kam seine Schwester Sandra zur Welt. Anschliessend an die Schulzeit in Grenchen begann er zu arbeiten. Die Firma Howeg war eine Station und auch die Gemeinde Grenchen, die ihn als Müllfuhrmann anstellte. Hasi war gerne gesehen, hatte für alle ein liebes, aufmunterndes Wort und besonders zu Kindern konnte er bleibende Kontakte aufbauen. Einige verpassten seinetwegen fast den Schulbeginn, weil sie den Kehrichtwagen mit ihrem Hasi am Morgen früh abwarten wollten.
Eine Weltreise hat Hasi geprägt. Von der Offenheit der Menschen in Südostasien schwärmte er. Seit seiner Begegnung mit dem Reggae Bob Marleys und dessen Credo gegen soziale Ungerechtigkeit und Rassendiskriminierung, trug er einen dicken Rastazopf. Schwere Verletzungen zog er sich bei einem Brand in seiner damaligen Wohnung an der Centralstrasse zu. Lange Zeit musste er um sein Leben kämpfen. Als er wieder gesund wurde, freute er sich an seinem zweiten Leben.
Hasi war nicht perfekt, ärgerte sich über unbegreifliche behördliche Erlasse und über das fehlende Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen. Wenn er mit Leuten zusammen war kommunizierte er offen, fröhlich und mit grosser Wertschätzung. Man liebte den auffälligen und kreativen Mann mit dem grossen Herzen in der Beiz und auf den Strassen der Stadt. Hasi hat lange Jahre bei Pro Jazz Grenchen mitgearbeitet. Er war im Hintergrund tätig und engagierte sich für Matinées und den damit verbundenen Aufgaben. Pro Jazz verliert mit Hasi eine aussergewöhnliche Persönlichkeit und einen hilfsbereiten, treuen Freund.
Mit seiner Lebensgefährtin, Janine, hat er seine letzten Jahre verbringen können und er verehrte sie über alles. Seine Ziele hat er nicht alle erreichen können. Vielleicht wird er in einer andern Welt, sich an einer Schwanzflosse eines Wals festhaltend, die Unterwasserwelt erkunden.



