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Klaus Lienert übergibt seine Arztpraxis an einen jüngeren Nachfolger

Freitag, 17. November 2006 in Archiv bis 2007
Dr. Klaus Lienert schliesst per Ende Jahr seine Arztpraxis
(Paul-Georg Meister) Seit über 35 Jahren praktiziert Klaus Lienert als Hausarzt in Grenchen. Auf’s neue Jahr wird er seine Praxis einem jüngeren Arzt übergeben. citynet sprach mit Klaus Lienert.
citynet: Herr Lienert, Sie treten per Ende Jahr in den Ruhestand. Ist Ihnen das schwer gefallen?
Klaus Lienert: (lacht) Mit 68 Jahren darf man sicher in den Ruhestand treten. Aber natürlich ist auch dieser Abschied nicht leicht gefallen, und ich hatte vor allem das Wohl meiner Patientinnen und Patienten im Auge.

Inwiefern?
Indem ich mich bemüht habe, eine gute Nachfolgeregelung zu finden, was ja schliesslich auch gelungen ist. Ich werde die Praxis an meinen Nachfolger Dr. Dominik O’Neill übergeben und er wird nach einer kleinen Umbau- und Renovationsphase seine Tätigkeit im Januar 2007 aufnehmen.

Warum haben Sie einen Nachfolger gesucht, Sie hätten ja auch einfach in den Ruhestand treten können?
Wie gesagt, das Wohl meiner Patientinnen und Patienten lag mir am Herzen. Dazu kam aber auch, dass es wichtig ist, dass in Grenchen ein neuer Allgemeinpraktiker tätig ist, damit die medizinische Versorgung auch in Zukunft sichergestellt ist.

War es leicht einen Nachfolger zu finden?
Wie Sie sicher wissen, gibt es immer weniger Allgemeinpraktiker. Viele junge Ärzte wollen sich heute spezialisieren. Doch das ist eine gefährliche Entwicklung, denn meiner Ansicht nach braucht es beides, Spezialisten und Generalisten.

Sie waren immer ein Generalist. Haben Sie den Entschluss nie bereut?
Keine Sekunde habe ich das bereut. Ich war immer gerne Hausarzt. Ich liebe den Kontakt zu andern Menschen. Und ich hab in meinen Patienten immer einen Menschen und nicht einen medizinischen Fall gesehen. Das hat mir und meiner Frau, die ja auch in der Praxis mitarbeitete, auch viele persönliche Kontakte und Freundschaften gebracht.

Für mich waren Sie immer ein Ur-Grenchner.
(lacht) Das empfinde ich eigentlich auch so, auch wenn es nicht stimmt. Aber ich bin heute in Grenchen zu Hause und meine Frau und ich werden auch weiterhin in Grenchen wohnen bleiben.

Das war aber nicht immer so?
Nein. Aufgewachsen bin ich Luzern und ich habe in Basel studiert. Von 1965 bis 1967 war ich zudem in Bolivien, wo ich auch meine Frau kennen lernte. Seit 1971 war ich in Grenchen in meiner Praxis tätig.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten bekleideten Sie auch öffentliche Ämter.
Meine Frau und ich haben uns in Grenchen sehr schnell eingelebt und wohl gefühlt. Da ist es klar, dass man sich auch engagiert. So war ich unter anderem Gemeinderat (fdp), war Gründungsmitglied des Kleintheaters und ich habe mich - darauf bin ich heute noch stolz - zusammen mit Paul Rüfenacht für die Musikschulreform stark gemacht und ich war aktiv im Stadtorchester und im Quartetto Grande.

Und nun wird es ruhiger werden?
Ja. Ich durfte mit so vielen Patienten ein Stück ihres Lebensweges mit gehen, ihre Leiden teilen und ihre Freuden spüren.Und auch von meinen Kollegen fühlte ich mich stets unterstützt und verstanden. Dies alles bewirkt, dass ich eine grosse Dankbarkeit in mir trage.

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